Burgentouren

Zu den Burgen von Riedenburg im Altmühltal

Riedenburg im Altmühltal liegt im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Die Besiedelung um Riedenburg begann schon früh. In der Zeit als Kelten und Bajuwaren sich vermischten: ca. ab dem 6. Jahrundert. Das Land um den Lauf der Altmühl war dicht von Buchen- und Eichenwäldern bestanden. Erste Siedlungen formierten sich und trugen Namen mit der Endung -ing, so wie Aicholding oder Deising. Heute noch als Ortsteile von Riedenburg bekannt. Die Gründung der Stadt geht auf das Geschlecht der Babonen zurück, die als Grafen von Riedenburg im 11. und 12. Jahrhundert lebten. Die erste Burganlage Riedenburgs wurde von den Grafen im 11. Jahrhundert auf dem Rabenstein errichtet. Weiter kamen dazu. Heute prägt das markante „Burgen-Trio“ das Stadtbild von Riedenburg.

Die Burgen Rosenburg, Rabenstein und Tachenstein sind aber nicht die einzigen Anlagen im Stadtgebiet von Riedenburg. Insgesamt gab es einst an die 17 Anlagen. Diese verteilen sich heute über die gesamten Ortsteile von Riedenburg. Teils vermutete, teils verschwundene Anlagen befinden sich darunter: Zum Beispiel in Riedenburg-Altmühlmünster oder Riedenburg-Baiersdorf. Andere Anlagen sind heute noch zusehen, wie zum Beispiel in Riedenburg-Aicholding oder Riedenburg-Eggersberg. Neben dem Riedenburger-Trio zähle ich diese Anlagen zu den spannendsten im engeren Umkreis der Stadt Riedenburg. Grund genug, die Anlagen auf einer ausgedehnten Burgentour zu erkunden!

DIE TOUR IM ÜBERBLICK

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Leichte Wanderung (T1)
  • Anforderungen: Kondition
  • Start/Ziel: Parkplatz an der Stadtbrücke
  • Distanz: 16,5 km • Gehzeit:  4,5 h
  • Höhenmeter: 595 m • 595 m
  • Einkehr unterwegs: Gasthof Zur Linde Jachenhausen • Diverses in Riedenburg

Etappen (Gehzeiten kumuliert):

  • Teufelsfelsen (1:00 h)
  • Falkenhorst (1:20 h)
  • Burg & Schloss Eggersberg (2:30 h)
  • Burg Tachenstein (3:50 h)
  • Burg Rabenstein (4:05 h)
  • Burg Rosenburg (4:20 h)
  • Parkplatz Riedenburg (4:30 h)
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Etappe 13 des Altmühltal Panoramawegs

Riedenburg-Altmühltal-Panoramaweg - Wandermarkierungen

Vielleicht ein wenig zu viele Wandermarkierungen: Jurasteig, Altmühltal Panoramaweg und Altmühltal Schlaufenweg.

Die Altmühl entspringt an der „Hohen Leite“ in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber und mündet nach über 220 km in der Donau bei Kelheim. Ihr Name stammt aus dem Keltischen und wird heute als „ruhiger Fluss“ interpretiert. Ab Dietfurt fließt die Altmühl ihre letzten 34 km im Main-Donau-Kanal. Wenig romantisch, gewiss. Die Etappen des Altmühltal Panoramawegs (Dietfurt – Kelheim), die entlang des Kanals verlaufen, halten dennoch sagenhafte Ausblicke auf den Flusslauf von Burgen, Ruinen und Aussichtsfelsen bereit. Der teils wilde Charakter der sanften Altmühl wird geprägt durch bizarre Felsformationen an den Hängen des Altmühltals und blieb auch nach dem Bau des Main-Donau-Kanals erhalten: zum Glück! Der Kanal stammt aus den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts und wurde damals als Ludwig I. Main-Kanal bezeichnet – nach dem gleichnamigen bayerischen König.

Der Altmühltal Panoramaweg führt in 15 Etappen und über 200 km von Gunzenhausen nach Kelheim: Immer entlang der malerischen Altmühl und des Altmühltals. Mal direkt am Fluß, mal hoch oben entlang felsiger Klippen. Und er führt uns immer wieder durch die Erd- und Menschheitsgeschichte: Fossilien, Römer, Kelten, Bajuwaren, Adelsgeschlechter und ihre Burgen des Mittelalters und einfach Mensch und Natur. Und wer des Wanderns müde wird, der kann auf ein Kanu umsatteln und sich auf der Altmühl gemütlich paddelnd treiben lassen und genießen.  Das alles birgt der Altmühltal Panoramaweg. Die Etappe des Premiumwanderwegs, die ich mir rauspicke ist die Etappe No. 13 und verläuft von Dietfurt nach Riedenburg. Sie ist u.a. sehr gut im Rotherwanderführer Altmühltal Panoramaweg von Eva Krötz beschrieben, misst 23 km und man überwindet auf ihr 1.420 Höhenmeter. Christian und ich wandern von dieser Etappe ca. 10 km entgegengesetzt ab. Und zwar die Schleife des Main-Donau-Kanals zwischen Riedenburg und Obereggersberg. Vorbei am Schloss Eggersberg, zur Burgruine Obereggersberg, umrunden wir die markante Flussschleife um den Speckelsberg und gehen dann zurück nach Riedenburg. Diese Route führt uns am Ende der Tour auf den „Drei-Burgen-Steig“ von Riedenburg und damit zu dem Burgen-Trio! Genau so mag ich das: Das Gute kommt zum Schluss!

Vom Teufel, den Kelten und urzeitlicher Geschichte

Wir starten die Burgentouren in Riedenburg am Parkplatz an der Stadtbrücke. Diese gilt es zu überschreiten und entlang der Wandermarkierung des Altmühltal Panoramawegs durch die Straßen von Riedenburg zu gehen, bis am Stadtrand eine Hangwiese erreicht ist. Diese ist mit Wachholderbüschen bestanden und die Markierungen weisen uns den weg hangaufwärts. Nach dem Anstieg haben wir den ersten, sagenhaften Blick auf Riedenburg und sein Burgen-Trio: Rosenburg, Rabenstein und Tachenstein. Von dort geht zur Andachtsstätte der Schneiderkapelle. Sie liegt am Ende des Aufstiegs am Hochufer und bietet Tisch und Bank für eine Rast. Erbaut wurde die Schneiderkapelle 1870 als Marienschutz für die Pferdefuhrwerke, die den Steilen Berg gen Jachenhausen regelmäßig befahren mussten. Wir lassen die Kapelle hinter uns und erreichen bald den nächste  Aussichtspunkt am Weg ist, die sog. Kanzel. Von dort blicken wir über die Verschneidung bewaldeter Hügel des Altmühltals über den Staustufen des Main-Donau-Kanals.

Riedenburg-Altmühltal-Panoramaweg - Blick nach Riedenburg vom Teufelsfelsen

Am Teufelsfelsen mit Blick zurück nach Riedenburg. Heute mit ordentlichen Windböen.

Wir wandern hier auf drei Wanderwegen: Dem Altmühltal Panoramaweg, dem Jurasteig und dem Riedenburger Fischerrei- und Naturlehrpfad. Auf einem Weg vereint führen die Beschilderungen auf Jachenhausen zu. Ein Graupelschauer begrüßt uns auf unsere ersten Meter auf freiem Feld. Wir haben den Wald inzwischen verlassen. Das nächste Ziel ist der Teufelsfelsen, eine sagenumwobene Kaltsteinklippe hoch über der Schleife der Altmühl. Hier soll einst der Teufel erst ein Kloster zerstört haben, um dann der Seelen der vorbeiziehenden Menschen habhaft zu werden. Ein kleiner Hirtenjunge bezwang den Teufel beim Mühlespiel und setzte damit dem bösen Treiben des Belzebubs ein Ende. Der seinerseits hinterließ einen Teufelstritt im Fels, als er wutentbrannt davonfuhr. Die heutige Attraktion des Teufelsfelsens, liegt in der Startrampe für Drachenflieger, der Höhle unter dem Fels und dem erwähnten Teufelstritt. Rechts neben der Startrampe sieht man bei genauer Betrachtung eine ca. 6 Meter breite und 2 Meter hohe und halbkreisförmige Wallanlage aus frühgeschichtlicher Zeit: Ein Bodendenkmal in Bayern. Die Höhle unter dem Teufelsfels ist bemerkenswert. Von außen sieht sie unspektakulär aus. Innen führt sie wannenförmig ca. 4 Meter unter den Fels. Am Ende fällt die Höhle tief ab. Eine Leiter ermöglicht hier einen Abstieg. Dabei ist eine Stirnlampe in der Höhle ein absolutes „Muss“!

Es hat inzwischen aufgehört zu graupeln, dafür bläst der Wind noch recht stark. Besonders am Teufelsfelsen. Wir setzen den Weg fort und haben zwischendurch Mühen, die Wanderwegweiser immer gleich zu entdecken. Vor unserem Abstieg nach Gundelfingen führt ein kurzer Stichweg nach links auf den Falkenhorst: Ein weiterer Aussichtsfels über dem Altmühltal. Von hier überblicken wir nun die ganze Schleife. Im Westen flussaufwärts erspähen wir auch das Neue Schloss Eggersberg, das unser nächstes Etappenziel ist. Beim kurzen Abstieg in den kleinen Ort an der Kanalbrücke geht es ein wenig steil zu. Bei Nässe erfordert das ein wenig Konzentration und Trittsicherheit. Wir haben uns für den Weg rechts der Altmühl entschieden und setzen in Gundelfingen unseren Weg über die Kanalbrücke fort. Über eine Forststraße direkt am Ufer geht es Richtung Untereggersberg. Auf der linken Seite wäre es schon auch möglich, nach Untereggersberg zu gelangen. Interessanter wäre die linke Seite allemal, da hier die Station 13 des Archäologieparks Altmühl liegt. Hier kann man u.a. Nachbauten eines eiszeitlichen Gehöfts aus dem 8. Jahrhundert vor Christus und einer frühkeltischen Siedlung zu Beginn des 5. Jahrhunderts vor Christus erkunden.

Riedenburg-Altmühltal-Panoramaweg -

Blick über die Main-Donaukanalschleife vom Falkenhorst: Mit Badesee links und dem Specklsberg.

Die Sonne zeigt sich und wir treffen vor dem Aufstieg nach Obereggersberg noch auf einen Tisch mit zwei bequemen Bänken – perfekt für eine Brotzeit. So gestärkt geht es uns gleich leichter von der Sohle, als wir den steilen Hang über eine Waldstraße erklimmen. Wir kommen südlich von Obereggersberg an und bahnen uns den kurzen Weg zum Neuen Schloss Eggersberg über Feld und durch ein Waldstück. Im Neuen Schloss Eggersberg befindet sich im Seitenbau das Hofmarkmuseum. Es beherbergt Nachbildungen vom weltweit kleinsten Dinosaurier und dem ältesten bekannten Urvogel. Die Originale wurden beide in der Umgebung im Altmühltal gefunden. Und dann ist da auch der längste Keltengürtel, der bisher gefunden wurde, im Original ausgestellt. Aber es gibt noch weit mehr intressante Kultur- und Naturgeschichte im Museum zu entdecken. Der Hauptbau ist heute Restaurant und Hotel gleichermaßen. Den Abstecher zur Burgruine Obereggersberg – einst als Veste bezeichnet – ist nach ca. 150 Metern in nördlicher Richtung geschafft. Auf einem Felssporn errichtet, sind heute nur noch wenige Mauerreste zu sehen: Buckelquader am Halsgraben und absatzförmige Grundmauern im Burgareal. Der markante Rest einer Ruine mit einer ca. vier Meter hohen Mauer gehört aber einer Barockkapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der Ausblick vom Aussichtspunkt hinter der Kapellenruine ist fabelhaft und reicht weit in beide Richtungen des Main-Donau-Kanals.

Endspurt zum Burgen-Trio

Riedenburg-Altmühltal-Panoramaweg - Ausblick von Burg Rabenstein

Blick von Burg Rabenstein über Riedenburg und ins Altmühltal.

Die letzte Etappe für heute bricht an: Von Obereggersberg nach Riedenburg. Um nach Riedenburg zurück zu gelangen, folgen wir dem Altmühltal Panoramaweg, den wir ja schon auf dem Weg nach Obereggersberg beschritten hatten. An einer Forststraßenkreuzung im Wald, nördlich des Ortes Harlanden, biegen wir rechts ab und verlassen den Premiumwanderweg. Nahe eines kleinen Umspannwerks halten auf den Mantelberg zu. Der Weg wird zum Pfad und führt uns in den Hangwald bei Riedenburg. Dort treffen wir auf eine gedeckte Holzbrücke, die den Mantelberg mit dem Jägerfels verbindet. Von dort ist es ein Katzensprung zur ersten Burg: Burg Tachenstein am Drei-Burgen-Steig von Riedenburg (3-Burgen-Steig PDF).

Entlang des Drei-Burgen-Steigs, der die drei Burgen von Riedenburg auf einer Rundtour von gut acht Kilometern verbindet, wandern wir weiter zu den Burgen Rabenstein und Rosenburg. Während wir Burg Tachestein und Burg Rabenstein noch besichtigen, bleibt uns die Rosenburg verwehrt: Geschlossen wegen Sanierungsarbeiten. Sie beherbergt eine Falknerei, ein Falknereimuseum und einen wunderschönen Arkadengang in der Hauptburg. Gut, dass ich bereits in früheren Jahren dort zu Besuch war. Bilder aus der Zeit habe ich für Euch rausgesucht. Von der Burg Rabenstein steigen wir nun nach Riedenburg ab. Ein schmaler Pfad mündet in einen gepflaserten Weg und führt uns auf immer breiter werdender Spur zum Marktplatz von Riedenburg. Dieser zeigt einmal mehr, wie einflussreich das Städtchen einst war. In Riedenburg ist es nicht schwer, eine Gaststätte für den Hunger nach der Tour zu finden. Vom Marktplatz ist es zudem nur ein Katzensprung zurück zum Ausgangspunkt der Tour durch das schöne Altmühltal mit all seiner beeindruckenden Kultur- und Naturhistorie.

Alle Bilder zur Tour

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