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Rundweg zur Ilkahöhe

Eigentlich wollen wir eine Schneeschuhtour auf das Hörnle oder den Hirschberg machen. Einschlägige Literatur meint, die Touren würden geringe Lawinengefahr aufweisen. Geringe Gefahr ist aber nicht Keine Gefahr. Das der bayerische Lawinendienst die Gefahrenstufe unterhalb 1.600 m tagsüber von 2 auf 3 steigend festlegt und wir bisher noch nie einen Lawinenkurs absolviert haben, ist für uns Grund genug, unser Vorhaben über den Haufen zu werfen.

Wir buchen kurzer Hand eine geführte Schneeschuhtour mit Lawinenkurs am Kreuzeck für ein anderes Wochenende, packen unser Zeug zusammen und fahren Richtung Tutzing am Starnberger See. Ziel ist die Ilkahöhe. Ein beliebtes Ausflugsziel – Sommer wie Winter.

Die Tour im Überblick

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Leichte Wanderung (T1)
  • Anforderungen: Kondition
  • Start/Ziel: Parkplatz Deixelfurter See
  • Distanz: 11 km • Gehzeit: 2,5 h
  • Höhenmeter: ↑ 120 m •  120 m
  • Einkehr: Forsthaus Ilkahöhe

Etappen:

    • Ilkahöhe
    • Forsthaus Ilkahöhe
    • Deixelfurter See
    • Parkplatz Deixelfurter See


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Das andere Links

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Aus dem Wald heraus, eröffnet sich eine schöne Winterlandschaft

Damit man auch das Ziel erreicht, dass man sich gesetzt hat, ist eine gute Orientierung schon wichtig. Gut, dass wir heute zu zweit waren. Zuerst finde ich diesen verflixten Parkplatz nicht. Kurve kreuz und quer durch Tutzing bis Karo schließlich ganz beiläufig meint, dass ich die nächste Straße links rauffahren müsse. Und? Genau, das war der richtige Hinweis. Parkplatz erreicht und los kann’s gehen. Dann sind wir ein Stück unterwegs, umrunden den Deixelfurter See an seinem Westufer, treffen ein wenig später auf eine Teerstraße. Hier behaupte ich mit der Karte in der Hand und einem Finger darauf, dass wir nach links müssen und dann hier wieder in den Wald und durch und dann … Karo hat ein Fragezeichen im Gesicht.

Da ich Widder bin, ist Geduld eine eher grenzwertige Tugend für mich. Da packe ich kurzer Hand die Karte ein und sage zu Karo: „Komm mit.“, während ich rechts abbiege. Karo bleibt stehen und wollte ganz entspannt wissen: „Müssen wir nicht nach links?“. Ähm … ja. „Meine ich doch, das andere Links!“ Karo grinst, ich verdrehe die Augen und schon sind wir wieder auf dem richtigen Weg.

Die Ilkahöhe

Als wir die Teerstraße dann nach rechts verlassen, laufen uns Pferde und Reiter voraus. Nicht das erste mal heute. Eine beliebte Ecke auch für Langläufer wie wir festgestellt haben. Wir kommen schließlich aus dem Wald und treffen auf eine Menge geparkter Autos am Beginn der Ilkahöhe. Drüben auf dem Hügel tummeln sich eine ganze Menge Leute. Vor allem Kinder mit ihren Schlitten und Eltern mit Glühwein, wie wir noch feststellen werden.

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Panoramablick auf die Ilkahöhe

Ilkahöhe? Der Name klingt ungewohnt. Was ist so besonders an der Ilkahöhe? Haben wir uns auch gefragt. Ich selbst bin nicht das erste Mal hier. Aber genauer informiert hatte ich mich bisher auch nicht. Die Ilkahöhe ist ein Anhöhe, ein langgezogener Hügel, der 726 m hoch ist. Sie liegt zwischen dem Ammersee und dem Starnberger See, westlich bei Tutzing. Sie ist quasi das Vermächtnis des Würmgletschers.

Woher die Ilkahöhe ihren Namen hat? Von einer Frau. Darüber klärt uns zumindest eine Anzeigetafel in dem kleinen Wäldchen auf der Ilkahöhe auf. Fürstin Ilka von Wrede (1838-1913) hatte sich im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) aufopferungsvoll für Verwundete eingesetzt. Erhielt dafür viele Auszeichnungen. Ihr zu Ehren wurde auch diese Anhöhe benannt: Ilkahöhe. Von dem einstigen achteckigen, neoromanischen Ehrentempel, steht heute nichts mehr. Er wurde zu Ehren Eduard von Hallberg – Begründer der Deutschen-Verlags-Anstalt (DVA) – errichtet und 1970 abgerissen, da extrem baufällig.

Den Käsekuchen mag ich nicht

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Forsthaus Ilkahöhe und die Kirche St. Nikolaus.

Von der Ilkahöhe hat man grundsätzlich einen fabelhaften Blick auf die Alpenkette. Von den Chiemgauer Alpen bis zum Wettersteingebirge. Nur eben heute nicht. Alles ist wolkenverhangen und die Sonne schafft es nicht, sie zu durchbrechen. Wir beschließen abzusteigen und im Forsthaus Ilkahöhe einzukehren. Das Forsthaus gehört zu dem Gut Ilkahöhe, das Eigenjagdrecht besitzt und daher auch das Forsthaus. Das hat allerdings bis März Betriebsferien, aber ausnahmsweise an den Wochenendtagen geöffnet. Mit Notbesetzung wie wir merken. Der Service ist der reinste Zeitfresser. Der Kaffee ist fast geleert da kommt der Käsekuchen … Den Käsekuchen mag ich nicht. Geschmack und Konsistenz … naja, wir müssen eh weiter, die Sonne geht in einer knappen Stunde unter.

Der Rückweg führt uns unterhalb der Ilkahöhe zurück in den Wald und schließlich an den Deixelfurter See. Hier ist alles zugefroren und wir bewegen uns zwischen See und kleinen Tümpeln, die als Angelgewässer ausgewiesen sind. Zwischendurch komme ich noch auf die glorreiche Idee, dass Karo und ich doch mal unsere Oberbekleidung auf Schneetauglichkeit testen könnten. Und so lassen wir einige Baumlawinen auf uns herab prasseln. Test bestanden aber abgebrochen, nachdem ich eine Ladung Schnee direkt ins Gesicht bekam.

Wir bewundern noch eine Weile die romantische Winterszenerie bei Sonnenuntergang und verabschieden uns schließlich vom Deixelfurter See und der wundervollen Rundtour zur Ilkahöhe. Vielleicht machen wir die Runde im Sommer noch mal. Dann aber ausgedehnter und hoffentlich mit dem versprochenen Alpenpanorama. Und vielleicht testen wir dann den Biergarten des Forsthauses Ilkahöhe an. Da kann man ja eigentlich nix verkehrt machen.

Alle Bilder zur Tour

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schrieb er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, es ist seine Lebenseinstellung.

Website: http://www.luftschubser.de

4 Kommentare

  1. Angelica Antwort

    Hey Ihr zwei „Schneehasen“
    Locker und leicht geschrieben und dazu noch diese wunderschönen Wintereindrücke. Gefällt.
    Macht Ihr uns hier im Rheinland ruhig die Nase lang…
    By the Way… das mit der Ungeduld ist mir nicht ganz unbekannt. Und wenn das mit dem Schnee hier in den nächsten Wochen nix gibt, fahr ich ihm einfach entgegen 😉
    Es grüßt ein Widder aus Bonn
    Angelica

    1. Alex

      Hey Angelica,

      vielen Dank für das positive Feedback. Übung macht den Meister.
      Wie soll ich sagen: Bei uns ist Schneegestöber angesagt und bei Euch Regen, so wie es aussieht. Aber ein Widder findet immer einen Weg. 🙂

      Grüße von den „Schneehasen“!

  2. Karin Antwort

    Vielen Dank für die Erwähnung des Forsthauses Ilkahöhe! Das Forsthaus wurde im September 2015 unter neuer Leitung nach kompletter Renovierung wiedereröffnet. Es gibt auch eine neue Homepage – daher stimmt Euer Link auf das Forsthaus nicht mehr. Die neue Webseite heißt http://www.restaurant-ilkahoehe.de. Geöffnet Mittwoch bis Montag von 12 Uhr bis 22 Uhr. Der Biergarten hat bei schönem Wetter auch am Dienstag geöffnet!

    1. Alex

      Hallo Karin,
      spät meine Antwort, aber den Link habe ich natürlich bereits aktualisiert.

      VG
      Alex

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