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Abenteuer Nordrandweg – Albsteig HW1 auf der Schwäbischen Alb – Etappe 1/3

Heute geht es also los! Christian und ich machen uns von München per Flixbus auf den Weg nach Bad Urach, um unsere jährliche Mehrtagestour am Albsteig auf der Schwäbischen Alb zu absolvieren. Letztes Jahr waren wir unterwegs auf dem Fränkischen Gebirgsweg im Fichtelgebirge. Das Abenteuer hatte uns Petrus sauber verregnet. Hoffentlich haben wir dieses Jahr mehr Glück. Ich wünsche mir ein wenig Sonne, kühle Wandertemperaturen und wenn’s irgend geht: kein Regen. Na mal sehen wie es wird.
Auf unserer ersten Etappe am Albsteig werden wir erstmal aus dem Flixbus hüpfen und zu unserer Unterkunft, dem Naturfreundehaus Seltbachhaus gehen, um dort einzuchecken. Danach wollen wir noch eine Runde über die Burg Hohenurach, zum Uracher Wasserfall und einen Einkehrschwung machen. Am nächsten Tag geht es dann richtig los: Wir gehen durch die schöne Stadt Bad Urach, über Hülben, entlang des Albtraufs zur Burg Hohenneuffen und bis nach Owen. Tagesziel ist die Burg Teck über Owen. Aber alles ganz gemütlich. 

Langsam do kommd au hoim – abbr  hald a Schdond schbädr.

Schwäbisches Sprichwort

DIE TOUR IM ÜBERBLICK

Tourensteckbrief – Etappe 1 (Tag 1 & 2):

Tag 1 – 8,5 km – (Gehzeiten kumuliert):

  • Burg Hohenurach (0:30 h)
  • Wasserfall Bad Urach (1:00 h)
  • Maisentalstüble (1:30 h)
  • Seltbachhaus (2:15 h)
Tag 2  – 26 km – (Gehzeiten kumuliert):

  • Hülbener Brille (2:35 h)
  • Burg Hohenneuffen (3:10 h)
  • Brucker Fels (4:45 h)
  • Whisky Destillerie Gruel (5:35 h)
  • Burg Teck (6:30 h)
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Tag 1 auf dem Albsteig – unser Abenteuer kann starten

Am Bahnhof in Bad Urach steigen wir aus dem Bus, orientieren uns kurz und wandern dann in der warmen Herbstsonne los. Zu Beginn erklimmen wir den Tiergartenberg in steilen Serpentinen Richtung Höhen-Freibad. Das Freibad umrunden wir unterhalb und stehen kurz nach 15:00 Uhr am Seltbachhaus. Es ist geschlossen und die Fensterläden sind verrammelt. Mir kommen grade so meine Zweifel, ob ich bei der Buchung der Unterkunft alles richtig gemacht habe, als Frau Bellon, die gute Seele des Naturfreundehauses, vom Parkplatz auf uns zukommt und das Haus für uns aufsperrt. Das Seltbachhaus ist ein Selbstversorgerhaus. Bewirtschaftet ist es nur am Wochenende. Da die Saison schon vorüber ist, werden wir heute dort ganz alleine übernachten. Als wir mit Frau Bellon alles geklärt haben, halten wir noch einen kleinen Plausch mit ihr. Eine vielbeschäftigte Frau: Sie ist Pflegerin zum einen und Verwalterin des Seltbachhauses zum anderen. Damit nicht genug: Wenn wir alle noch schlafen, trägt Sie um fünf Uhr morgens bereits Zeitungen aus … Junge, Junge.

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Nordflügel Hohenurach

Hochaufragender Mauerrest des Nordflügels in der Kernburg.

Nachdem wir uns ein Zimmer, mit Burgblick natürlich, ausgesucht und uns eingerichtet haben, machen wir uns auf den Weg. Wir wollen an diesem Nachmittag noch zur Burg Hohenurach und zum Uracher Wasserfall. Eine kleine Runde von ca. acht Kilometern, die wir ohne Gepäck, nur mit Kamera in Angriff nehmen. Vom Naturfreundehaus geht es über den Seltbachweg Richtung Süden, durch den Herbstwald. Christian raschelt immer gerne durch das Herbstlaub am Boden. Also rascheln wir um den Taleinschnitt herum und treffen auf den Albsteig. Der Abstecher zur Burg Hohenurach führt von hier steil bergauf. Wir schnaufen nun mehr, als wir rascheln. Und dann stehen wir vor den Toren der Burg Hohenurach. Sie ist eine Höhenburg, die auf einem 692 m hohen Gipfel thront. Sie entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts (romanischer Baubestand). Im 15. Jahrhundert wurde sie modernisiert und im 16. Jahrhundert wurde die Burg zur Festung ausgebaut. 1761 wurde sie aufgegeben und verkam zur Ruine. Dennoch eine wirklich spannende und wundervolle Burgruine: Es gibt viele Räume und Gewölbe zu erkunden. Daher empfehle ich, eine Taschen- oder Stirnlampe mitzunehmen. Wir sitzen auf sehr bequemen Bänken in der Vorburg und lassen uns ein wenig die Herbstsonne auf den Pelz brennen, bevor wir die Kernburg erobern. Von dort hat man einen fabelhaften Blick in die Umgebung und über Bad Urach.

Nach dem Abstieg von Burg Hohenurach, treffen wir auf den Albsteig und folgen ihm bis zum Uracher Wasserfall. Der Weg dorthin ist eine bequeme Forststraße. Nahe der Burg passieren wir die Schutzhütte Kreuzhütte, eine von rund 25 Unterständen am Albsteig. Kurz vor dem Wasserfall verlassen wir die Forststraße und gelangen über einen Pfad zum Wasserfallhaus: eine Jausenstation mit Biergarten. Der Bühlbach fließt in der Nähe am Wasserfallhaus vorüber, wird von einer kleinen Brücke überspannt und stürzt sich knapp danach als Uracher Wasserfall von der Abbruchkante wild in die Tiefe. Links und rechts neben der Abbruchkante kann man den Wasserfall von oben ablichten und bestaunen. Hier verlassen wir den Albsteig und steigen über einen gewundenen und auch treppenbestandenen Pfad ins Bühlbachtal ab. Der Pfad führt uns dabei immer wieder an den Wasserfall heran. Der Blick aus dem Tal auf den Wasserfall ist schon recht spektakulär. Hätten wir eine weniger trockene Zeit erwischt, würde er sicher noch wilder in die Tiefe rauschen, denke ich bei mir, als wir schon unterwegs ins Maisental und zum Maisenstüble sind. Dort gibt es für uns noch eine Stärkung in sinkenden der Abendsonne. Nach dem Schnitzel umrunden wir den Burgberg und wandern zurück zum Seltbachhaus. Die Nacht allein im Haus, tief im Wald, ist spannend. Es knarzt hier und da im Haus. Ein Käuzchen macht es sich neben unserem Fenster in einem Baum bequem und fängt an zu rufen. Und immer wieder raschelt es im Wald. Fast ein wenig unheimlich … unheimlich schnell schlafen wir allerdings auch ein.

Alle Bilder des ersten Tages

Tag 2 auf dem Albsteig – Jetzt geht’s richtig los!

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Marktplatz Bad Urach

Der malerische Marktplatz in Bad Urach am Morgen.

Am nächsten Morgen pudern wir uns kurz das Näschen, packen zusammen und sind schnell auf dem Weg, zurück nach Bad Urach. Ich möchte hier nicht dem Albsteig folgen, der leider leider um die Altstadt herum führt und nicht durch die schönen Gassen und über den malerischen Marktplatz. Wir gehen also bis zum Residenzschloss Urach. Das Schloss wurde um 1443 auf den Resten einer vorangegangenen Wasserburg aus dem 11. Jahrhundert erbaut und fasziniert aufgrund seines markanten Fachwerkbaus. Gegenüber befindet sich ein Bäckerladen mit Namen Brezelbäck. Wir stürmen den gemütlichen und modernen Laden und bekommen ein fabelhaftes Frühstück: Ich wähle vorsichtshalber ein Fitness-Frühstück. Da ich aber schon Hummeln im Hintern habe, bleiben wir nicht lange. Wir wollen noch unbedingt im Reformhaus am Marktplatz vorbeischauen. Frau Göth, die Inhaberin, hat uns im Vorfeld auf Facebook Unterstützung versprochen. So werden wir jeder mit einer Tube Fußbalsam für unsere lange Tour am Albsteig versorgt: Ganz tolle Geschichte – herzlichen Dank!!!
Bad Urach hieß im Übrigen bis 1983 „nur“ Urach. Dann wurde es als Luftkurort mit Thermenbad anerkannt und darf sich fortan Bad Urach nennen. Eine Besiedlung der Gegend um Bad Urach reicht sogar bis in die Spätantike zurück. Auf dem nahen Rundberg hat man konkrete Spuren einer alamannischen Höhensiedlung gefunden. Urach wurde erstmals im 11. Jahrhundert als Urach an der Elsach bei Reutlingen erwähnt. Allerdings um 1225 von den Grafen von Urach neu angelegt – unterhalb der Burg Hohenurach. Herausragend ist der spätmittelalterliche Marktplatz mit Rathaus und die angrenzenden Fachwerkhäuser aus dem 15./16. Jahrhundert. Das sollte man sich nicht entgehen lassen. Warum der Albsteig seine Wanderer hier nicht durchführt ist mir ein Rätsel.

Wir verlassen Bad Urach und steigen über das Mauchental hinauf zum Rappenfels. Als wir aus dem Wald heraustreten stehen wir in der morgenlichen Herbstsonne und können gleich unsere Jacken ausziehen. Es ist einfach herrlich warm und wir wandern jetzt auf der Hochebene nach Hülben weiter. Das macht so richtig Spaß und ich kann mir gut vorstellen, dass es auch im Frühling herrlich sein muss, wenn die Welt in frischem Grün steht und „neues Leben“ erfrischt. Wir erreichen Hülben, einen kleinen Ort, der erstmals 1137 urkundlich erwähnt wurde. Er ist sauber und scheint nicht weiter auffällig. Der Albsteig führt uns an dem markanten Bau der „Alten Schule“ vorbei. Erwähnenswert ist dabei, dass Wilhelm Busch hier seine Ferien verbrachte. Seine Mutter stammte aus Hülben. Busch spricht von dem alten Schulhaus, das ihm wie ein altes Schloss erschien. Tatsächlich war es Schule, Lehrerwohnung und Bauernhof in einem. Eine andere Anekdote ist recht amüsant: Es wurde den Hülbenern im Mittelalter ein eher nicht so schicklicher Lebenswandel nachgesagt. Es findet sich nämlich im Stammbuch von Hülben im Jahr 1278 folgender Eintrag: „Ein gar eigenbrötlerisches, zuweilen auch störrisches Bergvolk, das der Trunkenheit und der Weiberei nicht abgeneigt ist.„!

Der Albtrauf am Nordrandweg

Wir müssen weiter und verlassen Hülben am nördlichen Ortsausgang, um kurz darauf nach Westen abzubiegen. Hier treffen wir auf ein nettes Ehepaar aus Reutlingen, mit dem wir teilweise immer wieder gemeinsam bis zur Burg Hohenneuffen wandern und quatschen werden. Wir treffen hier auch auf den Flugplatz von Hülben, der dem Verein Fliegergruppe Hülben e.V. untersteht. Aktuell ist hier aber nix zu los und wir lassen den Flugplatz schnell hinter uns. Der Weg führt uns bald durch den Wald, bald am Waldsaum weiter voran durch die Kernzone des Biosphärengebiet Schwäbische Alb. An einem recht ungewöhnlichen Kunstobjket aus Metall halten wir dann inne: Die Hülbener Brille ist eine überdimensionale und verdrehte Brillenstruktur, die uns den ersten Blick auf die Burg Hohenneuffen ermöglicht. Die Brille stammt aus dem Jahr 2000 und ist von dem ortsansässigen Künstler Karl Schwarz. Sie wurde auf einem ehemaligen Steinbruchgelände direkt am Albtrauf platziert. Der Albtrauf ist schlicht gesagt die nördliche Abbruchkante der Schwäbischen Alb. Die Alb hat eine Ausdehnung von ca. 180 km Länge und bis zu 40 km Breite. Während sie im Süden eher sanft ansteigt, fällt sie an ihrer nordwestlichen Begrenzung in steilen Fels(Schicht)stufen ab: der Albtrauf. Der verläuft von südwest nach nordost. Entlang der mal mehr mal weniger zerklüfteten Abbruchkante des Albtraufs, führt der sogenannte Nordrandweg – der Albseig HW1. Die Landschaft, mal sanft, mal wildromantisch, die markanten Burgen, die die Geologie des Albtraus zu ihrem Vorteil nutzten – wie z.B. Hohenneuffen, Burg Teck und Reußenstein – und die Natur mit ihrem Pflanzen- und Tierreichtum machen den Wanderweg zu einem spannenden Abenteuer ohne Risiko. Und sind wir mal ehrlich: Nordrandweg – das klingt doch schon richtig nach Abenteuer, oder?

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Der Burghund Hohenneuffen

Der Burgherr auf Hohenneuffen ist in Wahrheit ein Hund.

So wandern wir entlang der Abbruchkante des Albtraufs und können auch die Felsabbrüche, Gesteinstufen und -falten aus nächster Nähe betrachten. Kurz vor der Burg Hohenneuffen machen wir einen kurzen Abstechter zu einem ehemaligen Vulkanschlot, dem Molach. Auf der Hochebene der Schwäbischen Alb gibt es viele solcher trichterförmigen Mulden wie das Molachermaar, die aus der Tertiärzeit stammen und vor rund 15 Millionen Jahren durch rege Vulkantätigkeit entstanden. Wir bekommen eine buschbestandene große Mulde zu sehen, die zugewachsen und wässrig mitten auf einer Wiesenfläche in der Sonne liegt. Wer würde da einen feuerspeienden Vulkanschlot vermuten? Da die mächtige Burg Hohenneuffen aber in unmittelbarer Nähe auf uns wartet, halte ich es nicht lange an dem ehemaligen Vulkan aus. Wir gehen zügig weiter und treffen auf einen von vielen Startplätzen für Gleitschirmflieger, die sich beinahe am Albtrauf wie Perlen auf einer Kette auffädeln. Der Blick von dem Startplatz über den Ort Neuffen und zur Burg Hohenneuffen ist grandios. An der Burg angekommen, gibt’s erst einmal eine Stärkung: Spätzle und Linsen mit Saitenwürstle – lecker! Das denkt sich auch der Burgherr, seines Zeichens Riesenschnauzer, und legt sich einfach zu uns geduldig unter den Tisch, in der Hoffnung einen Happen abzubekommen. Die Burg Hohenneuffen liegt auf 743 m Höhe und überragt die Orte Neuffen und Beuren. Hohenneuffen war schon im Altertum besiedelt, als eine Art Außenposten der keltischen Heidengraben-Schanze. Erste Bauten einer Burg werden auf das  6. bis 8. Jahrhundert datiert. Die Burg Hohenneuffen selbst wurde um 1110-1120 gegründet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie bis hin zur Festung ausgebaut. Im Jahr 1801 gab man sie für den Abbruch frei. Der Ausblick von der Burg reicht weit ins Land, bis nach Stuttgart. Bei guter Sicht ist der erste Funkturm der Welt, der Stuttgarter Funkturm, gut erkennbar.

Wir lassen die Burg Hohenneuffen hinter uns und halten auf Erkenbrechtsweiler zu. Nachdem wir die Ortschaft durchschreiten und hinter uns lassen, treffen wir auf Spuren der Kelten. Die halbinselartige Hochebene Erkenbrechtsweiler wurde durch Pfostenschlitzmauern mit vorgelagerten Gräben gesichert – genannt Heidengraben. Bei Erkenbrechtsweiler passieren wir eine Rekonstruktion eines sog. Zangentors einer solchen Keltenschanze. Eine Info-Tafel erklärt die Bauweise dieser keltischen Konstruktionen im Süddeutschen Raum. Im weiteren Verlauf führt uns der Albsteig dann auch durch den eigentlichen Heidengraben und wir steigen im Wald auf einen neuen Berg hinauf. Dieser fällt nach Norden hin in einem Felsabbruch ab – die sog. Bassgeige. Dort ist auch der Brucker Fels. Ein Aussichtsfels, der uns unser heutiges Tagesziel zeigt: Owen und darüber die Burg Teck. An dem Felssporn des Brucker Fels‘ finden sich Reste zweier Steingebäude, die mittelalterlichen Urspungs sein sollen. Naja, Reste wäre zuviel gesagt: Es sind nur noch Bodenunebenheiten sichtbar. Es wird vermutet, dass sie Teil einer mittelalterlichen Wehranlage auf der Bassgeige waren. Genaueres ist allerdings nicht bekannt. Wir unterhalten uns noch mit einem alten Herrn in den 80ern, der den Brucker Fels regelmäßig erklimmt und viel erzählen kann, bevor wir den Abstieg nach Owen antreten. Es wartet noch ein kleines Highlight in Owen auf uns!

Whisky gut, alles gut!

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Bei der Whiskyverkostung

Sehr feine Tröpfchen: Bei der Verkostung des Tecker Whiskys.

Der Abstieg nach Owen führt zuerst entlang der Felswände der Bassgeige steil bergab. Danach wird es flacher und wir laufen kurz vor dem Ort durch einen Apfelhain. Der Albsteig führt uns zwar nicht am alten Schloss von Owen vorbei  – es wurde 1332 erbaut und beherbergt seit 1990 eine Musikschule – und auch nicht an den drei Whisky-Destillerien in Owen, aber wir machen den kleinen Umweg gerne. Owen gilt als schwäbische Whisky-Hochburg mit Qualitätswhisky und wir haben uns mit einem der drei Whisky-Brenner verabredet. Immanuel Gruel ist ein junger Whiskybrenner, der mit viel Leidenschaft sein Handwerk betreibt. Das spüren wir spätestens, als wir im Lager mit vielen neuen und alten Fässern stehen. Immanuel hat viel interessantes zu erzählen. Das macht auch richtig Lust auf eine Verkostung und die bekommen wir dann auch. Nach kleinen Kostproben seiner Tecker, wie sein Whiskymarke heißt, bekommen wir leicht rote Bäckchen. Da sind wirklich erlesene Tropfen dabei! Nach knapp zwei Stunden müssen wir uns aber wieder trennen, denn wir haben noch den Teckberg zu erklimmen. Unser Ziel ist die Burg Teck, das Wanderheim.

Draußen ist die Dämmerung schon in vollem Gange und wir bahnen uns den Weg zurück auf den Albsteig und durch Owen hindurch. Immanuel hätte uns auch ein Stück gefahren. Das lässt aber unser Wandererstolz nicht zu. Den werde ich eine halbe Stunde später auch ordentlich verfluchen! Wir steigen über einen alten Wanderweg des Albvereins den Teckberg hinauf. Der Weg versprach uns, dass er kürzer sei als der Albsteig. Dummerweise verfransen wir uns bald, da irgendwann die Markierungen fehlen. Und so müssen wir uns einen Steilhang hinauf und durch Dickicht schlagen, bis wir im Dunkel des Abends endlich wieder auf eine Straße treffen. Von dort geht es über einen Parkplatz weiter entlang eines markierten Wanderwegs. Es ist stockdunkel und wir haben immerhin eine Stirnlampe dabei. Eigentlich wäre jetzt ja alles gut: Wir sind auf einem markierten Weg und haben Licht. Aber wir haben gar keinen Bock mehr auf Abenteuer in der Finsternis! Wir haben Hunger und wollen endlich ankommen. Das tun wir auch schließlich und schreiten kurz nach 20 Uhr durch das Burgtor: geschafft – aber halt eine Stunde später als geplant! So beschließen wir den Tag mit Zwiebelkuchen und einem Bier. Vor dem Einschlafen kommt auch noch das Fußbalsam zum Einsatz. Und auch diese Nacht hören wir den Ruf des Käuzchens aus dem Wald unterhalb der Burg.

Alle Bilder des zweiten Tages


Die Gesamtübersicht unserer Etappen auf dem Albsteig findest Du hier.

Hinweis – Werbung – gesponserter Beitrag:
Unsere Tour auf dem Albsteig wurde unterstützt vom Schwäbische Alb Tourismus.

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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