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Abenteuer Nordrandweg – Albsteig HW1 auf der Schwäbischen Alb – Etappe 2/3

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Die ersten Sonnenstrahlen spitzen durch das Fenster in unser Zimmer auf Burg Teck. Ein Blick durch das offene Fenster eröffnet ein Panorama über das Tal östlich der Burg auf Bissingen. Von hier oben habe ich das Gefühl, als ob ich der Welt ein wenig entrückt bin und sie erst langsam erwacht. Ich finde das traumhaft: Stehe am Fenster einer Burg, blicke über das Tal und die Dörfer weit unten und atme tief durch. Das ist schon etwas völlig anderes auf einer Burg zu übernachten und „oben“ den neuen Morgen zu begrüßen, als auf einer Wanderung eine Burg für einige Augenblicke zu erkunden.
Der dritte Tag auf dem Albsteig ist also genau so freundlich und sonnig wie die beiden voran gegangenen Tage: super! Christian und ich werden heute bis zum Gasthof Bläsiberg wandern. Unterwegs erwarten uns die Burgen Rauber und Reußenstein, das Randecker Maar, der Heimenstein und der Neidlinger Wasserfall. Und noch einiges mehr.

Jo, au s’Wassr isch nemme so nass wia friar.

Schwäbisches Sprichwort

DIE TOUR IM ÜBERBLICK

Tourensteckbrief – Etappe 2 (Tag 3):

  • Charakter: Wandern (T1)
  • Anforderungen: Kondition
  • Start/Ziel: Burg Teck / Gasthof Bläsiberg
  • Distanz: 20,5 km • Gehzeit: 5:15 h
  • Höhenmeter:880  m • 890 m
  • Einkehr unterwegs: Ziegelhütte • Gasthof Bläsiberg
  • Unterkunft: Gasthof Bläsiberg

Etappen (Gehzeiten kumuliert):

  • Burg Rauber (0:50 h)
  • Breitenstein (1:50 h)
  • Heimenstein (3:00 h)
  • Burg Reußenstein (4:20 h)
  • Gasthof Bläsiberg (5:15 h)
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TAG 3 AUF DEM ALBSTEIG – Sibylle, die Römer und Die Segelfliegerei

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Innere Torbereich Burg Teck

Innenansicht des Torbereichs auf Burg Teck.

Nach dem Frühstück packen wir unseren Kram zusammen und drehen noch eine Runde im Burgareal. Die Burg Teck sitzt einfach perfekt auf dem Teckberg. Sie wurde erstmals 1152 in einem Vertrag erwähnt. Der markante Rundturm stammt allerdings aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und wurde als Aussichtsturm errichtet. Wir verabschieden uns noch von den Wirtsleuten, die Familie Bogner, und stapfen dann einen Augenblick später schon durch die Torauffahrt aus der Burg hinaus. Vom Burgtor führt ein Weg links weg, entlang des Burgfelsens, bis zum Sibyllenloch. Die Höhle und die Burg Teck gehören seit 1941 dem Schwäbischen Alb Verein. Daran erinnert eine Bronzetafel, die den kurzen Aufstieg zum Eingang des Sibyllenlochs flankiert. Als alte Bergsteiger kraxeln wir natürlich sofort den Fels hinauf und in die Höhle hinein.
Einst soll die schöne und weise Frau Sibylle in dieser Höhle gelebt haben. Sie tat den Menschen im viel Gutes, nur ihre drei Söhne waren üble Burschen. Unholde, Rauf- und Saufbolde waren sie allesamt. Lange blieben sie nicht bei ihrer Mutter. Ein jeder baute sich eine Burg in der Nähe: Burg Rauber, die Diepoldsburg und Burg Wielandstein. Sie hausten auf ihren Burgen, tyrannisierten die Bauern im Tal und überfielen die vorbeiziehenden Kaufmannszüge. Ihrer Mutter machten sie so sehr viel Kummer, dass diese beschloss ihr unterirdisches Schloss verlassen. Auf einem goldenen Wagen, der von zwei riesigen Katzen gezogen wurde, fuhr sie eines Abends hinab ins Tal und durch die Lüfte davon. Die Spur die ihr Wagen zog ist heute noch deutlich zu sehen. Die Wiesen sind dort grüner, das Korn ist üppiger und das Obst ist saftiger und süßer. Die Spur ihres Wagens wird heute noch die Sibyllenspur genannt. Tatsächlich wurde 1982 bei Grabungen herausgefunden, dass die sog. Sibyllenspur Reste des römischen Limes im Lautertal sind. Der Limes war von zwei Gräben flankiert, die nach Aufgabe über die lange Zeit mit Kalkstein und Erde aufgefüllt wurden. Dies ist der Grund für das üppige Wachstum auf dieser Spur.

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Ausblick zur Bassgeige vom Gelben Fels.

Blick hinüber zur Bassgeige vom Gelben Fels.

Das mit den drei Burgen interessiert mich natürlich brennend. Also sind wir schon wieder auf dem Albsteig und wandern den Teckberg entlang Richtung Süden. Kurze Zeit später treffen wir völlig unerwartet auf eine große Hinweistafel, die links am Weg prangt. Sie weist auf den Startplatz Gelber Fels hin. Wie Startplatz? Tatsächlich war hier auf dem Teckberg ein kleiner Flugplatz. Auf der Schwäbischen Alb wurde 1934 genau hier durch die Fliegerlandesgruppe IX der Startplatz Gelber Fels und eine Halle errichtet. Bei Ost- und Westwind herrschten ideale Flugbedingungen für Gleit- und Segelflieger. Die Flughalle wurde1946 nach dem Krieg abgerissen. Nachdem der Segelflug in Deutschland  und auf der Schäbischen Alb wieder zugelassen wurde, kehrte der Flugbetrieb auf dem Teckberg nur kurz zurück. Bald wurden die Segelflieger per Windenstart oder Schlepper in die Lüfte gezogen, so dass der Start von einem Berg nicht mehr notwendig war. Viel zeugt nicht mehr von dem ehemaligen Flugplatz. Lediglich die Grundmauerung der Flughalle ist noch erkennbar. Manchmal wünsche ich mir unterwegs schon über den Baumwipfeln fliegen zu können! Den Albsteig, die Schwäbische Alb und ihre Burgen aus der Vogelperspektive sehen zu können, wäre einfach spannend! Die Aussicht vom Aussichtsfels Gelber Fels ist auch spannend. Der Blick schweift über Unter- und Oberlenningen und zur Bassgeige gegenüber, an deren Flanke wir am Vortag entlang gewandert waren.

Wie wir an die Zahnpasta von Karins und Alfreds Enkel kommen

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Burg auber

Brücke und Burgtor der Burganlage Rauber (Untere Diepoldsburg)

Vom Aussichtsfels geht es weiter auf dem Albsteig, durch den Wald auf dem Teckberg. Der Weg hier oben ist ein Pfad nach meinem Geschmack: Mal über Stock und Stein, mal weich über das gefallene Herbstlaub. Der Weg schlängelt sich langsam bergab und mündet auf dem Sattelbogen. Der ist 609 m hoch und verbindet die Täler von Oberlenningen und Bissingen, die durch den Teckberg voneinander getrennt sind. Er ist quasi ein kleiner Pass im Mittelgebirge Schwäbischen Alb. Vom Sattelbogen geht es erst sanft, dann immer steiler bergauf in Richtung Burg Rauber. Die Passage hat fast etwas alpines, weil wir über Stock und Stein und in Serpentinen aufsteigen. Und dann treffen wir auf eine Weggabelung, wählen den rechten Weg, der den Burgfels der Burg Rauber südlich umrundet. Der Albsteig wäre der linke Weg gewesen. Naja, zum Glück treffen beide Wege nach einem letzten steilen Anstieg an der Brücke am Burgtor der Burg Rauber wieder zusammen. Die Burg, auch Untere Diepoldsburg genannt, wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut und erstmals 1210 in einer Urkunde erwähnt. Zur Ruine verkam sie bereist im 16. Jahrhundert. Mitte der 1960er Jahre wurde sie restauriert. Den Beinamen Rauber leitet man heute von ihrer Nutzung als Raubritterburg. Na geht Euch ein Licht auf? Genau, damit muss wohl einer der Söhne Sibylles als Burgherr gemeint sein. Die Burganlage ist im Herbst wirklich malerisch, wenn das orangefarbene Laub am Boden wie ein warmer Teppich wirkt. An der Nordwand wuchert viel Efeu, das scheinbar unzählige Admiralschmetterlinge anzieht. Denn die kleinen Flattermänner sind dort überall und lassen sich von uns gar nicht aus der Ruhe bringen. Hier ist es einfach schön und so verbringen wir einen Müsliriegel lang eine Pause in der Burg. Der Ruine ist auch ein Picknickplatz vorgelagert. Empfiehlt sich also absolut für einen Familienausflug.

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Bei Karin und Alfred

In Ochsenwang helfen uns Karin und Alfred aus der Klemme.

Und wenn ich von einer Unteren Diepoldsburg spreche, dann muss es doch auch eine Obere Diepoldsburg geben, oder? Richtig! Nur ist mir das im Moment, in dem wir zurück auf den Albsteig gehen um weiterzuwandern nicht klar. Die Obere Diepoldsburg liegt auf der Kammkrone, eben oberhalb der Unteren Diepoldsburg. Ein Pfad, der parallel zum Albsteig verläuft und an seinen beiden Ende in diesen mündet, führt über das Burgareal. Es gibt aber nicht viel zu sehen außer den Resten einer Schildmauer … hab ich gelesen. Ärgern muss ich mich da aber trotzdem! Dass ich die Anlage verpasst habe, wie kann das nur passieren?! Der Albsteig führt uns bald an einem denkmalgeschützten, sehr alten und kleinen Friedhof vorüber, dessen Umfassungsmauer nicht mal kniehoch aber mit einem rostigen Zaun gekrönt ist. Er gehört zu dem nahen Gehöft Diepoldsburg. Wir laufen im Wald unter weit ausladenden Bäumen entlang und treffen schließlich auf die schmale Teerstraße, die zwischen dem Gehöft Diepoldsburg und Ochsenwang verläuft. So erreichen wir Ochsenwang. Und weil mir die Batterien für das GPS-Gerät ausgehen und auch unserer Zahnpasta fast aufgebraucht ist, wollen wir in Ochsenwang den örtlichen Supermarkt aufsuchen und einkaufen. Wir verlassen den Albsteig, der Ochsenwang eigentlich in einem weiten Bogen von West nach Ost umspannt und suchen einige Zeit im Ort nach einem Markt. Finden können wir den aber nicht. Auch nicht auf dem Ortsplan. Kurzerhand frage ich einfach einen Mann, der gerade in einem Schuppen arbeitet. Der lächelt uns verschmitzt an und meint, dass es im Ort gar keinen Laden gibt. Der nächste Supermarkt wäre in Neidlingen. Jetzt muss man wissen, dass uns der Abstecher nach Neidlingen sicher drei zusätzliche Wanderstunden kosten würde. Verzwickte Lage: Wir sind ja ohne mein GPS und ohne Zahnpaste gar nicht lebensfähig. Hätte ich besser im Rother Wanderführer Albsteig nachgesehen, dann wäre mir klar geworden, dass Owen und Gingen an der Fils keine Einkaufsmöglichkeit mehr kommt. Aber Alfred, so heisst der pfiffige und sympathische Mann, also Alfred meint, wir sollen ihm grad mal folgen, denn er wolle mal sehen, was seine Frau so zuhause auf Vorrat hat. Und so lernen wir nicht nur Karin, seine Ehefrau kennen, wir bekommen auch ein Paar Batterien und die Zahnpasta ihres Enkels (Kinderzahnpaste 6+). Schließlich unterhalten wir uns noch eine ganze Weile mit den beiden, während Alfred das Gemeindebuch aus dem Haus holt und mir einiges über die Burgen der Umgebung zeigen kann. Die beiden sind ausgesprochen hilfsbereit und liebenswürdig.

Auf der Suche nach dem Goldschatz

Wir verabschieden uns schließlich und laufen weiter und bahnen uns den Weg durch den Ort in Richtung Breitenstein, einem sehr beliebten Ausflugsziel. Der Aussichtsfels ist seinem Namen treu, denn er zieht sich in einem sanften Bogen über 200 Meter von West nach Ost und gibt ein sagenhaftes Panorama preis. Wir stehen auf 811 Metern Höhe auf einem Geotop und Naturdenkmal. 1,5 km weiter östlich auf dem Albsteig treffen wir dann auf die Anhöhe Auchert. Die ist 814 m hoch und gibt sogar noch einen fabelhafteren Blick über den Breitenstein und rüber zur Burg Teck preis. So stell ich mir die Schwäbische Alb eben vor! Nach einem sanften Gegenanstieg in der warmen Herbstsonne führt uns der Albsteig dann um das Randecker Maar herum. Das Randecker Maar ist eine große Senke und ehemaliger Vulkanschlot. Sein Alter wird auf 17 Millionen Jahre datiert, seine Ausdehnung beträgt 1,2 km. Das nationale Geotop hat nicht nur unzählige Fossilfunde zum Vorschein gebracht, es hat auch große Bedeutung für die Zugvögel. Dieser Taleinschnitt erleichtert den Vögeln auf ihrem Zug den Höhenunterschied von ca. 500 Metern zwischen Albvorland und der Albhochfläche zu überwinden. Ganz zur Freude der Ornitologen, die quasi auf Augenhöhe die vorbeiziehenden Vögel beobachten können. Uns wurde geraten, unbedingt Halt an der Ziegelhütte zu machen, denn der selbstgemachte Käse sei ein Gedicht. Als wir davor stehen müssen wir feststellen, dass die Jausenstation leider noch geschlossen ist. Der Laden öffnet erst um 15:00 Uhr. Also müssten wir eine Stunde warten, was leider für unser Tagespensum zu lange wäre. Wir müssen schweren Herzens weiterziehen.

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Info-Tafel Randecker Maar

Aussichtspunkt und Info-Tafel am Randecker Maar.

Und da entdecken wir ihn endlich – den Riesen Heim! Er steht zwischen zwei Häusern unten im Ort Randeck. Wir haben von dem Höhenzug über dem Ort einen guten Blick auf ihn. Weiße Haare und weißer Bart, rote Hose und blauer Rock. Er scheint uns zuzuwinken, der sagenumwobene Riese. Heim ist eine Holzkonstruktion. Heim war einst ein Riese, der reich an Gold war. Er lebte auf dem Heimenstein und die tiefen Täler in der Gegen sollen auf sein Graben und seine Fußstapfen zurück zu führen sein. Heim hatte seinen Goldschatz in einer Höhle unter dem Heimenstein versteckt, heisst es. Eines Tages entschloss sich der Riese, er wolle eine Burg haben, gleich wie es die Ritter der Schwäbischen Alb auch haben. Er selbst war kein guter Baumeister, also beauftragte er die Handwerksmeister der Umgebung und versprach ihnen reichen Lohn. Als die Burg fertig war, betrachtete er sein neues Heim und musste feststellen, dass am höchsten Fenster, ganz oben am Bergfried noch ein Nagel fehlte. Er wollte nicht eher bezahlen, als bis auch der letzte Nagel im Holz versenkt sein würde. Keiner der Handwerker traute sich soweit oben aus dem Turm zu steigen. Nur ein beherzter Schustergeselle, der die Tochter seines Meisters zum Weib haben wollte, ging hin um den Nagel einzuschlagen. Dem Riesen Heim imponierte der Mut des Gesellen so sehr, dass er ihm dabei half, indem er ihn aus dem Fenster hinaus hielt und versprach, ihn nicht fallen zu lassen. Als der Nagel schließlich versenkt und die Burg vollendet war, entlohnte der Riese den jungen Mann fürstlich. So konnte der Geselle schließlich auch die Tochter seines Meisters zur Frau nehmen. Die Burg des Riesen Heim trägt den Namen Reußenstein.

DER ALBTRAUF AM NORDRANDWEG

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Kletterfelsen Reußenstein

Spektakulär: Burg Reußenstein thont auf einem beliebten Kletterfelsen.

Am Heimenstein angekommen, gibts erstmal eine Pause und wir vertilgen einen Tecker Whiskykuchen: Sehr lecker mit Schokostücken. Schmeckt wie Rotweinkuchen, nur gibt der Whisky dem Ganzen eine intensivere Note. Vom Heimenstein haben wir die Burg Reußenstein direkt im Blick. Sie sitzt vis a vis auf weißem Fels. Und unter dem Heimenstein ist die besagte Höhle, in der ja das Gold des Riesen Heim versteckt sein soll. Wir steigen also in die Höhle hinein, kraxeln einen Absatz hinab und folgen der Höhle nach rechts. Der Ausgang vor uns hat ein schmiedeeisernes Tor. Es ist offen und wir treten wieder ins Freie, auf eine Art Felsbalkon: eine sogenannte Durchgangshöhle. Eine Stirnlampe ist zu empfehlen, obwohl die Höhle nicht so tief und lang ist, dass man die Hand vor Augen nicht sehen könnte. Gold haben wir aber keines gefunden. Dafür finden sich über der Höhle Spuren einer ehemaligen Burganlage: Ein sogenannter Burgstall, denn mehr als ein paar Wälle sind nicht mehr erkennbar. Die Herren von Heimenstein wurden erstmals 1210 erwähnt. Von der Burg selbst ist nicht viel bekannt. Sie wurde um 1596 auf der Gadnerschen Karte abgebildet. Der Heimenstein ist im übrigen Teil des Naturdenkmals Weiße Wand Heimenstein auf der Schwäbischen Alb. Wir verlassen den Aussichtsfels und seine spektakuläre Höhle, um im Albsteig weiter Richtung Osten zu wandern. Nach dem Wanderparkplatz Bahnhöfle wollen wir einen Abstecher zum Neidlinger Wasserfall machen. Der Weg dort hin ist zu diesem Zeitpunkt allerdings eine Sackgasse, da von den Felswänden entlang des späteren Wegverlaufs starke Steinschlaggefahr ausgeht. Am Wasserfall angekommen müssen wir feststellen, dass der grade Urlaub zu haben scheint. Wo wir einen rauschenden Wasserschwall erwartet haben, fallen nur ein paar Tropfen in die Tiefe. Es ist einfach schon zu lange trocken. Der Schwabe sagt auch, dass das Wasser auch nicht mehr so naß wie früher sei. Und so stapfen wir wieder zurück zum Wanderparkplatz und machen uns auf den Weg zur Burg Reußenstein.

Albsteig Schwaebische-Alb Nordrandweg HW1 - Aussicht von der Felskanzel.

Ausblick von der Felskanzel über untere Terrasse und darunter den Westturm bis nach Neidlingen.

Die Burg Reußenstein zählt mit Sicherheit zu den spektakulärsten Burgruinen am Albsteig auf der Schwäbischen Alb. Die Felsburg thront auf einem Felsriff des Albtraufs hoch über dem Neidlinger Tal und wurde im Dezember 2012 zum Denkmals des Monats in Baden-Württemberg gewählt. Sie ist ein Magnet für Wanderer und auch Kletterer. Die Herren von Teck erbauten die Burg 1270. Im Jahr 1371 wurde der Name Reußenstein erstmals erwähnt. Seit 1550 war sie aber schon unbewohnt und der Verfall der Anlage begann. Wir erkunden die Burg und setzen uns auf der unteren Terrasse ein wenig in die Sonne. Ich stell mir vor, wie die Burg wohl zu ihrer Blüte ausgesehen haben mag? Der Blick reicht von hier über Neidlingen und bis zum Hügel der ehemaligen Burg Limburg. Ich kann mich von dieser tollen Burgruine nur schwer trennen, aber der Tag neigt sich bald dem Ende und wir müssen noch zum Gasthof Bläsiberg. Den erreichen wir auch nach einem Anstieg und einem Fußmarsch entlang des Albsteigs über die Hochebene, mit der tief stehenden Sonne im Rücken. Im Gasthof Bläsiberg sind wir die einzigen Gäste und außer uns werden nur noch zwei Jägerschüler heute Nacht dort schlafen. Bettina, die Wirtin, heisst uns aber gleich willkommen und tischt uns wenig später leckere schwäbische Küche auf. Danach sitze ich müde und zufrieden am Tisch und genieße ein Bier, während Christian und Bettina intensiv daran arbeiteten, das Internet des Gasthofes wieder zum Laufen zu bringen. Aber der lange Tag fordert seinen Tribut: Ich gehe früh zu Bett und schlafe wie ein Stein in dieser Nacht.

ALLE BILDER DES Dritten TAGES

Die Gesamtübersicht unserer Etappen auf dem Albsteig findest Du hier.

Hinweis – Werbung:
Unsere Tour auf dem Albsteig wurde vom Schwäbische Alb Tourismus unterstützt, so dass uns für Übernachtungen keine Kosten entstanden sind.

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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