Outdoor

Abenteuer Nordrandweg – Auf dem Albsteig HW1 auf der Schwäbischen Alb

Anzeige

Unsere jährliche Weitwanderung führt Christian und mich 2016 über den Albsteig. Dieser prämierte Qualitätswanderweg liegt in der Schwäbischen Alb. Genauer gesagt führt er der nördlichen Abbruchkante des Mittelgebirges, dem Albtrauf, entlang. Dabei liegt sogar der östliche Startpunkt in Bayern. Genauer gesagt im Regierungsbezirk Schwaben in der Großen Kreisstadt Donauwörth. Der Albsteig verläuft ca. 40 km durch Bayern und passiert bei Schweindorf, südwestlich von Nördlingen, die Grenze in das Bundesland Baden-Württemberg.
Dieses Mal wählen wir die dritte Septemberwoche, um zu wandern. Nachdem wir im vergangenen Jahr auf unserer Tour über den Fränkischen Gebirgsweg im Fichtelgebirge, die wir in der zweiten Oktoberwoche in Angriff genommen hatten, fast schon im Regenwetter baden gegangen waren, wollen wir dieses Jahr schlauer sein und auf sonniges Frühherbstwetter setzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es Anfang Oktober zu einem Wettereinbruch kommt, ist ja ziemlich hoch. Um so mehr haben wir uns auf dem Albsteig besonders über die angenehmen Wandertemperaturen von 12 – 18°C und täglichen Sonnenschein gefreut.
Wir reisen also am Mittwoch mit dem Flixbus an. Der startet in München am ZOB, macht Halt bei Ulm und Merklingen, bevor er uns in Bad Urach am Bahnhof absetzt und nach Tübingen weiterfährt. Unsere Tour wird am Sonntag in Gingen an der Fils am Bahnhof enden. Wir wollen Mittags in die Bahn einsteigen, die uns über Ulm zurück nach München bringen wird. Eine Mehrtagestour im Zeichen der Natur: autofreies Weitwandern – einfach bewusster.

DIE TOUR IM ÜBERBLICK

Tourensteckbrief:

Download


DIE ETAPPENBERICHTE

Bericht 1 – Bad Urach • Burg Teck

Tag 1 und 2 auf dem Albsteig – (hier klicken):
Nach der Anreise mit dem Flixbus nach Bad Urach Bahnhof, geht es erst mal zur ersten Unterkunft, dem Naturfreundehaus Seltbachhaus – zu Fuß ca. 20 Minuten. Nach dem Einchecken machen wir noch eine kleine Tour zur Burg Hohenurach und zum bekannten Wasserfall von Bad Urach. Hier wandern wir schon zum Teil auf dem Albsteig und zum Teil auf dem in 2016 prämierten Wasserfallsteig Bad Urach. Am zweiten Tag führt uns der Albsteig durch Bad Urach, bald entlang des Albtraufs, vorbei an der beeindruckenden Burg Hohenneuffen, weiter durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb bis zum Bruckerfels über Owen. In Owen – der schwäbischen Whisky-Hochburg – kommen wir nicht umhin und besuchen die Whisky-Manufaktur Gruel. Nach der Besichtigung und Verkostung erklimmen wir am Ende der Etappe den Teckberg und kommen erst nach Sonnenuntergang auf Burg Teck an.


Distanz: 34,5 km • Anstieg: 1.500 HM • Abstieg: 1.260 HM

Bericht 2 – Burg Teck • Bläsiberg

Tag 3 auf dem Albsteig – (hier klicken):
Der Tag beginnt mit der Besichtigung des Sibyllenlochs unter der Burg Teck. Wir wandern weiter, entlang des langezogenen Kamms des Teckbergs und treffen auf die Burgruine Rauber. Danach geht es am Waldsaum entlang Richtung Ochsenwang und zum Breitenstein, einem panoramareichen Aussichtsfels am Albtrauf. Der ist gut besucht und wir wandern weiter, entlang des Albsteigs und umrunden das Randecker Maar. Hier befinden wir uns in der Kernzone des Biosphärengebiets Schwäbische Alb und passieren bald den sagenumwobenen Heimenstein. Nach dem Abstieg zum Neidlinger Wasserfall, erklimmen wir den bewaldeten Hang und besichtigen die spektakuläre Burgruine Reußenstein. Von dort ist es dann nicht mehr weit und wir erreichen am Abend, die Sonne steht schon tief und verzaubert die Hochebene mit ihrem goldfarbenen und warmen Licht, den Gasthof Bläsiberg.


Distanz: 20,5 km • Anstieg: 880 HM • Abstieg: 890 HM

Bericht 3 – Bläsiberg • Gingen a. d. Fils

Tag 4 und 5 auf dem Albsteig – (hier klicken):
Am vierten Morgen wandern wir in der Morgensonne Richtung Norden. Wir machen einen Abstecher zu den ehemaligen Burgen Windeck und Merkenberg. Schwierig zu finden und mehr als Erdwälle sind leider nicht mehr sichtbar. Danach halten wir auf den Boßler Aussichtsfelsen zu. Ein kurzer Einkehrschwung am Boßlerhaus beschert uns eine kleine Stärkung und einen netten Plausch. Danach umrunden wir den Kornberg und marschieren lange auf der Hochebene bis wir den Aussichtsfels Fuchseck erreichen. Nach einem kurzen Abstieg und einem steilen Gegenanstieg kommen wir abends am Wasserberghaus an, unsere Herberge für diese Nacht. Von dort haben wir am nächsten Tag nur noch rund acht Kilometer, die uns über die Wacholderheide nach Gingen an der Fils, dem tiefsten Punkt des Albsteigs, führen. Unser Tour endet am Bahnhof, den wir gegen 11:00 Uhr erreichen.


Distanz: 31,5 km • Anstieg: 1.040 HM • Abstieg: 1.400 HM


DER Albsteig – HW1 – Nordrandweg

Albsteig-Nordrandweg-HW1-Schwäbische Alb - Albsteigwandermarkierung

Unverwechselbar: die Wandermarkierung des Albsteigs.

Der Albsteig hat viele Namen: Albsteig, HW1 (Hauptwanderweg 1) oder auch Schwäbische Alb Nordrandweg. Letzterer klingt in meinen Ohren nach Abenteuer, fast mystisch, könnte fast aus Herr der Ringe, der bekannten Geschichte von Tolkien stammen: Nordrandweg. Er klingt einfach so, wie ich den Albsteig zum Teil selbst erlebt habe: Spektakuläre Natur, panoramareiche Aussichtspunkte, sonnenreiche Hochebenen, Burgenromantik pur und offene, hilfsbereite und liebenswürdige Einheimische.

Als einer der Top Trails of Germany führt der Albsteig auf rund 350 Kilometern, von Donauwörth nach Tuttlingen, entlang des Albtraufs und der nördlichen Schwäbischen Alb. Seit vielen Generationen ist diese Route bei Wanderern beliebt und die Tatsache, dass der Albsteig 2016 zum wiederholten Male als Qualitätswanderweg zertifiziert wurde, beweist, dass wir hier auf hohem Niveau wandern können. Basierend auf vielen Einzelwanderwegen – wie zum Beispiel dem Albtraufgängerweg – der Schwäbischen Alb, verbindet er diese zu einem langen natur- und kulturhistorischen Abenteuer!

Nun haben wir mit dieser Tour auf dem Albsteig bisher nur ca. 25 % des sagenhaften Nordrandwegs erwandert. Einige Orte und Sehenswürdigkeiten, die am Weg oder in der Nähe des Albsteigs liegen, erkundeten wir allerdings bei anderen Gelegenheiten und war stets beeindruckt, begeistert oder fasziniert. Zum Beispiel die Burgruinen Greifenstein und Stahleck bei Lichtenstein, unsere Tour im Tal der Großen Lauter, das Tal der Burgen. Auch das Laucherttal ist burgenreich und nicht weit weg vom Albsteig. Die Schwäbische Alb ist nicht nur für einen Burgenliebhaber wie mich ein kleines Schlaraffenland. Auch ihre verwunschenen Tropfsteinhöhlen, sagenhaften Aussichtswarten, kühnen Felsvorsprünge, blumigen Sonnenwiesen, erfrischenden Wasserfälle versprühen Glücksmomente. Und auch das atemberaubende Panorama, das man vom Albtrauf, dem Aussichtsbalkon am Nordrand der Schwäbischen Alb, genießen kann, beeindruckt immer wieder auf’s neue. Das sind nicht meine Worte, so beschreibt u.a. Top Trails Of Germany den Albsteig und liegt damit goldrichtig, soweit ich es beurteilen kann!


HILFREICHES ZUR PLANUNG UND FÜR UNTERWEGS

Für die Planung und die Tour selbst, benötigt man verschiedenste Hilfsmittel. Was mir dabei geholfen hat, die vier Etappen auf dem Albsteig zu planen und zu erwandern, stelle ich Dir kurz vor:

  • Rother Wanderführer – Albsteig:
    Der Wanderführer von Renate Florl ist ideal, um die Etappen am Albsteig auszusuchen bzw. zu planen. Infos wie Tourendaten, Unterkünfte, Gastronomie und Sehenswürdigkeiten, geben ein detailliertes Bild für jede Tagesetappe. Zudem erhält man Zugriff auf die GPS-Daten für den Albsteig. Wer den im Juli 2016 erschienen Wanderführer zu Rate zieht, findet darin fast alle Antworten auf die wichtigen Fragen zur Vorbereitung (Seite: 8 – 21). Ich persönlich finde die zahlreichen „gelben Info-Kästchen“ super! Sie beinhalten interessante Infos und Tipps zu Geschichte und Hintergründe bestimmter Sehenswürdigkeiten.
  • Des Tourismusverband Schwäbische Alb und das Portal zum Albsteig:
    Auch hier wird man über die Tourenabschnitte, Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten informiert. GPS-Downloads oder vorgefertigte Etappenkarten, die ausgedruckt und für die Tasche gefaltet werden können, sind dabei inklusive. Besonders hilfreich ist auch die interaktive Karte mit Höhenprofil und Etappen-Infos zum Albsteig!
  • Wanderkarte Albsteig (HW1):
    Die Wanderkarte im Maßstab 1:35.000 von Leporello ist reiß- und wetterfest sowie reich an Infos und Markierungen zu Sehenswürdigkeiten, Einkehr- und Freizeittipps, die am oder nahe des Albsteigs liegen. Ihr praktisches Taschenformat mit Zickzack-Falzung, macht sie zum idealen Begleiter
  • Schwäbische Alb Apps:
    Der Tourismussverband Schwäbische Alb bietet seinen Besuchern eine kleine Auswahl an Apps an, die ebenfalls reich an Informationen und unterwegs sehr praktisch sind. Beispielsweise ist die App des Biosphärengebiets Schwäbische Alb sehr interessant und informativ!
  • Burgen am Albsteig:
    Der Albsteig ist reich an naturhistorischen Besonderheiten. Bemerkenswert ist auch der Reichtum an Burgen und Burgruinen, die sich in der Schwäbischen Alb in einer außergewöhnlich hohen Dichte verteilen. Da verwundert es nicht, dass diese Zeugen aus Stein den Wanderer am Albsteig auf jeder Etappe begleiten. Manchmal sind sie schon kilometerweit im voraus zu sehen, manchmal aber versteckt im Dickicht der Wälder. Mir hilft im Vorfeld immer das Burgeninventar von Andreas Hein: alleburgen.de. Eine akribische Auflistung aller Burgen und Schlösser im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Hierfür habe ich unter der Rubrik Baden-Württemberg die rotgefärbten Landkreise genauer studiert.

Damit dürfte die Planung und Wanderung entlang des Albsteigs selbst bereits in trockenen Tüchern sein. Mir persönlich hilft es immer sehr, wenn ich GPS-Daten im Vorfeld auf dem Notebook einsehen kann. Damit ist eine realistische und sinnvolle Etappenplanung gewährleistet. Distanzen, Höhenmeter und wichtige Punkte am Weg werden berücksichtigt. Ein GPS-Gerät i.V.m. Wanderkarten stellen für mich die idealen Wegbegleiter dar. Den Wanderführer im Gepäck und es bleibt keine Lücke. Wer ein Freund von Tabellenübersichten ist, der kann sich seine Etappenplanung strukturiert zusammenschreiben, auf sein Mobilgerät speichern oder ausdrucken und hat damit für jeden Tag alle wichtigen Infos zur Hand (Tourensteckbrief, Unterkünfte mit Kontaktdaten, Einkehr- bzw. Einkaufsmöglichkeiten, etc.). Damit ist ein relativ autarkes und sicheres Wandern schon mal sichergestellt.


Du hast noch Fragen?

Wenn ihr zum Albsteig und zur Tourenplanung Fragen habt, die hier noch nicht beantwortet werden konnten, dann schreibt Euer Anliegen einfach als Kommentar hier zum Artikel. Antworten können dann von Albsteigkennern und mir direkt zur Frage gegeben werden!

Hinweis – Werbung:
Unsere Tour auf dem Albsteig wurde vom Schwäbische Alb Tourismus unterstützt, so dass uns für Übernachtungen keine Kosten entstanden sind.

 

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.