Das Burgenregister

Burg und Höhle auf dem Heimenstein

Der Heimenstein ragt, der Burg Reußenstein gegenüberliegend, aus einem bewaldeten Hang am Rand des Lindachtals, südlich von Neidlingen auf der Schwäbischen Alb. Der Heimenstein eine weißer Felsturm und seine benachbarten Felswände – Weisse Wand – sind Naturdenkmal. Hier sind seltene Tiere und Pflanzen beheimatet, die sich am Heimenstein seit Jahrtausenden entwickelt haben. Auf dem 763 Meter hohen Heimenstein stand auch einst eine Burg, die über der Heimensteinhöhle stand. Erreichbar ist der Heimenstein über den Albsteig.

LAGE & INFORMATIONEN

Info-Tafel

BESCHREIBUNG

Anlage

Die Burg auf dem Heimenstein stand auf einem steil aufragenden Felsturm, der nach Nordosten hin ausgerichtet ist – zum Lindachtal. Auf dem Heimenstein selbst breitet sich ein Felsplateau, das ca. 3 Meter höher als die umliegenden Hochfläche liegt, aus. Das Plateau ist von der Hochfläche über einen Halsgraben, der eine relative Süd-Nord-Ausrichtung hat, getrennt. Auf diesem Plateau des Heimensteins stand einst die Kernburg. Im Südwesten der Anlage wird ein rechteckiger Bau mit einem Grundriss von 8 x 6 Metern vermutet. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen Wohnturm. Nördlich von diesen Resten befindet sich eine sehr auffällige Erdmulde, die auf ein anderes ehemaliges Gebäude hinweist. Der nördliche Ausläufer des Felsplateaus ist ein Aussichtsfels, von dem man über das Lindachtal bis nach Neidlingen im Norden und hinüber zur Burg Reußenstein im Osten, blicken kann.

Der Heimenstein birgt auch eine Höhle: die Heimensteinhöhle. Auf der Südseite des Felsturms, etwas unterhalb des Felsplateaus, findet sich der Höhleneingang. Links davon weist eine Infotafel darauf hin, dass die Höhle während der Wintermonate nicht zu begehen ist, da zu dieser Jahreszeit der Zungang der Höhle geschlossen ist. Die Höhle kann mit Vorsicht und Trittsicherheit begangen werden. Der Höhlengang der Heimensteinhöhle führt mit ca. 3 Metern Breite und ca. 80 Metern Länge, steil bergab und macht dabei drei Rechtswendungen. Am Ende des Höhlengangs, kurz bevor man auf eine Felsterrasse hinaustritt, befindet sich ein eisernes Tor. Blickt man auf der Felsterrasse nach oben, finden sich heute noch Mörtelreste, die darauf schließen lassen, dass auf der Felsterrasse des Heimenstein einst ein Verbindungsbau, angelehnt an die Felswand, zur Kernburg gestanden haben könnte. Somit wäre die Heimensteinhöhle in die Burganlage einbezogen gewesen. Es existiert ein weiterer Höhlengang, der sich unterhalb der Heimensteinhöhle befindet. Dort fand man mittelalterliche Keramikscherben und romanische – feuervergoldete – Pferdetrense.

Albsteig - Schwäbische Alb - Heimenstein - Südansicht des Heimensteins

Südansicht: Halsgraben und Plateau der Kernburg (li.). Südlicher Fels mit Zugang zur Heimensteinhöhle (re.).

Historie

Die Burg Heimenstein gilt als Felsenburg. Heute ist so wenig erhalten von ihr wie bekannt. Die Burg auf dem Heimenstein wurde wahrscheinlich von einem früh ausgestorbenen Zweig des Ortsadels aus Neidlingen in Auftrag gegeben. Erstmals um 1240 wird in einer Urkunde ein Gerboldus Diktus de Haimenstein erwähnt. Um 1251 wird ein Ulrich von Hamesthain erwähnt, der als Burgherr vermutet wird und zu Lebzeiten als Gefolgsmann der Herzöge von Teck galt. Ein weiterer Name wurde 1296 genannt: Gerboldus von Heimenstein, letzter bekannter Burgherr im Mittelalter. Danach finden sich erst wieder aus dem Jahr 1477 Aufzeichnungen: Genannt wird eine Margarete vom Stain von Heimenstein. Die Burg Heimenstein muss gegen Ende des 16. Jahrhunderts noch intakt und bewohnt gewesen sein, denn noch 1596 wird die Burg Heimenstein auf der Gadnerschen Karte mit einer Abbildung bedacht. Danach finden sich keine Aufzeichnungen mehr über das Schicksal der Burg. Der Heimenstein ist heute nur noch als Burgstall zu bezeichnen.

Sage

Heim war einst ein Riese, der reich an Gold war. Er lebte auf dem Heimenstein und die tiefen Täler in der Gegen sollen auf sein Graben und seine Fußstapfen zurück zu führen sein. Heim hatte seinen Goldschatz in einer Höhle unter dem Heimenstein versteckt, heisst es. Eines Tages entschloss sich der Riese, er wolle eine Burg haben, gleich wie es die Ritter der Schwäbischen Alb auch haben. Er selbst war kein guter Baumeister, also beauftragte er die Handwerksmeister der Umgebung und versprach ihnen reichen Lohn. Als die Burg fertig war, betrachtete er sein neues Heim und musste feststellen, dass am höchsten Fenster, ganz oben am Bergfried noch ein Nagel fehlte. Er wollte nicht eher bezahlen, als bis auch der letzte Nagel im Holz versenkt sein würde. Keiner der Handwerker traute sich soweit oben aus dem Turm zu steigen. Nur ein beherzter Schustergeselle, der die Tochter seines Meisters zum Weib haben wollte, ging hin um den Nagel einzuschlagen. Dem Riesen Heim imponierte der Mut des Gesellen so sehr, dass er ihm dabei half, indem er ihn aus dem Fenster hinaus hielt und versprach, ihn nicht fallen zu lassen. Als der Nagel schließlich versenkt und die Burg vollendet war, entlohnte der Riese den jungen Mann fürstlich. So konnte der Geselle schließlich auch die Tochter seines Meisters zur Frau nehmen. Die Burg des Riesen Heim trägt den Namen Reußenstein.

QUELLEN

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4
    ISBN: 3-924489-58-0
  • Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon
    ISBN: 3-86047-219-4

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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