Das Burgenregister

Burg Hohenfreiberg

Burg Hohenfreiberg bildet mit der Burg Eisenberg ein Paar. Sie zählt zu den größten und besterfoschten Burgen in Bayern. Außerdem zählt sie zu den allerletzten Burgenneubauten, die im Stil der mittelalterlichen Burgen erbaut wurde, während das Mittelalter und das Rittertum bereits im Niedergang begriffen waren und die Frührenaissance in Europa voranschritt.

LAGE & INFORMATIONEN

Info-Tafel

BESCHREIBUNG

Anlage

Burg Hohenfreiberg ist von der Südseite in sanfter Steigung zugänglich. Man geht entlang der südlichen Ringmauer (Bering), die auf dieser Seite wesentlich stärker gebaut ist, als an der gegenüberliegenden Nordseite. Dort sind der Ringmauer zwei kleine Flankierungstürme angegliedert. Um zum Tor der Vorburg an der Westseite zu gelangen, muss man also die gesamte südliche Ringmauer, mit ehemaligem Zisternenturm und am Ende mit einem mächtige Rundturm, passieren. Kein leichtes Unterfangen, das Tor zu erreichen, wollte man die Burg mit einem Militärstreich einnehmen. Die Form der Burg Hohenfreiberg an sich erinnert nach Osten hin an einen Schiffsbug. Insgesamt hat die Anlage einen unförmigen Schiffs-ähnlichen Grundriss, was dem Gelände geschuldet sein mag.

Das Tor zur Vorburg betritt man, nach dem einen Graben passiert wurde. Von dort kann man durch einen Torbau in den inneren Burghof gelangen, also in die Kernburg. Diese ist von einer inneren Ringmauer umfasst. An der Südseite befindet sich die Kapelle in einem Rundbau. Angeschlossen ist der Palas, der in dem ehemaligen mächtigen Zisternenturm mündet. Der Bergfried war angeblich als Wohnturm ausgebaut worden. Er ist als starker Rundturm an der Ostspitze der Kernburg errichtet. Der Kemenatenbau befindet sich an der Nordseite des inneren Berings. Auf dieser Seite trennt ein Zwinger die äußere Ringmauer vom inneren Bering.

Historie
Burg Hohenfreiberg - Tor der Vorburg

Westseite der Burganlage: Geschützturm rechts und äußeres Tor links

Burg Hohenfreiberg wird als einer der letzten Burgen im mittelalterlichen Stil erbaut. Die Bauphase ist auf 1418 bis 1432 datiert. Die Anlage ist auf einer älteren Vorgängeranlage errichtet worden. Bauherr ist Friedrich von Freyberg, dem bereits die benachbarte Burg Eisenberg gehört. 1460 wird die innere Ringmauer an ihrer Westseite – zur Vorburg hin – mit einem massiven Torturm und einem niedrigen Geschützhaus verstärkt. Die Burg Hohenfreiberg an sich hat vor allem repräsentativen Charakter: Sie ist imposant und trutzig. Sie übersteigt allerdings auch die finanziellen Mittel der Herren von Freyberg.

Daher verkauft Jörg von Freyberg – kinderlos geblieben – die Burg 1480 an Erzherzog Sigmund von Österreich. Dieser überläßt die Burg samt Zugehör um 1485 dem Augsburger Patrizier Georg Gossenbrot als Pfand. Der wiederum läßt die Burg Hohenfreiberg bis 1502 weiter verstärken und verbaut so 2.000 rheinische Gulden. Bis 1542 wird auch der Westtrakt gegen Artilleriebeschuß verstärkt. Bis 1607 wird durch das Land Tirol die Burg dann auf moderne Artilleriewaffen umgerüstet. Damit gehen auch weitere Umbauten an der Burg Hohenfreiberg einher.

1646 werden die Burgen Hohenfreiberg, Eisenberg und die Burg Falkenstein von der Tiroler Landesregierung in Brand gesteckt, damit diese nicht den schwedischen Truppen in die Hände fallen, um ihnen als Stützpunkte zu dienen. Wir befinden uns im Dreißigjährigen Krieg. Hohenfreiberg bleibt eine Ruine. Die zukünftigen Besitzer verrichten ihre Verwaltungsgeschäfte seit dem im nahegelegenen Zell. Umfangreiche und genaue Sanierungsarbeiten werden 1995 auf Burg Hohefreiberg begonnen.

LITERATUR

  • Burgen im Allgäu – Band 2
    ISBN: 3-88006-115-7
  • Burgen und Ruinen im Allgäu
    ISBN: 3-8062-1602-9

BILDER

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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