Das Burgenregister

Burg Merkenberg (Erkenberg) und Burg Windeck

Die Burgen Merkenberg (Erkenberg) und Windeck liegen auf einer Höhe von 743 und 722 Metern, nordöstliche der Ortschaft Neidlingen. Auf einem sehr markanten Bergkegel, den Erkenberg, welcher über einen langgezogenen Kamm mit der Hochebene des Albtraufs verbunden ist, sind heute nur noch Gräben und Unebenheiten im Boden erkennbar. Vermutlich handelt es sich um ein Burgen-Paar, bei dem Burg Windeck als Vorwerk gegenüber Burg Merkenberg eine Schutzfunktion ausübte. Sie riegelte den Zugang von der Hochebene über den Kamm zur Burg Merkenberg ab. Ob Burg Windeck als eigenständige Burg oder als Vorwerk Bestandteil der Burg Merkenberg ist, kann allerdings nicht konkret eingeordnet und belegt werden.

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BESCHREIBUNG

Anlagen
Merkenberg - Erkenberg - Windeck - Nordostseite

Blick auf den Hinteren Graben und die Nord-Ostseite der Kernanlage, mit ehemaligen Graben (li.).

Burg Merkenberg thronte einst auf dem ovalen Bergkegel, der einen Ost-West-Verlauf aufweist und südöstlich von dem Ort Neidlingen liegt. Der Kegel ist durch einen Kammausläufer mit dem Albtrauf verbunden. Die Krone des Bergkegels weist eine abgetragene Fläche von 13 x 65 Metern auf. Ettliche Mulden auf dieser Fläche weisen auf ehemalige Gebäude hin. Diese eingeebnete Fläche ist von einem kaum mehr erkennbaren Wallgraben, der sich von Westen über die Nordseite, bis an die Ostseite der ehemaligen Burg Merkenberg, herumzieht. Auf der Südseite der Ebene ist dieser Graben nicht vorhanden. Hier findet sich eine Art Terrasse, an der auch der Zugang zur Burg Merkenberg vermutet wird.  Nach Osten hin, zieht sich vom Bergkegel ein Kamm. Unterhalb vom Burgstall von Burg Merkenberg, am Beginn des Kammausläufers, befand sich ursprünglich ein Vorwerk – nordöstliche -, das heute nur noch durch eine Mulde erkennen lässt. Von dieser Vorbefestigung verlief nach Süden hin ein Graben. Dieses Vorwerk trennte quasi Burg Merkenberg und den Burgkegel vom restlichen Areal, dem Kamm, ab.

Burg Windeck liegt an der höchsten Stelle des Kamms, der den Erkenberg und damit Burg Merkenberg, mit der Hochfläche, den Albtrauf, verbindet. Aufgeteilt ist Burg Windeck in eine Kernanlage, die eine rechteckige Grundfläche von ca. 15 x 8 Meter misst und in den Vorderen und Hinteren Abschnitt. Umgeben war Burg Windeck von einem Graben, der besonders an der Ost- und Westseite der Kernanlage den Grat sichtbar zerschneidet. Nordseitig kann man heute die den Burgstall umgehen und läuft dabei parallel zu dem Grabenabschnitt, der allerdings schon stark verebnet ist. Die Abschnitte vor und nach der Kernanlage von Burg Windeck befinden sich auf dem gleichen Höhenniveau wie die Kernanlage selbst und waren vermutlich ebenfalls befestigt. Burg Windeck ist zwar urkundlich nicht erwähnt, zählt aber möglicherweise als Schutzanlage für Burg Merkenberg. So kann die Funktion von Burg Windeck darin bestanden haben, dass sie als Bollwerk geben die Hochebene Burg Merkenberg deckte.

Historie

Burg Merkenberg wurde vermutlich um 1200 von Graf Egino von Aichelberg errichtet. Ein genaues Gründungsjahr lässt sich allerdings nicht festlegen. Auch ist nicht bekannt, aber anzunehmen, dass Burg Windeck, als Vorwerk bzw. Sperrburg gleichzeitig errichtet wurde. Erst 1247 wird Burg Merkenberg erstmals urkundlich erwähnt. Hier die Brüder Diepold und Ulrich von Merkenberg (Merkenberc) erwähnt. 1282 geht der Besitz an Burg Merkenberg und Burg Windeck an Ulrich II. Weilheim und Udihild. Der Ehemann von Udihild nennt sich fortan Graf von Zollern-Merkenberg. In den Jahren 1310-13 Greifen die Brüder Diepold III. und Ulrich II. in den Reichskrieg ein, stellen sich auf die Seite des Kaisers und ziehen gegen Graf Eberhard von Württemberg ins Feld. Über Ulrich II., der auch Stadtgründer von Weilheim a.d. Teck ist, liest man letztmalig um 1320. Danach finden sich keine Aufzeichnungen mehr. Wie in der Zeit die Besitzverhältnisse von Burg Merkenberg und Burg Windeck sind, ist nicht belegt. Die beiden Anlagen gehen zwischen 1334-39 in den Besitz der Herrschaft Württemberg über. Die Linie Aichelberg-Merkenberg-Weilheim löst sich damit als eigenständige politische Einheit auf. Burg Merkenberg und Burg Windeck werden ab dieser Zeit dem Verfall überlassen. Um 1535 werden Burg Merkenberg und Burg Windeck bereits als Burgstall bezeichnet.

QUELLEN

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4
    ISBN: 3-924489-58-0

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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