Schöne Drei-Burgen-Tour im Laucherttal

Die Lauchert ist ein kleiner Nebenfluss der Donau und entspringt mehreren Quellen. Sie fließt durch das Laucherttal, das sich als ein schönes Wandergebiet präsentiert, in dem wir bemerkenswerte Burgruinen erkunden können. Eine gemütliche Wanderung, die Spannung und Spaß verspricht.

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Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Wanderparkplatz Erpfingen
  • Distanz: xy km
  • Reine Gehzeit: 3:30 h
  • Höhenmeter: ↑ 420 m • ↓ 420 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Sommerrodelbahn

Etappen & Gehzeiten

  • Burgruine Hohenerpfingen (0:00)
  • Burgruine Hölnstein (0:00)
  • Burgruine Hohenmelchingen (0:00)
  • Sommerrodelbahn (0:00)
  • Wanderparkplatz Erpfingen (0:00)

Sehenswürdigkeiten

Burg Hohenerpfingen • Burg Hölnsteind • Burg Hohenmelchinge

Auf geht’s ins Laucherttal

Christian und mir steckt die Tour vom Vortag noch in den Knochen. Aber die zweite Burgentour ist Pflicht. Burgen² sag ich nur. Mehr geht an einem Wochenende nicht. Christian denkt sich jetzt sicher: zum Glück. Ich denk mir nichts und dabei verschwinden wir auf einem Pfad in den Laubwald am Parkplatz. Es dauert auch nicht lange, bis wir an der Ruine Hohenerpfingen ankommen. Die Ruine liegt auf 785 m und  in der Nähe ist eine Bärenhöhle zu besichtigen. Die haben wir verpasst. Hohenerpfingen wurde zwischen 1100 und 1150 erbaut. Das hat man aufgrund von Keramikfunden feststellen können. Wir sehen einen polygonalen Turmbau, den sich der Wald unbarmherzig zurückholt. Jede Menge Wälle und andere Mauerreste, die es gibt, kann ich nicht erkunden. Habe heute meinen Ich-durchdringe-alles-Burgen-Anzug nicht im Gepäck. Also lassen wir das Dickicht hinter uns und marschieren Richtung Süden, kommen an einer Bank und einer alten Tafel zur Burg vorüber. Dort steht, dass die Burg zu Beginn des 14. Jahrhunderts “erbaut” worden wäre: falsch. Richtig ist da eher “erwähnt”.

Eine kleine Forststraße oberhalb des Laucherttals führt uns schließlich zur nächsten Ruine. Auf dem Weg dorthin gehe ich dann auch irgendwann alleine auf dem Sträßchen. Christian taucht ab: Er geht in die Schwammerl! Ein Begriff aus einer Minderheitensprache. Übersetzt heißt das: Er geht Pilze suchen. Er steht auf Schwammerl suchen. Ich stehe auf Burgruinen. Das gute an der ganzen Sache ist ja, dass sich beides quasi perfekt verbinden lässt. Das macht uns auch zu einem unschlagbaren Burgenpilze-Team. Und zum Beweis findet er dann einen Ziegenbart in Herzform.

Spektakuläre Burgen

Wir erreichen die Burgruine Hölnstein. Die Burg liegt auf 818 m. Wir sind echt bergauf gegangen? Ich lasse Christian an der Bank inmitten des Bergfrieds sitzen und beginne sofort damit im Burgareal herumzuwuseln. Mauern, Gebäudereste und ein Gewölbekeller sind noch zu bestaunen: woohooo! Warum heißt die Burg nur Hölnstein? Richtig! Unter dem sog. Donjon befindet sich eine Burghöhle. Zwei sogar: Eine kleine und die große Höhle. Ich klettere an Eisenklammern hinab und stehe vor dem Eingang. Limbo-mäßig tänzel ich unter einem Spinnennetz samt Spinne hindurch und stehe im Eingang der großen Höhle. So etwas zu erkunden finde ich immer sehr spannend.

Christian ruft mich irgendwann zur Vernunft und ich trotte aus der Höhle heraus, wie ein kleiner Junge, der nicht mehr weiterspielen darf. Ich weiß ja, wir müssen weiter. Hinab ins Laucherttal, das ca auf 720 m liegt. Dort tingeln wir durch das verschlafene Dörfchen Stetten und halten uns in Richtung Melchingen. Weil es irgendwie zu langweilig ist, am geteerten Radweg zu laufen, schlagen wir uns über die Straße nach rechts, hinein in eine Schneise, die sich im Wald verläuft. Eingangs steht ein uralter Mercedes mitten auf der Straße. Ich schätze mal eine 123er. So alt sieht auch der Fahrer aus. Ich nenne ihn mal den Don. Beleibt, üppige, angegraute Kotletten und im karierten Hemd. Er beobachtet uns aus seinen zusammengekniffen Augen. Kurz denk ich an eine Szene aus Christine von Stephen King. Uuuh, Gänsehaut.

Burgruine Melchingen | Burgen im Laucherttal

Burgruine Melchingen

Wir lassen die Szene hinter uns und marschieren stramm den Forstweg in den Wald hinein. Es geht bergauf, aus dem Laucherttal heraus. Langsam macht sich die Tour des Vortages in den Beinen bemerkbar. In dem Moment fragt Christian auch nach einem Einkehrschwung. Wäre jetzt auch das Passende. Es gäbe ein Naturfreundehaus auf unserem Weg, ist meine Antwort. Als wir dann davor stehen, trifft uns die Erkenntnis: Die Hütte ist gar nicht bewirtschaftet. Und ich dachte, ich kann Kartenlesen. 11 x Kartenfalten macht mich noch lange nicht zu einem Bear Grylls.

Die Ruine Hohenmelchingen ist ja auch nur einen lahmen Steinwurf weit weg von hier. Und da sind wir dann auch schon, auf ca. 825 m. Powerriegel inhaliert und abtauchen in die Welt der Burgengeschichte. Ich bin da wie ein Stehaufmännchen: Meine Knochen sind müde von der Tour, aber an der nächst besten Burgruine habe ich ungeahnte Reserven, um sie zu erkunden und darin herumzurennen.

Verzwickter Rückweg

Irgendwann ist die ganze Erkunderrei auch mal zu ende. Wir machen uns auf den Rückweg. Ein paar Kilometer sind es ja noch. Der Weg führt uns sanft bergab und während ich über die weite Ebene unter uns meine Blick schweifen lasse, spüre wieder das Zwicken in meinem Knie. Da steckt die Tour im Großen Lautertal von gestern noch drin. Auf langen Touren sollte ich mit den Teleskopstöcken laufen. Habe ich aber nicht gemacht und deswegen habe ich jetzt ein wenig Probleme. Meniskus? Hilft ja jetzt auch nichts. Nur saudumm, dass die Teleskopstöcke jetzt im Auto liegen.

Die Zielgerade liegt vor uns. Wir laufen hinab ins Laucherttal durch einen Wald und bald müssten wir an eine Sommerrodelbahn kommen. Also humple ich zielsicher weiter, mit der Hoffnung auf eine kleine Pause im Biergarten neben der Bahn. Dann meldet sich meine Kamera: “Hallo Alex, ich wollte Dir nur sagen, mein Akku ist alle. Wir sehen uns später wieder.” Na super! Na dann habe ich ja jetzt wenigstens die Hände frei. Für … nichts.

An der Rodelbahn herrscht noch reger Betrieb, der uns nach der kurzen Rast im Wirtsgarten, den weiteren Weg begleitet. Der führt nämlich entlang der Zufahrtsstraße Richtung Erpfingen und uns damit zurück zum Wanderparkplatz. Ich war noch nie so froh, ein Tour beendet zu haben. 12 Burgen und 45 km in zwei Tagen, eine schöne Bilanz. Die Schwäbische Alb sieht mich sicher bald wieder. Ein traumhaftes Mittelgebirge und Burgen-Eldorado. Was will ich mehr?

Bilder zur Tour

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