Das Burgenregister

Burgstall Limburg (Lindburg)

Burg Limburg zählt zu den ältesten romanischen Hochadelsburgen Schwabens. Der Name der Burg Limburg – ursprünglich Lindburg – bezieht sich wahrscheinlich auf ihren Standort: Burg an der Lindach. Ihr Erbauer ist Herzog Berthold I. „mit dem Bart“, aus dem Geschlecht der Zähringer, nennt sich „de Lintburg“.
Burg Limburg thronte einst auf einem sehr markanten Vulkankegel südlich der Stadt Weilheim an der Teck, im Lindachtal. Mit 589 Metern Höhe, ist der Burgstall Limburg heute ein fabelhafter Aussichtsgipfel der Schwäbischen Alb, am Albtrauf und lässt sich über befestigte Weinsteige und dem Burgenweg erklimmen.

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BESCHREIBUNG

Anlagen
Limburg-Albsteig-Schwaebische-Alb - Nordwestansicht.

Foto: kulturnatur.de /
Blick auf Burg Limburg von Nordwesten. Der Absatz der Unterburg und die erhöhte Hauptburg sind zu erkennen.

Burg Limburg ist heute nurmehr ein Burgstall. Die ehemalige Burg teilte sich in eine Unterburg und in eine Hauptburg. Die langgezogenen Hauptburg wies eine rechteckige Form auf. Sie war in sich durch einen breiten Graben, der von West nach Ost verlief, in zwei Hälften getrennt. Die Hauptburg der Burg Limburg war von einer 1,3 Meter breiten Mauer umfasst, die aus großen Quadern bestand. Ausgrabungen zufolge ist wahrscheinlich, dass dies den Baubestand des 11. Jahrhunderts widerspiegelt. An der Südhälfte der Hauptburg war vermutlich ein Zugang an der Ostseite, der von einem 2,5 Meter breiten Tor gesichert war. Außerdem stand einst ein 9,5 x 7 Meter breiter Turm an der Südseite der Hauptburg. Auf dem höchsten Punkt des Vulkankegels, der Nordseite der Hauptburg, stand ein zweiter Turm, der eine kleinere Grundfläche aufwies, als der Turm an der Südseite.

Auf der Westseite der Hauptburg, zum Nordrand des Abschnittsgrabens hin, war ein Gebäude angegliedert. In der Nordhälfte der Hauptburg stand bis ins 16. Jahrhundert die Michaelskapelle. Sie gab dem Berg den Namen Michealsberg. Sie bestand aus einem Langhaus, mit einem angrenzenden und erhöhten Chor. Die Kapelle war in einer West-Ost-Ausrichtung errichtet. Im Norden der Hauptburg, fand sich etwas unterhalb – ca. 10 Meter – eine terrassenartiger Absatz mit fließend Wasser – ein Brunnen. Dieser wurde allerdings neu aufgemauert. Die Hauptburg der Limburg wurde von einer Unterburg umschlossen. Ca. 16 – 20 Meter unterhalb der Hauptburg, wurde diese von einem Zwinger rundum eingefasst. Nach Norden hin zieht sich nasenartig eine schmale Terrasse, in nördlicher Ausrichtung von der Hauptburg weg. Es ist anzunehmen, dass sich einst Wirtschaftsgebäude in der Unterburg der Burg Limburg befanden. Mauerreste sind heute grds. nur noch anhand von Konturen zu erahnen. Lediglich am ehemaligen Zugang der Hauptburg, finden sich noch geringe Reste der Umfassungsmauer.

Historie

Burg Limburg entstand zwischen 1050 und 1070. Bauherr war Berthold I. von Zähringen. Während der Bauphase wurde verzeichnet, dass Berthold I. auf dem Fürstentag in Tribur zu gegen war. Mit König Heinrich IV. und anderen Reichsfürsten besiegte Berthold I. die Sachsen an den Ufern der Unstrut. 1077 setzte die Fürstenversammlung Heinrich IV. als König ab. Neuer König wurde der Schwabenherzog Rudolf. Der abgesetzte Heinrich IV. kehrte aus Italien zurück und begann damit, die Besitzungen des Berthold I. von Zähringen zu zerstören. Laut des Chronisten Ekkehard hatte sich Berthold I. auf die Burg Limburg zurückgezogen. Diese wurde damals „Castro Lyntberg“ genannt. Weiter soll auf Burg Limburg Berthold erkrankt und schließlich in geistiger Verwirrung auf der Burg verstorben sein.

1078 wurde Burg Limburg als „oppidum“ bezeichnet. Um 1100 nannte sich Markgraf Hermann II. „von Limburg“, was auf den Besitz der Burg Limburg hinweist. Um 1112 nannte er sich bereits „von Baden“ und galt als Stammvater der Markgrafen und Großherzöge von Baden. Burg Limburg war zu dieser Zeit Stammburg der Markgrafen. Er verließ diese aber schließlich und setzte Ministerialen auf der Burg ein, die sich bald nach der Burg benannten. Um 1130, vermutet man heute, war Burg Limburg – zumindest teilweise – zerstört und bald wieder aufgebaut. Im Jahr 1150 wurde auf dem Teckberg die Burg Teck errichtet, welche in Sichtweite zum Vulkankegel der Burg Limburg liegt. Burg Limburg verlor an Bedeutung und wurde schließlich nach und nach aufgegeben. Im 15. Jahrhundert wurde durch das Kloster St. Peter die sog. Michaelskapelle auf Burg Limburg errichtet. Um 1453 wurde Burg Limburg samt Kapelle an die Stadt Weilheim an der Teck verkauft. Im Jahr 1578 wurde schließlich auch die Michaelskapelle abgebrochen. Freilegungsarbeiten in den Jahren 1913/14 brachten Reste der Grundmauern von Burg Limburg zum Vorschein.

Die Sage vom Lindwurm auf der Limburg

Einer Sage nach, geht der Name der Burg Limburg (Lindburg) auf einen Lindwurm zurück, der in einer Höhle des Vulkankegels gehaust haben soll. Dort in seiner Höhle hielt der Lindwurm lange Zeit ein schönes und junges Mädchen gefangen. Der Heilige Georg vom Merkenberg nahm seine Lanze und ritt vom nahen Erkenberg herauf, um das Mädchen zu befreien. Am Bergkegel der Limburg angekommen, ritt er auf seinem Schimmel den Berg hinauf und direkt hinein in die Höhle des Lindwurms. Als er im Dunkel der Höhle auf den Lindwurm traf, durchbohrte er gradewegs das Ungeheuer mit seiner Lanze und befreite das Mädchen.

QUELLEN

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4
    ISBN: 3-924489-58-0

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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