Château de Montségur – Zentralpyrenäen Teil 8/10

Auf dem 1.216 m hohen Burgfels Montségur, erhebt sich die wohl bekannteste Burgruine der Katharer: das Château de Montségur. Die Legenden und tragischen Geschichten über den Untergang und einen sagenhaften Schatz der Katharer sind mit dieser Burg eng verwoben. Den Burgfels zu erklimmen dauert nicht lange. Dort oben möchte man beinah für immer verweilen. Der Ausblick ist unbeschreiblich, einfach sagenhaft. Die Burgruine, das unglaubliche Panorama: Gänsehautfaktor!

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Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Col de Montségur
  • Distanz: 2 km
  • Reine Gehzeit: 0:40 h
  • Höhenmeter: ↑ 210 m • ↓ 210 m

Etappen & Gehzeiten

  • Château de Montségur (0:25 h)
  • Col de Montségur (0:40 h)

Sehenswürdigkeiten

Château de Montségur

Roadtrip zum Montségur

Nach der Autofahrt von Saint-Lary-Soulan über Foix und viele verzauberte Dörfer in Südfrankreich, stehen wir auf dem Col de Montségur und blicken hinauf zur Burgruine. Der blaue Oktoberhimmel weicht nach und nach einem zerpflückten Wolkenfeld. Ein bisserl bin ich wirklich aufgeregt. Ich meine, hinter mir liegen Jahre der Spannung, der Sehnsucht, diesen Fels einmal zu besteigen und in den Mauern der Burg zu stehen. Der Anstieg ist moderat und kurz. Erst geht es ein kurzes Stück über eine Wiese, dann betritt man schon den Wald, der sich an den Fuße des Burgfelsens drängt. Über Stock und Stein geht es bergauf, am Kassenhäuschen vorbei dem Château de Montségur entgegen..

Es ist glitschig und wir rutschen immer ein wenig aus. Zum Glück ist der Regen schon eine Weile her. Jetzt ist es trocken und sonnig. Und da treten wir auch wieder aus dem Wald hinaus, bergauf in die Sonne. Nehmen die teils stufigen Serpentinen und erreichen bald die Burgruine. Ich will da jetzt rein! Aber nein, eine einzelne Besucherin bittet uns, Sie zu fotografieren. Dann drehen wir den Spieß um: Sie fotografiert uns. So, sehr schön: Kann ich jetzt endlich … ? Karo kennt diesen Moment sehr genau. Sie „lässt mich los“ und sucht sich ihren Platz, um die Natur und den Ausblick für sich zu genießen. Ich dagegen verfalle immer ein wenig in eine Art Burgen-Trance. Suche alle Ecken und Winkel des Château de Montségur ab. Laufe hin und her und mache viele Bilder. Versuche die Burg irgendwie in mich aufzusaugen.

Ankunft an den immer noch imposanten Mauern der Burgruine. [Château de Montségur - Katharer]

Ankunft an den immer noch imposanten Mauern der Burgruine.

Der Zauber von Château de Montségur

Auf der Nordseite ist eine Ausfallpforte. Ich gehe hindurch und schlagartig fällt die Anspannung von mir ab. Dieser Drang, jeden Winkel zu erkunden, ist verflogen. Ich blicke vom Burgfels des Château de Montségur in eine Endlosigkeit. Keine Ahnung wie ich es Euch beschreiben soll? Aber vor mir breitet sich das Erdenrund in einer unendlichen Weite aus und ich stehe darüber. Vergesse beinahe weiter zu atmen. Wir sitzen lange lange auf einem Mauervorsprung unterhalb der Pforte. Reden nicht, sehen nur fern. Erika von ulligunde.com hat in einem ihrer Artikel über den Minimalismus – die Konzentration auf das Wesentliche geschrieben. In diesem Moment, an diesem Ort, reduzierte sich alles in mir auf den Blick in die Weite. Es gibt kein davor und danach: Das Jetzt füllt alles aus. Ergriffen. Glücklich. Château de Montségur – endlich bin ich hier.

Es fällt mir sehr schwer, mich von diesem Ort zu trennen. Hätten wir doch nur mehr Zeit und ein Zelt dabei … Als wir uns zum gehen wenden, bleiben wir bei einem Mann hängen, der sich als Wahl-Nürnberger entpuppt. Wir beginnen mit Small-Talk und vertiefen unser Gespräch in eine bereichernde Diskussion über Gott und die Welt. Schade, dass diese Gesellschaft ein Ende nehmen muss, aber nach einer Stunde müssen wir wirklich weiter. Als wir wieder am Auto ankommen und unsere Reise Richtung Mittelmeer fortsetzen, sind meine Gedanken immer noch beim Montségur. Auch heute noch … immer wieder … was für ein Geschenk dieser Ort war! Ein Schatz. Vielleicht ja der eigentliche Schatz der Katharer? Für mich ein Ort voll Kraft, eine Burg die unvergleichlicht ist – das Château de Montségur!

Bilder zur Tour

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