Der Spitzstein in den Chiemgauer Alpen

Der Spitzstein zählt zu den beliebtesten Bergen in den westlichen Chiemgauer Alpen. Sein aussichtsreicher Gipfel bietet genug Platz, dass neben dem Gipfelkreuz auch eine kleine Steinkapelle dort oben errichtet wurde.

Eine weitere Besonderheit: Direkt durch den Gipfel des Spitzsteins verläuft die Staatsgrenze zwischen Bayern (D) und Tirol (A).

Mit einer Höhe von 1.592 Metern ist die Tour auf den Spitzstein eine mittelschwere Bergwanderung. Die klassische Route startet in Sachrang und führt über Mitterleiten und später entlang der Landesgrenze über das Spitzsteinhaus und die Altkaseralm zum Gipfel.

Karte Spitzstein Wanderung

Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Bergwandern (T2)
  • Anforderung:
    Kondition, Trittsicherheit
  • Start/Ziel:
    Parkplatz an der Kirche in Sachrang
    (od. ab Bushaltestelle Sachrang Ort)
  • Distanz: 10 km
  • Reine Gehzeit: 4:00 h
  • Höhenmeter: ↑ 920 m • ↓ 920 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Spitzsteinhaus • AltkaseralmHotel Zur Post

Etappen & Gehzeiten

  • Spitzsteinhaus (1:30 h)
  • Gipfel Spitzstein (2:30 h)
  • Altkaseralm (3:00 h)
  • Mesneralm (3:30 h)
  • Wanderparkplatz (4:00 h)

Von Sachrang zum Spitzsteinhaus

Meine heutige Tour in den Chiemgauer Alpen starte ich an der St. Michael Kirche in Sachrang. Dort gibt es ein paar Stellplätze. Unter der Woche ist die Gefahr klein, dass ich den Parkplatz während einer kirchlichen Veranstaltung blockiere. Mein Weg führt mich durch den Ort und schließlich hinauf nach Mitterleiten. Es geht am Waldrand entlang, schnurstracks gerade aus und steil bergauf. Die Steinmoosalm liegt auf 1.150 m und unweit des ersten Grenzsteins, den ich entdecke. Die Tour verläuft jetzt gewissermaßen auf der Grenzlinie zwischen Bayern und Tirol. Ein Stück später treffe ich auf eine einzelne Dame, die sehr flink den Berg hinauf steigt. Mit ihr unterhalte ich mich dann auch prompt: über Blumen.

Im Aufstieg zum Spitzsteinhaus geht es an einer Privathütte vorbei. | Spitzstein - Chiemgauer Alpen

Im Aufstieg zum Spitzsteinhaus geht es an einer Privathütte vorbei.

Sie weist mich auf die Krokusblüte am Heuberg hin und auf ein paar andere Gipfel mit besonderer Blumenpracht. Ich kann ihr nur den Tipp zu einem Gipfel geben, an dessen Hang man im Sommer jede Menge Edelweiß finden kann: die Schochenspitze in den Tannheimer Bergen. Dann geht sie weiter und ist mir bald weit voraus. Bald passiere ich das Spitzsteinhaus und lass auch die Altkaseralm hinter mir. Stapfe weiter, den immer gleichmäßig steilen Pfad hinauf. Solange bis ich mir einen Müsliriegel lang Pause gönne. Der Blick in die Nachbarschaft der Chiemgauer Alpen, ins Kaisergebirge und in die Zillertaler und Stubaier Alpen ist von hier schon mal spitze.

Auf dem Spitzstein in den Chiemgauer Alpen

Über die Südseite steige ich weiter zum Gipfel des Spitzsteins auf. Der Weg wird steiniger, ich quere den Hang und er schmelzende Schnee macht alles ein wenig matschig. Weiter oben, im Schutz des Waldes liegt noch wesentlich mehr von dem prächtigen Weiß. Inzwischen nutze ich meine Teleskopstöcke, damit ich beim Anstieg durch den Schnee genug Halt habe. Das funktioniert prima und nach kurzer Zeit sehe ich das Gipfelkreuz zum ersten Mal. Fünf Minuten später bin ich am Gipfel des Spitzsteins angekommen und genieße erst Mal in Ruhe das Gipfelpanorama.

Gipfelblick übers Inntal und zum Mangfallgebirge. | Spitzstein - Chiemgauer Alpen

Gipfelblick übers Inntal und zum Mangfallgebirge.

Und das ist heute hammermäßig! Die Loferer Steinberge im Osten, vis a vis Zahmer und Wilder Kaiser, unter mir das Inntal. Dahinter die Zillertaler und Stubaier Alpen. Im Westen – zwar diesig, aber nicht weniger stimmungsvoll – der Blick zum Mangfallgebirge mit dem Wendelstein. In der unmittelbaren Umgebung: westlich das Kranzhorn und der Heuberg, auf der anderen Seite die Chiemgauer Alpen mit Feichteck, Karkopf und dahinter der Hochries. Sie liegen da wie aufgefädelt. Gegenüber der Geigelstein, weiter hinten die Kampenwand.

Abstieg und Einkehrschwung an der Altkaseralm

Mit mir sind nur noch zwei andere Bergwanderer hier oben und tanken ordentlich Sonne und Panorama. Aber irgendwann ist es gut und wir beginnen unabhängig voneinander mit dem Abstieg. Der führt erst Mal auf dem Aufstiegsweg bis zur Altkaseralm. Dort entschließe ich mich auf einen Einkehrschwung mit Apfelschorle und Genussbier Halt zu machen. Das tut so gut, ich könnte noch ewig in der Sonne sitzen. Aber bald muss ich weiter. Nicht wieder am Spitzsteinhaus vorbei, sondern ich will über die Mesneralm nach Sachrang zurück.

Nach dem Abstieg vom Gipfel ein kurzer Stopp an der Altkaseralm. | Spitzstein - Chiemgauer Alpen

Nach dem Abstieg vom Gipfel ein kurzer Stopp an der Altkaseralm.

Auf diesem Weg bin ich heute völlig alleine. Nach einem großen Schneefeld geht es in den Wald. Dort ist es echt ein wenig düster und irgendwie auch zu still. An den Bäumen überall übertrieben bunte Markierungen. Soll das der Wanderweg sein oder ist das ein Irrweg. Bisserl gespenstisch ist es schon. Ich wandere gespannt durch den Wald und erwarte nach jeder Biegung so ein skurriles Hexenhäuschen. Aber da kommt keins. Im Gegenteil, ich trete aus dem Wald auf eine Lichtung und da steht die Mesneralm: Puh, zum Glück! Hier bin ich richtig. Und Fantasie ist eben fast alles.

Zurück nach Sachrang

Von der Mesneralm ist es nicht mehr weit. Ich flitze bergab durch den Wald. Wieder eine Lichtung und dann wieder durch den Wald. Flitzen macht schon jede Menge Spaß, wenn mir die Wurzeln keine Beine stellen. Die Sonne steht schon tief, als ich aus dem Wald hinaus ins Freie trete. Die letzten paar hundert Meter gehe ich über eine kleine Teerstraße nach Sachrang zurück und sehe schon von Weitem die Kirche. Clever: Jetzt finde ich mein Auto sofort.

Mit den letzten Sonnenstrahlen erreiche ich Sachrang. | Spitzstein - Chiemgauer Alpen

Mit den letzten Sonnenstrahlen erreiche ich Sachrang.

Ja, das war er. Ein Klassiker in den Chiemgauer Alpen: der Spitzstein. Wirklich, auch wenn es heute nicht so rund lief, die Tour war einfach toll. Ich steh total auf diese Mischung aus kleinen Steigen, steinigen Anstiegen und scheinbar verwunschenen Waldpfaden. Im Sommer werde ich bestimmt noch mal auf den Spitzstein gehen – mal ohne Schnee und mehr Flora und Fauna. Die Chiemgauer Alpen sind eben einfach eine Perle in den Bayerischen Alpen.

Bilder Spitzstein Wanderung

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