Die 12 Apostel – Etappe 4 & 5 Altmühltal Panoramaweg

Werbehinweis: Dieser Beitrag wurde vom Tourismusverband Naturpark Altmühltal unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Die 12 Apostel zählen mit Sicherheit zu den schönsten Geotope in Bayern. Die Felsformation liegt im malerischen Altmühltal zwischen Solnhofen und Esslingen und zieht sich am östlichen Ufer entlang der Altmühl. Die 12 Apostel bildete einst einen Riffgürtel des tropischen Jurameeres und entstand vor ca. 150 Millionen Jahren.

Einen Tipp Vorweg: Nach den 12 Aposteln – oder davor, je nachdem, in welcher Richtung man auf dem Altmühltal Panoramaweg wandert – besucht unbedingt den 13. Apostel! Ein kleines Gasthaus am Fuße der 12 Apostel, das gute Brotzeit sowie große und leckere Kuchenstücke serviert!

Die 12 Apostel sind ein absoluter naturhistorischer Höhepunkt auf dem Weitwanderweg im Naturpark Altmühltal. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Darum werden wir diese bemerkenswerten Dolomitfelsen heute über den Altmühltal Panoramaweg erwandern. Die heutige Etappen führen von Burg Pappenheim, entlang der Altmühl, bis nach Mörnsheim und auf die Reste der gleichnamigen Burg.

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Tourensteckbrief

Etappen & Gehzeiten

  • Aussichtspunkt Hollstein (0:50 h)
  • Sola Basilika Solnhofen (2:30 h)
  • Die 12 Apostel (3:10 h)
  • 13. Apostel (3:30 h)
  • Burg Mörnsheim (5:00 h)
  • Gasthof Zum Brunnen (5:15 h)

Sehenswürdigkeiten

Burg PappenheimSola Basilika12 Apostel – GeotopBurg Mörnsheim

Damals … in Pappenheim

Bereits bei der Planung unserer Tour zu den 12 Aposteln, hatten wir festgelegt, in Pappenheim zu starten. Genauer gesagt: Mit einer Besichtigung der Burg Pappenheim zu beginnen. Wir, dass sind mein Vater und ich, für ein Wochenende auf dem Altmühltal Panoramaweg. Ein Männerwochenende. Auf den Spuren meines Vaters Vergangenheit, quasi. Bereits vor einigen Jahren waren wir hier auf einer Rundwanderung zu Burg Pappenheim hinauf gewandert. Wir blickten über die Stadt und die Wälder ringsherum, und mein Vater erzählte mir damals von seiner großen Liebe in Neudorf bei Pappenheim.

Das war um 1963, vor 55 Jahren also. Mein Vater war Mitte 20, schwer verliebt und schon mit ihr verlobt: Marianne hieß sie. Da war mein Vater öfter in Pappenheim. An das Caféhaus Lämmermann hatte er noch sehr lebhafte Erinnerungen. Heute stehen wir wieder auf der Burg Pappenheim, blicken über die Stadt und die Wälder ringsherum und mein Vater erinnert sich wieder an diese Zeit. Heute ist mein Vater 80 Jahre. Als er so seinen Blick über Pappenheim schweifen lässt und an die Zeit damals zurückdenkt, habe ich das Gefühl, dass er noch lange nicht 80 Jahre alt ist – mit seinem spitzbübischen Lächeln. Aus der Verlobung wurde leider nicht mehr. Vielleicht ganz gut so … für meine Mutter und mich.

Altmühltal Panoramaweg Burg Pappenheim - 12 Apostel

Blick über Pappenheim von Burg Pappenheim aus.

Von Pappenheim nach Solnhofen

Wir setzen unsere Besichtigung auf Burg Pappenheim fort. Dabei haben wir noch Glück, denn Graf Egloffstein – der Burgherr – hat ein wenig Zeit und führt uns durch Vor- und Hauptburg. Die Burg ist ein Kleinod auf der Frankenalb und beherbergt ein Historisches und ein Jagd-Museum. Nach knapp drei Stunden auf der Burg – erste Bauten stammen aus dem 11. Jahrhundert – gehen wir wieder in die Stadt zurück. Das Caféhaus Lämmermann möchte mein Vater gerne nochmal sehen. Aber da kommen wir drei Monate zu spät. Denn das wurde leider im April 2018 abgerissen. Die Chefin des Hotels Sonne in Pappenheim konnte uns noch ein paar Details darüber erzählen. In dem sehr schönen Hotel hatten wir übernachtet und auch die kulinarischen Spezialitäten am Abend zuvor genießen dürfen.

Altmühltal Hollerstein - 12 Apostel

Auf dem Hollerstein über Zimmern.

Die Strecke zwischen Pappenheim und Solnhofen ist angenehm komfortabel und abwechslungsreich. Wir wandern auf einem Wiesenpfad, später über einen Forstweg, oberhalb der Trockenhänge von Zimmern. Am Hollerstein, ein Aussichtsfels oberhalb des kleinen Ortes, haben wir einen schönen Blick über das Altmühltal und auf die vielen Wachholderbüsche der Juratrockenhänge. Der Hollerstein vermittelt auch einen ersten Eindruck von der ähnlichen Felsformation der 12 Apostel. Denn die Dolomitfelsen sind verwandt, nur dass die 12 Aposteln ein regelrechtes Band aus Jurafelsgestein sind. Nach Zimmern wandern wir über Forstwege durch den idyllischen Hangwald. Außer einem jungen Wanderer, der seit 8 Wochen von Gunzenhausen nach Italien und nun wieder zurück wandert, treffen wir niemanden an.

Kurz vor Solnhofen machen wir eine kurze Kaffeepause an einem Picknickplatz. Wir sind voll ausgerüstet! Das Wasser kocht bereits auf dem kleinen Gaskocher, ein süßer Snack liegt bereit und während mein Vater im Wanderführer Infos über die 12 Apostel nachschlägt, zupfe ich an meiner neuen Wanderhose von Kraxl herum. Ganz nebenbei: Die Wanderhose ist einfach genial und super angenehm! Ein nachhaltiges Produkt aus meiner Heimatstadt Landsberg am Lech. Soviel Lokalpatriotismus darf schon sein.

Ein herrliches Fleckchen hier vor Solnhofen. Wir genießen den Kaffee und die Ruhe noch ausgiebig, bis wir schließlich zusammenpacken und uns wieder auf den Weg machen. Auf uns warten nämlich zwei Highlights: Die sehr alten Reste der Sola Basilika in Solnhofen und danach die spektakulären Felsen der 12 Apostel.

Von den Karolingern zu den 12 Apostel

Der Abstieg vom Höhenzug nach Solnhofen ist schnell erledigt. Wir bahnen uns den Weg durch die Gemeinde, überqueren die Altmühl und erreichen schließlich an der Klosterkirche Solnhofen die Sola Basilika. Im Grunde handelt es sich hier nicht um Reste einer Kirche. Hier wurden die Mauerreste von fünf verschiedenen Kirchen freigelgt. Arkaden, Säulen und Mauerreste, die zum Teil auf das Jahr 650 zurückdatiert werden konnten, darf man kostenlos besichtigen. Im Jahr 793 besuchte Karl der Große – zu diesem Zeitpunkt war er noch kein Kaiser – den Eremiten Sola. Dieser war ein angelsächsischer Priester, der an diesem Ort eine Mission errichet hatte. Während den Grabungen stieß man sogar auf Siedlungsspuren, die bis in die Steinzeit zurückreichen – also bis zu 8.000 Jahre! Auch Spuren der keltischen und römischen Epoche wurden entdeckt. Sagenhaft! Der kleine Abstecher, bevor wir die 12 Apostel erreichen werden, hat sich absolut gelohnt!

Fernwanderweg Altmühltal Panoramaweg 12 Apostel

Impossante Felsformation: die 12 Apostel.

Wir müssen zurück auf den Altmühltal Panoramaweg und weiter zu der Felsformation 12 Apostel. Darauf sind wir schon den ganzen Tag gespannt. Also steigen wir wieder bergauf. Ein Zubringerweg des Weitwanderweges ist ausgewiesen. Überhaupt: Die Beschilderung auf dem Altmühltal Panoramaweg ist ausgezeichnet. Man braucht eigentlich gar keine Wanderkarte. Vom Ortsrand geht es über den Wanderparkplatz Römertal Richtung Süden und damit auf 12 Apostel zu. Hier beginnt auch das Naturschutzgebiet “Juratrockenhang mit der Felsgruppe 12 Apostel”. Das Naturschutzgebiet mit den 12 Apostel wurde 1984 gegründet. Entlang eines Pfades und nach einem Wäldchen, erreichen wir den ersten Aussichtsfels der 12 Apostel, mit Blick auf das zerklüftete Felsband der 12 Apostel. Der ist über einen Stichweg neben einer Bank erreichbar.

Die 12 Apostel sind Reste eines Riffgürtels des Jurameeres, das sich hier vor rund 150 Millionen Jahren noch befand. Die Felsformation bildete sich über lange Zeit aus einer Schwamm-Algen-Kalkmischung. Die bemerkenswerte Erscheinung der 12 Apostel wie wir sie heute sehen, entstand vor zwei Millionen Jahren. Durch stetige Erosion wurden einzel stehende Felstürme herausgearbeitet. Und während vor dem Mittelalter die 12 Apostel mit dichtem Mischwald bestanden waren, wurde durch stetige Rodung und die mittelalterliche Schaf- und Ziegenzucht, das Gelände der 12 Apostel in einen für das Altmühltal typischen Trockenhang verwandelt.

Diese Trockenhänge – wie auch die Gungoldinger Wachholderheide – beherbergen heute eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Wir wandern auf den 12 Apostel entlang und nehmen uns Zeit, die Felstürme und deren Umgebung genauer zu betrachten. Bevor wir nach Eßlingen absteigen, sitzen wir noch auf einer Bank und genießen den weiten Blick über das Altmühltal und die bizarre Felsformation. Das hat schon etwas Meditatives.

Über den Maxberg nach Mörnsheim

Der Abstieg von dem Felsband der 12 Apostel nach Eßlingen ist kurz. Die Wandermarkierungen führen uns direkt zum Gasthaus 13. Apostel. Eßlingen ist ein kleiner Ort mit den für diese Region typischen Jurahäusern. Nirgendwo anders als im Altmühltal gibt es diese besondere Bauweise der Jurahäuser. Der Name Jurahhaus leitet sich von den Jurakalkplatten ab, mit denen diese Häuser gedeckt werden. Sie sind meist gedrungen mit kleinen Fenstern: Das Erdgeschoß ist aus Kalkstein aufgemauert, der erste Stock besteht meist aus Fachwerk. Das Dach besitzt eine auffällig flache Neigung und wird – wie erwähnt – mit Kalkplatten gedeckt. Diese werden ausschließlich aus dem Plattenkalk um Solnhofen gefertig.

Altmühltal Panoramaweg Mörnsheim - 12 Apostel

Blick auf Mörnsheim und die hochgelegene Burgruine an Schlossberg.

Der 13. Apostel ist so ein Jurahaus. Es ist aber auch ein Gasthaus, bei dem Gastfreundschaft groß geschrieben wird. Deftige Brotzeit oder groß und sehr leckere Kuchenstücke erwarten den Wanderer. Wir sitzen also im Garten des Gasthauses und lassen es uns schmecken. Die Stärkung kam uns gerade recht, denn nach der Passage über die 12 Apostel führt der Wanderweg auf der anderen Seite des Tals den Maxberg hinauf. Über einen Forstweg gehen wir stetig bergan, bis wir schließlich aus dem Wald heraustreten und auf dem Werksgelände der Solnhofener Stone Group (SSG) stehen. Das lokale Kalksteinwerk, das nach eigenen Worten den legendärsten Kalkstein der Welt abbaut und verarbeitet. Es ist ein renomiertes Natursteinunternehmen. Wahrscheinlich ist es auch das einzige Unternehmen dieser Art, durch dessen Werksgelände ein Fernwanderweg führt. Sehr spannend!

Auf dem Gelände befindet sich die werkseigene Kantine, der Schnorgackl. Sie ist für jedermann geöffnet, also auch für jeden Wanderer. Aber eben nur zu deren Öffnungszeiten. Jetzt ist sie zu und wir wandern über das Gelände der SSG Richtung Mörnsheim. Das ist unser heutiges Etappenziel und gar nicht mehr weit weg. Es gibt dort auch noch eine Burgruine, die ich auf jeden Fall besichtigen werde. Der Altmühltal Panoramaweg führt uns an das Gailachtal ran. Wir blicken auf aufgelassene alte Steinbrüche. Bänke laden ein, in Ruhe den Blick über Mörnsheim schweifen zu lassen. Vis a vis im bewaldeten Hang, spitzen die Reste der Burg Mörnsheim hervor.

Die Burg Mörnsheim war einst Außenposten der Bischöfe von Eichstätt. Während der Ort Mörnsheim bereits um 918 erstmals erwähnt wurde, taucht die Burg das erste Mal 1225 in einer Urkunde auf. Sehr auffällig ist der Kastenhof mit dem Markttorturm. Der Treppengiebelbau stammt aus dem Jahr 1612. Er wurde direkt dem Torturm aus dem Jahr 1404 angegliedert. Der Kastenhof beherbergt heute das Heimatmuseum und das Rathaus von Mörnsheim. Zudem ist das Markttor heute noch der Zugang zum historischen Zentrum von Mörnsheim. Jedes Jahr im Mai werden 1.000 Lämmer, Schafen und Ziegen auf den Rathausplatz und durch die Gassen zu den Sommerweiden über dem Altmühltal getrieben: der “Altmühltaler Lammauftrieb”. Der zugehörige Schäfer- und Handwerkermarkt von Mörnsheim dürfte für jeden Besucher diesen erlebnisreichen Tag abrunden.

Unser Tag wird am Gasthof zum Brunnen abgerundet. Mein Highlight des Tages sind die 12 Apostel! Klar, beide Burgen zu besichtigen war für mich persönlich als Burgenliebhaber sehr spannend. Aber die 12 Apostel sind einfach ein absolut bemerkenswertes Naturschauspiel. Und ich möchte fast sagen: “Wer nicht bei den 12 Apostel war, der war nicht auf dem Altmühltal Panoramaweg!”.

Bilder zur Etappe

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Eichstätt Willibaldsburg - Altmühltal Panoramaweg
Auf geht’s nach Eichstätt – Etappe 8 Altmühltal Panoramaweg

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