Die feindlichen Brüder – Rheinsteig Etappe 13

Werbehinweis: Dieser Beitrag wurde vom Rheinsteig Büro und den Top Trails Of Germany unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Diese Etappe auf dem Rheinsteig führt von Kestert nach Kamp-Bornhofen und ist ein eher kurzer Wanderspaziergang, dessen Ziel die feindlichen Brüder sind. Aussichtsreich und gemütlich geht es an der Hochuferkante über dem Rhein entlang. Bisweilen führt die Route des Rheinsteigs auch ein wenig ins Hinterland. Abwechslung darf sein. Die feindlichen Brüder – zwei Burgen, die auf benachbarten Felshügeln erbaut worden waren – erzählen die Sage zweier Brüder, die sich in dieselbe Frau verliebten, darüber in Streit gerieten und am Ende doch wieder Freundschaft schlossen. Aber lest selbst …

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Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Kestert / Kamp-Bornhofen
  • Distanz: 9,5 km
  • Reine Gehzeit: 3:00 h
  • Höhenmeter: ↑ 410 m • ↓ 415 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Burg Liebenstein • Burg Sterrenberg / Landhotel Becker

Etappen & Gehzeiten

  • Aussicht: Hindenburghöhe (1:00 h)
  • Burg Liebenstein & Sterrenberg (2:30 h)
  • Bahnhof Kampf-Bornhofen (3:00 h)

Sehenswürdigkeiten

Burg Liebenstein • Burg Sterrenberg

Gemütlicher Abschnitt am Rheinsteig

Start in Kestert am Bahnhof: Nach ein wenig Aufstieg und zweieinhalb Kilometern erreiche ich die Hindenburghöhe. Sie ist ein felsiger Aussichtspunkt mit kleinem Pavillion, hoch über dem Rhein. Das absolut besondere: Der Blick nach Norden auf die feindlichen Brüder. Ein Burgenpaar am rechten Rheinufer. Aber dazu später mehr. Also, Aussichtpunkte, die auf einem Fels liegen, gibt es viele entlang des Rheinsteigs und können meist über einen kleinen Stichweg erreicht werden. Nach einigen Minuten der herrlichen Aussicht, mach ich mich wieder auf den Weg und will Strecke machen. Diese Etappe ist zwar kurz und eher ein Spazierwanderweg im Vergleich zur Etappe 14, aber mich treibt es auf die feindlichen Brüder zu.

Bis nach Lykershausen führt mich eine Forststraße mit leichter Steigung. Hier bietet sich mir ein malerisches Frühlingsbild mit satten Farben: Das frische Grün der Felder und Wälder, der kräftig gelbe Raps und ein paar ausgelassene Pferde, die über ihre Koppel toben. Dann geht es durch den Ort und ich kann eine fast 100 Jahre alte Wasserpumpe bestaunen, die dort ausgestellt ist. Auch gibt es am Straßenrand einen kleinen Stand mit „Drinks & Snacks to go“. Selbstbedienung und Vertrauenskasse. Eine tolle Idee, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es direkt am Rheinsteig nicht immer. Für mich geht’s aber weiter: Dreieinhalb Kilometer wollen noch gewandert werden, bis ich die feindlichen Brüder erreiche. Kurz vor den beiden Burgen geht es wieder in den Wald. Am Waldrand erwartet mich ein weiß-blauer Bauwagen, an dem die Tafel der Andechser Brauerei prangt. Ich stutze einen Moment: Hab ich mich verlaufen? Bin ich schon wieder in Bayern? Der Rheinstieg ist weiß-blau?

Vor Lykershausen: Frühling und übermütige Pferde. | Rheinsteig Feindliche Brüder

Vor Lykershausen: Frühling und übermütige Pferde.

Die feindlichen Brüder

Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich also endlich die feindlichen Brüder: die Burgen Liebenstein und Sterrenberg. Natürlich werden die beide Burgen von mir erkundet. Ich kann vor allem Burg Sterrenberg empfehlen: Dort lässt sich eine kühle Erfrischung und der weite Ausblick hoch über dem Rhein genießen. Burg Sterrenberg hat ihren Ursprung im 11. Jahrhundert. Sie wurde bereits um 1034 als Reichsburg urkundlich genannt und war seit 1568 nicht mehr bewohnt. Sie zählt zu den ältesten Burgen des Mittelrheins und heute – restauriert – im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz. Burg Liebenstein ist wesentlich jünger. Sie wurde erst Ende des 13. Jahrhunderts errichtet und ist im direkten Vergleich viel kleiner als Burg Sterrenberg. Burg Liebenstein war bereits um 1529 als unbewohnbar zu bezeichnen.

Entgegen der Sage über die feindlichen Brüder, fanden nie Kampfhandlungen zwischen den Besatzungen beider Burgen statt. Ihren Ursprung hat die Sage über die feindlichen Brüder im ausgehenden 16. Jahrhundert. Sie erzählt davon, dass sich die beiden Söhne des Heinrich Beyer von Boppard in Hildegard, das Ziehkind Heinrichs, verliebt hatten. Konrad und Heinrich, gerieten über ihre Liebe nicht in Streit. Heinrich ließ seinem Bruder Konrad den Vortritt, als er merkte, dass auch Hildegard diesen liebte. Die Söhne hatten von ihrem Vater inzwischen jeder eine Burg erhalten, die auf zwei benachbarten Hügeln erbaut worden waren. Der junge Heinrich zog ins Heilige Land auf Kreuzzug. Nach einiger Zeit tat es Konrad seinem Bruder gleich und zog ebenfalls ins Heilige Land, um wie sein Bruder, Heldentat zu vollbringen. Während Heinrich wieder von diesem Kreuzzug heimkehrte, verschlug es Konrad nach Athen. Erst später kehrte dieser zurück. Inzwischen wohnten Hildegard und Heinrich – nicht als Liebespaar – gemeinsam auf Burg Liebenstein, um nicht völlig allein auf den beiden Burgen zu leben.

Konrad kehrte schließlich zurück und brachte eine griechsiche Schönheit an seiner Seite mit nach Hause. Die Kränkung Hildegards verbitterte seinen Bruder Heinrich so sehr, dass er seinen Bruder zum Duell forderte. Doch Hildegard verhinderte den Kampf und ging als bald ins Kloster nach Boppard. Die Brüder waren entzweit. Doch bald darauf verließ die Griechin Konrad für einen anderen Ritter. Mit schwerem Herzen wandte sich Konrad an seinen Bruder, der ihm keine Vorwürfe mehr machte und so kam es, dass die feindlichen Brüder wieder Frieden miteinander schlossen. Nach wenigen Jahren starb Konrad. Heinrich wollte nicht länger an diesem Ort weilen und ging ins Kloster bei Bornhofen. Es heißt, dass Heinrich und Hildegard am selben Tag verstarben und die Glocken der beiden Klöster zur gleichen Zeit Trauer läuteten.

Blick auf die "feindlichen Brüder": Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg. | Rheinsteig Feindliche Brüder

Blick auf die “feindlichen Brüder”: Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg.

Der Rheinsteig und das Rheinsteig-Büro

Nach meiner Besichtigung der Burgen, verlasse ich die feindlichen Brüder und steige ab nach Kamp-Bornhofen. Meine Unterkunft ist heute das Landhotel Becker, das eine vorzügliche Küche besitzt und einen sehr guten Spätburgunder aus Bacherach im Weinkeller lagert.

Das Rheinsteig-Büro und etliche Kommunen hegen und pflegen den Rheinsteig, sowie alle Rund- und Zuwege. Frank ist einer von zehn Mitarbeitern des Rheinsteig-Büros und hat in meinen Augen einen abwechslungsreichen und spannenden Job. Er kümmert sich nicht nur um das Marketing, Partner und Events. Er ist auch immer wieder selbst auf dem Rheinsteig unterwegs. Wie ich sehen konnte, hat er immer eine kleine Säge und Pflanzenschere im Rucksack, um den Verwuchs von Wandermarkierungen zu beseitigen. Er achtet auf seinen Rheinsteig und dessen Wanderer. Ist mit voller Leidenschaft auf ihm unterwegs, das merkt man einfach und das färbt ab!

Die Philosophie des Rheinsteig-Büros: Die Wege des Rheinsteigs sollen abwechslungsreich, naturnah und spannend sein. Die Anbindung an Gastronomie, Unterkünfte und öffentliche Verkehrsmittel ist wichtig und gut integriert. Das Wegeleitsystem soll informieren, offensichtlich und intuitiv sein. Es soll vernetzen und Auskunft geben. Die Zusammenarbeit mit Qualitätsgastgebern ist sehr wichtig, denn sie sollen die Botschaft des Rheinsteigs ebenso tragen. So blickt der Rheinsteig auch inzwischen auf 10 Jahre Wandererlebnisse, im Jubiläumsjahr 2015 – herzlichen Glückwunsch und weiter so!

Bilder zur Tour

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