Auf geht’s nach Eichstätt – Etappe 8 Altmühltal Panoramaweg

Werbehinweis: Dieser Beitrag wurde vom Tourismusverband Naturpark Altmühltal unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Die schöne Barockstadt Eichstätt: Wer nicht in Eichstätt war, war auch nicht im Naturpark Altmühltal. Also wandern wir heute über knapp zwei Etappen von Rieshofen bis nach Eichstätt. Wir werden die Tour nach Eichstätt aber in die entgegengesetzte und ab Rieshofen gehen. Dafür gibt es zwei Gründe: An der Burg Rieshofen, die als ehemalige Wasserburg schön an der Altmühl gelegen ist zu starten, stellt für Burgenliebhaber einfach ein Highlight gleich zu Beginn dar.

Die Strecke zwischen Rieshofen und Eichstätt führt viel durch Wald, über Forststraßen und Pfade. Neben den Highlights an Start- und Zielpunkt, warten die Buchhüller Mammuthöhle und vor allem eine üppige Natur voller Artenvielfalt auf uns. Außerdem krönen wir den Abschluss dieser Etappe mit einer kleinen Besichtigungstour durch Eichstätt. Am Ende ist sogar noch Zeit, um der spektakulären Burg Nassenfels – Nähe Eichstätt – einen Besuch abzustatten.

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Tourensteckbrief

  • Charakter: Wandern (T1)
  • Anforderung: Kondition
  • Start/Ziel: Burg Rieshofen / Eichstätt Residenzplatz
  • Distanz: 15,5 km
  • Reine Gehzeit: 4:50 h
  • Höhenmeter: ↑ 455 m • ↓ 465 m
  • Einkehr/Übernachtung – Eichstätt:
    Gasthof “Zum Gutmann”Hotel Garni Fuchs

Etappen & Gehzeiten

  • Buchhüller Mammuthöhle (1:40 h)
  • Kapelle Maria Hilf (4:00 h)
  • Gasthof Zum Gutmann (4:35 h)
  • Residenzplatz Eichstätt (4:50 h)

Sehenswürdigkeiten

Burg RieshofenBuchhüller Mammuthöhle • Barockstadt EichstättWillibaldsburg

Burg Rieshofen an der Altmühl

Burg Rieshofen - Eichstätt - Altmühltal Panoramaweg

Zugang zur Burg Rieshofen erhält man von Osten über eine Holzbrücke.

Unser heutiges Ziel ist die Barockstadt Eichstätt. Wir haben rund 15 km auf dem Altmühltal Panoramaweg vor uns. Starten werden wir an der Burg Rieshofen. Diese liegt am südlichen Ortsrand der gleichnamigen Gemeinde, direkt am Ufer der Altmühl. Ca. 10 Minuten abseits des Altmühltal Panoramawegs. Die Burg ist mit einem Wassergraben umzogen, dessen beide Enden in der Altmühl münden. Die Burg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut und war Sitz der Edlen von Rieshofen, die im Dienste des Hochstifts Eichstätt standen. Das Domkapitel von Eichstätt kaufte die Burg 1310 auf. Bereits anfang des 17. Jahrhunderts war die Burg zur Hälfte eine Ruine.

Es wird erzählt, dass der Bauerssohn Mathias Kornprobst im Jahr 1689 aus der Riedenburger St. Johanniskirche silbernes Meßgerät gestohlen hatte. Ein jüdischer Kaufmann namens Joseph aus Töging kaufte Mathias die Hehlerware ab. Beide wurden aber gestellt. Während der Bauerssohn nach seinem Geständnis durch das Schwert starb, wurde Joseph erst mehrmals gefoltert und schließlich durch das Halsgericht zu Eichstätt zum langsamen Hungertod verurteilt. Dazu brachte man ihn nach Rieshofen und er wurde durch das Angstloch in das Verlies des Bergfrieds abgeseilt. Nach 42 Tagen starb er schließlich. Seitdem wird der Bergfried im Volksmund “Hungerturm” genannt.

Wir betreten die Burg über eine Holzbrücke, an der eine ausführliche Info-Tafel über die Burg Aufschluß gibt. Der dominierenden Bergfried vereinnahmt uns sofort. Ansonsten ist außer ein paar Grundmauerreste nicht mehr viel von der einstigen Wasserburg übrig. Die Lage an der Altmühl ist sehr idyllisch. Nach einer Weile brechen wir wieder auf. Über den Bruckweg geht es vorbei an einem Gehöft. Weiß getüncht und mit drei langgezogenen Scharten – sie erinnern an Schießscharten – vermute ich, dass es sich hier um den Meierhof der Burg Rieshofen handelt. Wir ziehen weiter die Straße “Am Gsteig” bergauf und biegen dann links in den Altmühltal Panoramaweg ein. Jetzt geht es nach Eichstätt … die nächsten 15km.

Die Buchhüller Mammuthöhle

Mammuthöhle Buchhüll- Eichstätt - Altmühltal Panoramaweg

Zugang zur Mammuthöhle bei Buchhüll.

Der Wanderweg führt uns über offenes Gelände, mit viel Ausblick, nach Westen. Wir laufen bald durch Wald und überqueren schließlich die Jurastraße zw. Walting und Rapperszell. An einem Picknickplatz bietet sich ein schöner Ausblick auf Walting. Weiter geht es entlang des Waldrands. Nach einem guten Stück führt uns der Wanderweg leicht rechts, wieder in den Wald hinein. Wir passieren spannende Felsformationen, die mitten im Wald verstreut sind und kommen an eine Weggabelung, an der wir links abbiegen. Hier haben wir bereits die Gemeindegrenze der Stadt Eichstätt überschritten. Rechter Hand weisen uns ein paar Wegweiser den Pfad hinauf zur sog. Mammuthöhle von Buchhüll.

Ein kurzes Stück bergauf und schon stehen wir vor einem vergitterten Felsenloch. Wer in die Höhle hineingeht, kann einen Blick in die Tiefe werfen. Die Höhle wurde 1903 von einem Jäger entdeckt. Dort wurden Skelette eines Mammuts, von Wollnashörner, Steppenwiesente und Höhlenhyänen gefunden, die ca. 50.000 Jahre alt sind. Man vermutet, dass die Höhle als Wasserstelle diente. Aufgrund des steilen Felsrandes, seien die Tiere wohl abgerutsch, hineingestürtz und verendet. Sie können heute im Museum der Willibaldsburg in Eichstätt besichtigt werden.

Wer an der Höhle kurz rasten will, der kann das auf der gegenüberliegenden Bank tun. Danach geht es zurück zu den Wegweisern und auf die Forststraße. Die leitet uns nun über ein langes Stück Richtung Eichstätt. Erst auf Höhe von Pfünz treten wir wieder aus dem Wald hinaus und haben endlich wieder freie Sicht auf das Altmühltal. Gegenüber liegt die Ortschaft Pfünz und wir können das ehemalige Römerkastell über dem Ort erkennen. Ein Fernglas ist hier durchaus empfehlenswert!

Auf geht’s nach Eichstätt

Zum Gutmann Eichstätt - Altmühltal Panoramaweg

Ankunft am Gasthaus Zum Gutmann: Tolles Jurahaus mit Biergarten. Sehr zu empfehlen!

Unaufhaltsam zieht es uns nun weiter, auf die schöne Barockstadt Eichstätt zu. Im Vorfeld haben wir uns ein wenig eingelesen: Eichstätt ist nicht nur eine der schönsten Barockstädte, Eichstätt ist vor alle auch eine sehr lebendige Universitätsstadt. Wer sich in den Kopf gesetzt hat, den Altmühltal Panoramaweg am Stück zur erwandern, dem empfehle ich, in Eichstätt einen Pausetag einzulegen. Eichstätt bietet soviel Geschichte, Kultur und Leben, dass es sich mehr als lohnt, hier einen ganzen Tag zu verbringen und sich durch die Stadt treiben zu lassen. Wir haben das vor. Also wir wollen uns den restlichen Tag zu gutem Essen und durch die schöne Altstadt treiben lassen. Ein fabelhaftes Kontrastprogramm zu der Fülle an Natur, die wir zwischen Rieshofen und Eichstätt erleben: Felsformationen, Pflanzenvielfalt, Wachholderheide, Schafe, Schmetterlinge in Scharen und urzeitliche Höhlen. Das begleitet uns zwischen Rieshofen und Eichstätt.

Eichstätt hat über 13.500 Einwohner und gehört erst seit der Gebietsreform von 1972 zum Bezirk Oberbayern. Aber gehen wir ein Stück in der Geschichte der Stadt zurück: Vor rund 150 Millionen Jahren verlief hier der nördliche Rand des Jurameeres mit seinen Korallenriffen wie beispielsweise die 12 Apostel bei Solnhofen. Erste Siedlungsspuren des Menschen konnten auf das 10. Jahrtausend vor Christi Geburt datiert werden. In der Hallstatt- und Keltenzeit – 8. – 5. Jhd. v. Chr. – gab es an dieser Stelle eine kleine Siedlung. Ihnen folgten die Römer. Die Gegend um Eichstätt war bis 260 n. Chr. noch Teil der römischen Provinz Raetia. Bereits 740 wurde in einer Urkunde der Ort “Eihstat” erwähnt. 1042 wurde Eichstätt dann das Stadtrecht verliehen. 1075 wird der romanische Dom in Eichstätt fertiggestellt. Er wird später weiter ausgebaut werden.

Residenzplatz Eichstätt - Altmühltal Panoramaweg

Das Ensemble des Residenzplatzes in Eichstätt.

1237 lehnen sich die Bürger in Eichstätt gegen den Bischof auf und verjagen ihn aus der Stadt. Im selben Jahr schließen aber beide Parteien wieder Frieden. 1355 begann man damit, an der Stelle einer alten Befestigung aus der Zeit um 1070, eine neue Burg zu errichten: die Willibaldsburg. Währenddessen hat das Bürgertum in Eichstätt im 13 und 14. Jahrhundert seine Blütezeit. Aber Eichstätt wurde auch von schlechten Zeiten heimgesucht: So wurde die katholische Hochburg während des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Truppen geplündert, auch wurden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert über 240 Menschen der Hexerei angeklagt. 222 wurden verurteilt und hingerichtet. Während der Zeit des NS-Regiems fand die Willibaldsburg als Außenlager des KZs Flossenbürg Verwendung. Den Krieg überstand die Stadt Eichstätt unbeschadet.

Es gäbe noch weit mehr über Eichstätt zu berichten, dass es hier gar kein Platz finden kann. Wandert einfach über den Altmühltal Panoramaweg und verbringt eine gute Zeit in der schönen und spannenden Barockstadt Eichstätt! Und wo man gut essen kann, möchtet ihr wissen? Nun, aus eigener Erfahrung kann ich das Gasthaus “Zum Gutmann” und den “Braugasthof Trompete” empfehlen. Sie liegen jeweils am Ende der Straße “Am Graben”, nahe am Altmühltal Panoramaweg. Und auf der Hälfte der Strecke zwischen beiden Gasthäusern, findet ihr das Informations-Zentrum Naturpark Altmühltal. Damit ist Eichstätt quasi auch das Herz des Altmühltals und seines Qualitätswanderweges.

Zu Besuch in Burg Nassenfels

Bevor wir aus Eichstätt abreisen, hat uns der Tourismusverband Naturpark Altmühltal ermöglicht, die Burg Nassenfels zu besichtigen. Während man das Innere der Burg nur zu Veranstaltungen oder als Gast eines von zwei in der Burg befindlichen Ferienhäusern betreten kann, haben wir nun das Glück, mit dem Burgherren einen Stunde die Burg zu besichtigen und über viele kleine und großen Fragen zur Burg Nassenfels und zum Burgenbau in Oberbayern im Allgemeinen zu sprechen.

Burg Nassenfels - Eichstätt - Innenansicht

Innenansicht der Burg Nassenfels, mit rekonstruiertem Wehrgang zw. den beiden Nordtürmen.

Burg Nassenfels zählt zu den ältesten Burgbesitzungen des Bistums Eichstätt.  Erstmals wird 1189 Arnold von Nassenfels als Amtsmann des Bistums Eichstätt erwähnt. Die Bischöfe von Eichstätt bauen die Burg im Laufe der Jahrhunderte aus. Burg Nassenfels beherbert zwar ein Pflegamt, doch seit dem 18. Jahrhundert amtieren die Amtsmänner meist nur mehr in Eichstätt, so dass die Burg langsam verfällt. Ende des 18. Jahrhunderts wurden französische Kriegsgefangene in der Burg interniert. Nach der Angliederung Eichstätts an Bayern im Jahr 1806 wurde die Burg versteigert. Der erste Abbruch fand 1807 statt: das dreistöckige Pflegerhaus (Palas). 1808 brach man die Burgkapelle ab. Und 1867 diente die Burg Nassenfels als Steinbruch für den Bahnhofsbau in Adelschlag.

1982 entdeckt man bei archäologischer Ausgrabungen im Burghof ein jurazeitliches Korallen- und Schwammriff.  Es handelt sich um eine artesische Quelle, bei der Karstwasser in Quelltöpfen an die Oberfläche steigt.

Seit 1984 renoviert der heutige Burgherr in mühevoller Eigenarbeit die Burg Nassenfels und rekonstruiert diese auch stellenweise. So wurde z.B. der Gedeckte Wehrgang an der Nordmauer nachgebaut.

Bilder zur Etappe

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12 Apostel am Altmühltal Panoramaweg
Die 12 Apostel – Etappe 4 & 5 Altmühltal Panoramaweg

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