Outdoor

Im Elbsandsteingebirge wandern ist spannender als Du denkst!

Im Elbsandsteingebirge wandern war ich bisher noch nie. Kannte die Region nur aus Erzählungen. Und eigentlich hatte ich auch gar nicht vor, dort zu wandern. Einfach nur, weil ich jede Menge andere Touren im Kopf habe. Aber da hatte ich meine Rechnung wohl ohne Claudia und Jörg von den Minimulis gemacht. Minimuli ist ein Synonym für Spontanität. So steht es zumindest in meinem Duden.

An einem Donnerstag Abend, ich bastle gerade so an meinem Blog herum, da meint Jörg: Komm doch morgen zu uns und wir machen eine Tour. Am Freitag sitze ich um 16 Uhr im Auto, auf dem Weg nach Dresden. Am nächsten Tag sind wir dann im Elbsandsteingebirge wandern. Das Wetter ist perfekt, es sind fast keine Leute unterwegs und wir sind absolut gut drauf! Wie halt immer mit den beiden.

Die Tour im Überblick

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Wandern/Komfortable Sicherung (T1/K1)
  • Anforderungen: Kondition/Für Erfahrene keine Sicherung notwendig
  • Start/Ziel: Parkplatz Beuthenfall
  • Distanz: 8,5  km • Gehzeit: 3 h
  • Höhenmeter: 575 m •  575 m

Etappen:

  • Affensteine
  • Ausblick Reitsteig
  • Idagrotte
  • Carolafelsen
  • Wanderparkplatz
Download

Im Elbsandsteingebirge wandern und boofen

Wie ist das mit dem Elbsandsteingebirge geographisch? Elbsandsteingebirge und Sächsische Schweiz? Und: boofen? What the heck ist denn bitte boofen?  Und diese gelben Ablagerungen auf dem Sandstein, was ist das? Alles Fragen, die mir Claudia präzise beantwortet: Unglaublich, ein wandelndes Lexikon! Das Elbsandsteingebirge teilt sich in die Sächsische Schweiz (Deutschland) und in die Böhmische Schweiz (Tschechien) und den Sandstein bewohnt stellenweise die Schwefelflechte. Gut und das Boofen?

Elbsandsteingebirge_Minimulis_287

Am Fuße der Affensteine

Das ist mir bisher völlig unbekannt: Boofe ist ein Schlafplatz im Freien, der unter überhängendem Sandstein, mit Feuerstelle, liegt. Davon gibt es einige im Elbsandsteingebirge. Boofen selbst ist das Schlafen im Freien. Also ist das Boofen die spezielle und beliebte sächsische Art des Biwakierens. Wer im Elbsandsteingebirge wandern geht, der findet einige gekennzeichnete Stellen zum Boofen. Im Kerngebiet Nationalpark ist das Boofen mit Feuer allerdings aus verständlichen Gründen nicht erlaubt.

Also boofen wir heute nun? Nein, es ist einfach noch zu kalt in der Nacht. Für Temperaturen unter Null bin ich nicht ausgerüstet. Das macht aber nichts, denn Jörg offenbart mir die Tourenhighlights: Wir kraxeln ein paar Stiegen hinauf und auf dem Rückweg geht es durch die Wilde Hölle. Das klingt richtig spannend! Schnellen Schritts gehen wir los. Über Forststraßen, die man auch wunderbar mit dem Rad abfahren kann. Da heisst es nicht nur, im Elbsandsteingebirge wandern, sondern auch radeln! Das merke ich mir.

Wie das Monument Valley, nur anders

Wir nehmen die sehr gut versicherte Häntzschelstiege in Angriff. Hui, darauf bin ich gar nicht vorbereitet. Das macht nichts, denn die Stiegen sind der Hammer! Das ist für den ersten Klettersteig in diesem Jahr perfekt! Claudia wird jetzt sofort einwerfen: „Das ist eine Stiege, kein Klettersteig!“ Wie auch immer, es macht sehr viel Spaß!

Elbsandsteingebirge_Minimulis_361

Panorama vom Carolafelsen: Schrammsteine & Falkenstein vorne

Das Ganze wird von der Aussicht getoppt, die wir oben angekommen, genießen. Oben, das ist auf den Affensteinen. Und als Claudia später wissen will, nach was die Landschaft für mich aussieht, da sage ich nur: „John Wayne.“, zu ihr. Was ich eigentlich sagen wollte: Für mich sieht es von hier oben aus wie im Monument Valley. Nur anders. So früh im Jahr ist es noch wenig grün hier. Im Sommer im Elbsandsteingebirge zu wandern, ist sicher frischer, grüner.

Im Verlauf der Tour, kommen wir immer wieder an felsige Aussichtspunkte und haben eine tolle Sicht auf die Umgebung. Zur Festung Königstein rüber, oder zum Falkenstein und zur Hohen Liebe. Auf der anderen Seite der neue Wildenstein mit dem Felstor Kuhstall. Beeindruckend fand ich auch die Idagrotte. Eine große Höhle und Nische im Sandstein. Wir machen hier eine Pause und sitzen fast wie auf einem riesengroßen Balkon aus Sandstein, der sich entlang der Felswand schlängelt.

Fahr doch zur Hölle

Atemberaubend und spannend, die Durchquerung der "Wilden Hölle"!

Atemberaubend und spannend, die Durchquerung der „Wilden Hölle“!

Den absoluten Traumausblick haben wir vom Carolafelsen. Das sehen andere auch so, denn hier treffen wir auf einige Wanderer. Bisher war es beinahe ungewöhnlich menschenleer. Nach einer Weile machen wir uns dann wieder auf: Treten den Rückweg an. Die Schatten werden allmählich länger und wir bahnen uns als Nächstes den Weg durch ein Birkenwäldchen, dessen Bäume alle merkwürdig stark gebogen sind. Und dann fahren wir zur Hölle.

Genauer gesagt sind wir in der Wilden Hölle gelandet. Wir bahnen uns den Weg durch enge Gassen aus feuchtem Fels und Moosbewuchs. Hier ein paar Eisentritte, dort eine steile und schmale Leiter. Es hört schier gar nicht mehr auf. Macht aber höllisch Spaß! Nach ein paar zirkusreifen Artisteneinlagen können wir dem dunklen Felsschlund ins Freie entfleihen. Wir gehen wieder entlang einer Forststraße auf die Affensteine zu. Damit schließt sich der Kreis unserer Tour und wir erreichen bald wieder den Parkplatz.

Der Trail waren jetzt nur 8,5 km lang. Aber ich habe zehnmal so viele Eindrücke gesammelt, als auf langen Touren. Die Sächsischen Schweiz ist eine wirklich atemberaubend Schönheit. Wandern im Elbsandsteingebirge zählt für mich jetzt schon zu den Highlights des Jahres. Der Mix aus bizarrer Sandsteinkulisse, Fernsicht, Wander- und Kletterspaß, hat diese Tour besonders gemacht. Wieder ein unveressliches Outdoor-Erlebnis mit Claudia und Jörg. Hoffe das nächste mal können wir wieder gemeinsam im Elbsandsteingebirge wandern und dann auch boofen?!

Alle Bilder zur Tour

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

8 Kommentare

  1. Muli Antwort

    Hallo Alex,

    echt klasse Dein Bericht, wenn ich nicht dabei gewesen wäre, dann wäre ich jetzt echt neidisch! Der Artikel ist so lebendig geschrieben, dass man gleich eine Fortsetzung lesen will. Ich hoffe, dass wird ein Mehrteiler!

    Grüße
    Jörg

    1. Alex

      Hey Jörg,
      danke für das Lob. Kann ich aber zurück geben für Eure Tourenwahl und den Spaß, den wir zusammen hatten. Auch später von 21:00 bis 08:00 Uhr unterwegs in DD.

      Zum Frühstück im Café Europa auf eine Gulaschsuppe 😀

      cheers
      Alex

    1. Alex

      Hey Sarah,

      vielen Dank! Ja, auf das boofen bin ich noch sehr gespannt. Das m u s s ich noch machen, definitiv!

      cheers
      Alex

  2. Jens | Hiking Blog Antwort

    Einen sehr schöner Bericht hast du da geschrieben und schöne Fotos mitgebracht!

    Ich war damals auch absolut beeindruckt von der Sächsische Schweiz. Vor allem die vielen Sandsteintürme und das riesige Waldgebiet, soweit das Auge reicht haben mich total fasziniert. Und auch die Bastei und die Felsenburg Neurathen waren sehr beeindruckend. Kam mir damals alles so unwirklich vor, weil ich solche Landschaftsformationen vorher noch nie live gesehen hatte.

    1. Alex

      Hi Jens,

      vielen Dank! Weißt Du, mir ging es wie Dir. Ich war von der Landschaft erst überrascht, dann eingetaucht und zum Schluss nur überwältigt. Ich hatte nicht erwartet, dass diese Landschaft so beeindruckend ist.

      Nur von den Burgen habe ich noch nichts gesehen. Stolpen, beim vorbeifahren. 😉
      Das kommt aber auch noch dran!

      cheers
      Alex

  3. Pingback: Im Elbsandsteingebirge wandern ist spannender als Du denkst! - Unterwegs mit den Minimulis - Blogout

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.