Festung Hohenurach – Kreis Reutlingen

Westlich von Bad Urach thront die Festung Hohenurach auf einem bewaldeten Hügel in 692 m Höhe, der zwischen dem Erms- und Maisental liegt. Ihre Anfänge lagen in einer kleinen, romanischen Burganlage des Mittelalters im 11. Jahrhundert. Im 16. und 17. Jahrhundert, zur Festung ausgebaut, zählte sie mit den Festungen Hohenneuffen, Hohentwiel und Hohenasperg zu den wichtigsten Stützpunkten des Landes.

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Lage & Infos Festung Hohenurach

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Beschreibung

Standort

Die Festung Hohenurach unterlag insgesamt vier Bauphasen. In der ersten Bauphase (11. – 13. Jahrhundert) wurde eine erste Burg Hohenurach gebaut. Deren Bausubstanz ist heute nur noch in der Umfassungsmauer der Kernburg zu finden. In der zweiten Phase (14. – 15. Jahrhundert) wurde die bestehende Burg Hohenurach grundlegend erneuert. Dabei wurden einige Teile der Burg abgebrochen. Aus dieser Zeit stammt der Schlossbau mit Saal und das „Heimliche Gewölbe“.

In der dritten Bauphase (erste Hälfte des 16. Jahrhunderts) fand der ausschlaggebende Umbau zur Festung statt. Es wurden die äußere Umfassungsmauer mit fünf Türmen und einbefestigter Erdwall errichtet. Die Kernburg wurde umfunktioniert: Garnisons- und Waffenbauten kamen hinzu. Auch der markante Wachstubenturm wurde errichtet. In der letzten Bauphase (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts) wurde die Festung weiter befestigt. Weiter Tore kamen hinzu und das sogenannte Neue Werk wurde begonnen, aber nicht fertiggestellt.

Anlage

Die Festung Hohenurach lässt sich in zwei Ebenen unterteilen. So hat es zumindest Günter Schmitt in seinem Burgenführer dokumentiert. Die erste Ebene beinhaltet den Burgweg, der von Süden steil zur Festung und an dem Wachstubenturm vorüber führt. Dort sind noch Reste des ehemaligen äußeren Tores erkennbar. Dem folgt, nach einer Linkskurve, das ehemalige dritte Tor. Danach trifft man auf den Zwischenhof und dem unteren Torgewölbe. Hat man dies durchschritten, steht man auf dem Vorhof und hat Reste des Upfinger Turms am linken Ende des Vorhofs vor sich. Die erste Ebene umfasst auch noch den großen und kleinen Zwinger, welche die Kernburg umfassen. Inklusive der Umfassungsmauern und einer ehemaligen Kapelle von 1662, die auf der südlichen Vorbefestigung steht.

Vom Vorhof führt ein langer Tunnel, das Obere Torgewölbe schließlich in die Kernburg und somit auf die zweite Ebene der Festung Hohenurach. Hat man diesen durchschritten, sticht sofort der Brunnen ins Auge, der im linken Bereich des Burghofs steht. Der Hof stellt den Mittelpunkt der Kernburg dar und hat eine polygonalen Grundriss. Rechts, auf der Torseite, befinden sich die Reste der Gesindeküche und eines ehemaligen Gewölberaums für Vorräte. Wirklich markant ist der hochaufragende Mauerrest mit Giebel des Nordflügels, der die Begrenzung des Baus an der Ostseite markiert. Von ihm verläuft die Ruine des Nordflügels nach Westen hin.

Am westlichen Ende führt eine schmale Steintreppe in das Heimliche Gewölbe hinab. Dort sind noch zwei Lichtscharten vorhanden. Das Heimliche Gewölbe der Festung Hohenurach konnte seinerzeit von der Ritterstube aus per Falltür über eine Steintreppe erreicht werden. Beachtung findet auch der Rest des Fensters im ehemaligen gotischen Saalbau. Im Osten der Anlage steht unübersehbar ein Fenster in gotischem Baustil, das Teil des Gotischen Saals war. Es weist drei Bögen auf und besitzt auch Sitzbänken in der Fensternische.

Historie

Entstehung

Hohenurach wurde durch die Grafen von Urach zwischen 1030 und 1050 gegründet. Burg Hohenurach wurde erstmals in einer Urkunde von 1235 schriftlich erwähnt. 1264 ging der Besitz der Burg Hohenurach, nach dem Tod des Grafen Berthold von Urach, per Vertrag an Württemberg und Fürstenberg. Erst in 1428 wurde der erste grundlegende Umbau an Burg Hohenurach vorgenommen.

1519 musste Herzog Ulrich während des Streits mit dem Schwäbischen Bundes die Burg verlassen. Erst 1534 konnte Herzog Ulrich die Burg nach Beschießung wieder in seinen Besitz bringen. Er und sein Sohn Herzog Christoph ließen die Burg für rund 42.000 Gulden zwischen 1540 und 1556 zur Festung ausbauen.

Im November 1634 wurde die Festung Hohenurach von kaiserlichen Truppen belagert. Die Belagerung endete im Juli 1635 mit der Einnahme der Festung. Die Bürger der Stadt Urach stellten den Antrag, die Festung Hohenurach zu sprengen und zu schleifen, da die Festung für die Stadt von jeher ein Unsicherheitsfaktor war. Dem Wunsch wurde nicht entsprochen.

Niedergang

Zwischen 1641 und 1649 stand die Festung Hohenurach unter bairischer Besatzung. In den Jahren 1663 bis 1669 wurden umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Festung Hohenurach durchgeführt. Die Außenwerke wurden erweitert. Im Jahr 1693, während der französischen Überfälle, war die Festung Hohenurach für viele Flüchtenden ein sicherer Zufluchtsort.

Ein Blitzschlag zerstörte 1694 den Pulverturm des großen Zwingers. Herzog Karl Eugen betrachtete die Festung Hohenurach 1761 als unkomfortabel, unrentabel und nicht zeitgemäß. Er gab die Festung auf. Ein Jahr darauf wurden bereits Teile der Festung abgebrochen, um Baumaterial für den Neubau des Schloss Grafenecks zu gewinnen. Die Festung Hohenurach dient fortan als Steinbruch für den Bau andere Gebäude und Brücken.

Bilder Festung Hohenurach

Literatur

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4 – ISBN: 3-924489-58-0
  • Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon – ISBN: 3-86047-219-4
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Residenzschloss Urach: Südseite mit Fachwerkanbau und Südturm.
Residenzschloss Urach – Kreis Reutlingen
Schloss Goldeck: Südseite des kastenförmigen Schlossbaus.
Schloss Goldeck – Kreis Bayreuth

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