Von Falkenberg nach Neuhaus im Waldnaabtal – Goldsteig Etappe 3

Werbehinweis: Dieser Beitrag zum Waldnaabtal wurde vom Tourismusverband Ostbayern e.V. unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Die Etappe 3 auf dem Goldsteig beginnt in Falkenberg am Dorfplatz. Die Route führt zunächst aus Falkenberg hinaus und auf das Tirschenreuther Waldnaabtal zu. Wir wandern rund acht Kilometer durch das Naturschutzgebiet. Selten habe ich das Wandern in Bayern märchenhafter erlebt, als hier im Waldnaabtal! Vielleicht im nahen Fichtelgebirge, das an Regentagen wie eine alte Sagenwelt erscheint. Das Waldnaabtal steht mit seinen bizarren Granitfelsformationen denen im Fichtelgebirge um nichts nach: uralte Natur pur! Das Waldnaabtal geht schließlich in das Johannisthal über und bald sind wir auch in Neuhaus am Marktplatz, das von Zoiglstuben gesäumt ist. Sehenswert ist auch die Burg Neuhaus mit seinem markanten Bergfried. Wer Lust und Zeit hat, der macht noch einen Abstecher in das benachbarte Windischeschenbach.

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Tourensteckbrief

  • Charakter: Wandern (T1)
  • Anforderung: Kondition
  • Start/Ziel: Dorfplatz Falkenberg / Marktplatz Neuhaus
  • Distanz: 14,5 km
  • Reine Gehzeit: 4:30 h
  • Höhenmeter: ↑ 300 m • ↓ 310 m
  • Einkehr/Übernachtung:  Blockhütte • Zoiglstuben Schoilmichl • verschiedene Zoiglstuben am Marktplatz Neuhaus

Etappen & Gehzeiten

  • Am Sauerbrunnen (1:05 h)
  • Blockhütte (1:30 h)
  • Burgstall Altneuhaus (2:00 h)
  • Waldfriedenhütte (3:10 h)
  • Zoiglstuben Schoilmichl (4:15  h)
  • Burg Neuhaus (4:30 h)

Sehenswürdigkeiten

Das Waldnaabtal • Burgstall Altneuhaus • Burg Neuhaus

Im Waldnaabtal

Die Waldnaab - Goldsteig Wanderweg

Märchenhaftes Waldnaabtal.

Am Morgen des dritten Tages unseres Goldsteigabenteuers, verlassen wir Falkenberg bei leichtem Regen. Der Qualitätswanderweg führt vom Dorfplatz nach Süden und schließlich entlang des Ortsrandes in Richtung Hammermühle. Wir blicken noch einmal zurück zur Burg Falkenberg, bevor wir ihr ganz den Rücken zu drehen. Der Parkplatz vor der Hammermühle ist verlassen. Kein Wunder: Wer sonst, außer Christian und mir, würde an so einem verregneten Morgen freiwillig wandern gehen? Genau, niemand. Und daher treffen wir unterwegs auch niemanden. Wir haben das Waldnaabtal für uns ganz alleine. Das nenn ich heutzutage Wanderluxus!

Das Waldnaabtal ist einige Millionen Jahre alt. Mit stoischer Geduld hat sich die Waldnaab durch das Granitmassiv zwischen Falkenberg und Windischeschenbach gegraben. Heute fließt und gurgelt sie zwischen Hängen und Felswänden. Ihr Bett ist übersät mit Granitfelsbrocken, die kurios geschliffen und geformt sind. Einige dieser bizarren Felsskulputen haben Namen: Der turmhafte Kammerwagen, das sog. (Teufels-)Butterfass, die Gletschermühle, der Amboss und der Tischstein, um nur einige zu nennen. Zum Naturschutzgebiet wurde es erstmals im Juli 1950 erklärt.

Es geht auch die Sage, dass einst Ritter Kuno von Falkenberg mit seinen Knappen im Waldnaabtal eine holde Maid verfolgte. Wie ein gehetztes Reh floh die verängstigte Jungfrau entlang der Naab. An einer steile Felswand war ihr der Weg versperrte. Schon hatten sie ihre Verfolger eingeholt. Da stürzte sie sich mutig mit dem Rufe „Dass Gott Genad!“ in die Fluten der Waldnaab und erreichte auch wirklich unbeschadet das andere Ufer. Plötzlich erloschen die Rufe der Verfolger und hinter ihr war Stille. Als sie sich umsah, da waren ihre Verfolger, der Ritter Kuno und seine Knappen, samt Roß, zu Stein verwandelt. Seit dem hört man zur Zeit des Abendläuten klagende Jammerlaute im wilden Felsengewirr der Waldnaab.

Ob zu dieser Zeit noch die drei Burgen des Waldnaabtals, Burg Schwarzenschwal, Burg Herrenstein und Burg Altneuhaus, die einst auf Granitfelstürmen gestanden hatten, weiß man nicht. Heute erinnern nur noch kleine Hinweistafeln an die einstigen Burganlagen. Zu sehen ist dort schon lange nichts mehr, außer die spektakulären Granitfelsen, auf denen sie einst thronten. Den Burgstall Altneuhaus erklimme ich dann auch kurzerhand über einen unscheinbaren Waldpfad. Stehe bald auf dem Felsplateau des Burgfelsens und kann nur mehr wage Gräben und Wälle erkennen. Einzig der tief eingeschnittene Halsgraben ist nur gut erkennbar.

Durch das Johannisthal nach Neuhaus

Das Naturschutzgebiet Waldnaabtal endet einige Meter nach dem Gedenkstein für den Waldnaabtalvereinsgründer Ferdinand Windschiegl. Der Goldsteig leitet uns noch ein gutes Stück über eine Forststraße, bis er auf einen Waldpfad abzweigt. Dem Pfad folgen wir bergauf über Stock und Stein und bald wandern wir hoch über der Waldnaab. Ein wenig erinnert mich dieser Waldpfad an die Münchner Hausberge, wie er sich so im Hangwald hinaufwindet. Es dauert nicht lange und die Stille im Wald muss dem Rauschen der Autobahn weichen. Lange bevor wir sie sehen können, hören wir sie schon: Hier überspannt eine Brücke der A 93 das Waldnaabtal. Kurz vor der Autobahnbrücke, kommen wir an der Waldfriedenhütte vorbei. Sie liegt nah an der A 93 und ist angeblich zeitweise bewirtschaftet. Heute leider nicht, also wandern wir weiter und freuen uns schon auf eine Brotzeit in Neuhaus.

Schoilmichl | Goldsteig Wanderweg Waldnaabtal

Urige Zoiglstuben am Goldsteig: Der Schoilmichl.

Nachdem wir die Autobahn hinter uns gelassen haben, erreichen wir über einen Wald- und Wiesenpfad Johannisthal im Waldnaabtal. Dort passieren wir das Diözesan-Exerzitienhaus Johannisthal. Ein paar nüchterne Steingebäude scheinen uns dabei zu beobachten, wie wir diese auf dem Goldsteig zur Hälfte umrunden. Ein stiller Ort. Dient er doch auch der Spiritualität und ist ein Ort der Meditation und Begegnung. Wir begegnen niemandem und so bahnen wir uns in aller Stille den Weg nach Neuhaus. Erst durch einen schmalen Pfad, durch Büsche, über eine Brücke und auf einer ruhigen Forststraße. Kurz vor einer Staatstraßen kommen wir an der Mündung der Fichtelnaab in die Waldnaab vorüber. Die Fichtelnaab entspringt am Ochsenkopf im Fichtelgebirge. Also quasi am Fränkischen Gebirgsweg, den wir 2015 schon entlang gewandert waren. Schließlich passieren wir ein paar Fischweiher und gehen ein ganzen Stück bergauf: Die Brotzeit in Neuhaus will verdient sein.

Wir erreichen den Stadtrand von Neuhaus und der Goldsteig führt uns hier erst einmal aus dem Waldnaabtal hinaus und direkt auf den Neuhauser Marktplatz. Vis a vis sehen wir schon die Zoiglstube, den Schoilmichl. Der Schoilmichl hat einen urigen Gewölbekeller als Wirtsstube und im Hof einen kleinen Biergarten mit ausreichend Bierbänken. Er ist einer von sechs Kommunbrauern in Neuhaus am Marktplatz. Der Zoigl und die deftige Brotzeit sind köstlich und preislich sehr günstig. Also sitzen wir nun im Hof, in der Sonne und genießen die oberpfälzer Spezialitäten. Genau so wie es uns gestern die Falkenberger ans Herz gelegt hatten. Denn der Schoilmichl war ein Tipp aus erster Hand: Wer wird es besser wissen, als die Einheimischen!?

Gestärkt geht es über den schönen Marktplatz zum Schafferhof. Der Schafferhof zählt zu den schönsten Zoiglstuben der Region. Hat nur heute leider geschlossen. Dahinter sehen wir schon den markanten Bergfried der Burg Neuhaus. Sie stammt aus dem Jahr 1300 und beherbergt heute das Waldnaabtal Museum. Der Bergfried – auch Butterfass genannt – kann zu den Öffnungszeiten des Museums sogar bestiegen werden und bietet ein tolle Rundumsicht über das Waldnaabtal.

Bilder zur Etappe

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Neustadt Panorama Goldsteig
Von Neuhaus über Neustadt nach Oberhöll – Goldsteig Etappe 4
Blick auf Falkenberg am Ufer der Waldnaab. | Goldsteig Falkenberg Etappe 2
Von Friedenfels nach Falkenberg – Goldsteig Etappe 2

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