Von Neuhaus über Neustadt nach Oberhöll – Goldsteig Etappe 4

Werbehinweis: Dieser Beitrag zu Neustadt a. d. Waldnaab wurde vom Tourismusverband Ostbayern e.V. unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Die Etappe 4 auf dem Goldsteig beginnt für uns an der Burg Neuhaus in Neuhaus und führt uns zunächst entlang der Waldnaab aus Neuhaus hinaus. Wir passieren bald die Hutzlmühle mit ihren alten Wehranlagen und bleiben immer in der Nähe der Waldnaab, bis wir schließlich Neustadt an der Waldnaab erreichen. Neustadt ist eine Perle unter den oberpfälzer Städten. Sein alter Stadtkern strahlt förmlich und lädt jeden Wanderer ein, ein wenig in Neustadt zu bleiben und sich am Stadtplatz zu stärken. Von Neustadt an der Waldnaab geht es schließlich weiter nach Wilchenreuth mit der einzigen romanischen Kirche der Oberpfalz. Im nächsten Ort – Theisseil – lädt der Landgasthof Kett zum Einkehrschwung ein. Danach steigen wir stetig den Fischerberg hinauf, bis wir die Strobelhütte und den Vierlingsturm erreichen. Von hier geht es immer bergab, bis nach Oberhöll und zum Hölltaler Hof. Auch wenn der Goldsteig hier weiter nach Leuchtenberg führt, wir müssen leider von Oberhöll die Heimreise antreten und gehen dafür nach Weiden – ebenso wie Neustadt – eine wunderschöne alte Stadt der Oberpfalz.

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Tourensteckbrief

  • Charakter: Wandern (T1)
  • Anforderung: Kondition
  • Start/Ziel: Burg Neuhaus / Oberhöll – Hölltaler Hof  /  Bahnhof Weiden
  • Distanz: 22,5 km bis Hölltaler Hof  //  30 km bis Bhf Weiden
  • Reine Gehzeit: 6:00 h bis Hölltaler Hof  //  8:00 h bis Bhf Weiden
  • Höhenmeter: ↑ 620 m • ↓ 530 m bis Hölltaler Hof  // ↑ 705 m • ↓ 760 m bis Bhf Weiden
  • Einkehr/Übernachtung:  In Neustadt am Stadtplatz • Hotel GraderLandgasthof Kett in TheisseilStroblhütte am Vierlingsturm • Hölltaler Hof • in Weiden am Marktplatz

Etappen & Gehzeiten

  • Hutzlmühle (1:05 h)
  • Neustadt (2:00 h)
  • Wilchenreuth (3:30 h)
  • Theisseil (4:15 h)
  • Vierlingsturm (5:20 h)
  • Hölltaler Hof (6:00 h)
  • Altstadt Weiden (7:30 h)
  • Bahnhof Weiden (8:00 h)

Sehenswürdigkeiten

Altstadt Neustadt • Kloster St. Felix • Romanische Kirche St. Ulrich • Vierlingsturm • Altstadt Weiden

Entlang der Waldnaab nach Neustadt

Marktplatz Neustadt - Goldsteig Wanderweg

Blick über den historischen Stadtplatz in Neustadt an der Waldnaab.

Von der beeindruckenden Burg Neuhaus in Neuhaus, steigen wir ab, in das Waldnaabtal. Unser erstes und großes Ziel heute ist Neustadt an der Waldnaab. Neustadt soll eine Perle der oberpfälzer Städte sein. Und wenn ich mich noch richtig erinnere: Nach Neustadt an der Waldnaab verlässt der Goldsteig dann auch das Talniveau und führt stetig bergauf, bis auf den Fischerberg. Aber nichts überstürzen: Erst geht es nach Neustadt!

Als wir an der Waldnaab ankommen, führt uns eine kleine Teerstraße bis zu einem Klärwerk. Das umrunden wird und laufen bald wieder auf einem Waldpfad entlang der Waldnaab. Nachdem wir das Tal hinter uns lassen, ist auch schon die Autobahn zu hören. Wir wandern unter der A 93 hindurch und bis nach Wurz. Ein paar Pferde grasen gemütlich auf einem Feld. Ihre Fohlen dösen einfach so vor sich hin: Wahrscheinlich sind sie müde vom vielen Herumtollen?

Wir biegen indes nach rechst ab und überqueren die Waldnaab an der Hutzlmühle. Sie steht unter Denkmalschutz und hat bereits über 300 Jahre auf dem Buckel. Von der alten Mühle mit den sichtbaren Stauwehranlagen geht es links in einen Feldweg. Der führt uns zuerst an einer schnurgeraden Pferde(übungs)rennstrecke vorbei und wieder hinein, in die uns bekannte Szene des Waldnaabtals. Wir haben noch ca. sieben Kilometer bis nach Neustadt an der Waldnaab. Wir legen also einen Zahn zu und folgen dem Feld- und Waldpfad bergauf und bergab.

Der Weg schraubt sich hinauf, bis er ein Höhenweg über der Waldnaab geworden ist. Nachdem wir einen Ausläufer hinter uns gebracht haben, blicken wir zum ersten Mal auf die Dächer von Neustadt. Wir erreichen Neustadt an der Waldnaab schließlich über einen Uferweg der Waldnaab, der erst über eine Tunnelmündung der B 15 und dann an einem Campingplatz die Waldnaab vorbei führt. Entlang des Goldsteigs gelangen wir dann direkt auf den Stadtplatz von Neustadt.

Uns gegenüber befinden sich das Alte und Neue Schloss von Neustadt. Und über die rechte Schulter eröffnet sich ein malerischer Blick auf den alten Stadtkern von Neustadt: historisch und idylisch. Im südwestlichen Teil von Neustadt an der Waldnaab wurden in 2012 Funde gemacht, die das Siedeln von Menschen in der Ziet von 12.000 – 5.000 v. Chr. an dieser Stelle belegen. Erst sehr viel später, in einer Verpfändungsurkunde von 1217, wurde Neustadt schließlich das erste Mal urkundlich erwähnt. 1329 gelangte Neustadt an die wittelsbacher Pfalzgrafen. Zacharias Frank legte 1898 den Grundstein für die Bleiglasindustrie in Neustadt, als er einen Teil seiner Glashütte vom Bayerischen Wald nach Neustadt verlegte. Sogar um 1984 wurden hier noch zwei Glasfabriken betrieben. Indes war die Bleibelastung des Trinkwassers aufgrund der Glasindustrie in Neustadt sehr hoch, so dass es zu Ermittlungen und Protesten kam. Aber Neustadt an der Waldnaab hat weit mehr zu bieten: Viele denkmalgeschützte Bauten schmücken die Stadt, der idyllische Stadtkern zieht Besucher an und nicht zuletzt läßt man sich in Neustadt den Zoigl und viel frischen Fisch aus der Umgebung schmecken!

Gipfelsturm auf den Fischerberg

Nach Oberhöll - Goldsteig Wanderweg

Auf dem Weg von Theisseil nach Oberhöll: Christian und Reinhard.

Wir verlassen Neustadt an der Waldnaab an der Stadtpfarrkirche, durch eine Gewölbepassage am Glas- & Stadtmuseum, überqueren die Waldnaab mit Blick auf die “Rückseite” der Altstadt und gehen über die Felixallee stetig bergauf. Diese mündet nach der Stadtgrenze an der Wallfahrtskirche St. Felix, samt Kloster. Von hier haben wir noch einmal einen spektakulären Ausblick über die Landschaft um Neustadt. Der markante Basaltbergkegel in der Ferne ist der Parkstein. Er ist hier um Neustadt vom Goldsteig aus immer wieder zu sehen. Der Goldsteig führt uns nun aber nach Osten, weg von Neustadt. Wir treffen bald auf ein kleines altes Steinmännchen. Das Steinmänchen ist tatsächlich ein altes historisches Wegkreuz – auch Schwendenkreuz genannt. Es steht an einer markanten Eiche und trägt eine Pflugschar auf jeder Seite. Wir bewundern das alte Wegkreuz eine Weile, machen Fotos und gehen schließlich weiter.

Bald treffen wir auf einen Gedenkstein. Er ist dem Kaiser und König Karl IV. gewidmet, der 1354 seinen lieben Bürgern von Neustadt, samt Erben, scheinbar reichlich mit Holz und Stein beschenkt hatte – auf immer. Sicher nicht uneigennützig: So war sein Neustadt wohl für jeglichen Ausbau gewappnet. Nicht lange und wir erreichen Wilchenreuth. Den nächste Ort nach Neustadt, den wir erreichen. Hier steht die einzige romanische Kirche der Oberpfalz: St. Ulrich. Sie erscheint wie eine kleine Kapelle aus der Ferne. Zumal die barocke Zweitkirche St. Ulrich, ein viel größerer Bau ist. Jedoch, bei näherer Betrachtung, ist die romanische Kirche ein nicht kleiner Rechteckbau aus großen alten Quadern. Sie wurde wohl Ende des 12. Jahrhunderts erbaut.

Der Goldsteig führt an den beiden Kirchen vorüber und schließlich weiter, leicht bergauf und in einen Wald. Als wir den Wald wieder verlassen, setzen wir uns auf die erste Bank, die am Wegrand steht und genießen den Ausblick. Der Goldsteig ist hier inzwischen gut 100 Meter höher gelegen als in Neustadt. Den ersten Wanderer den wir heute treffen, kommt genau in diesem Moment an unserer Bank vorbei. Er hält an und unterhält sich ein wenig mit uns. Er ist ein wenig älter als wir und wandert den gesamten Goldsteig alleine – die Südroute – im Gedenken an seinen verstorbenen Freund, der ihn eigentlich begleiten sollte.

Wir treffen Reinhard später in Theisseil beim Landgasthof Kett. An der Bank gaben wir ihm den Tipp zum Gasthof, und er hatte sich mit der unausgesprochenen Vereinbarung dort auf uns zu warten, verabschiedet. Dort gibt es ein kühles Bier und eine guten Bortzeit für uns. So bleiben wir mit Reinhard noch ein wenig sitzen, bevor wir uns schließlich gemeinsam wieder auf den Weg machen. Wir haben dieselbe Etappe heute: Von Neuhaus über Neustadt, bis nach Oberhöll. So steigen wir also nun zu dritt den Fischerberg hinauf, kommen an dem Funkturm vorbei, den wir schon seit vor Neustadt in der Ferne gesehen haben, und erreichen schließlich den Vierlingsturm und die Strobelhütte. An der Strobelhütte setzen wir uns gemeinsam in den Schatten und bestellen noch ein Getränk: Seit Theisseil unterhalten wir uns unablässig und sehr angeregt. Nun ja, meist Christian und Reinhard. Ich fotografiere zwischendurch immer wieder. Reinhard wäre für uns der ideale Wanderpartner. Ich glaube, wir für ihn auch. Er macht sich aber schon mal auf den Weg und will gleich nach Oberhöll absteigen. Christian und ich besteigen vorher noch den Vierlingsturm. Der ist genau so hoch wie die Baumkronen ringsherum. Aussicht hat man hier am besten, wenn die Bäume noch kein Laub tragen.

Abschied vom Goldsteig

Altstadt Weiden Goldsteig Neustadt

Malerisch empfängt uns der Marktplatz in Weiden.

Abschied vom Goldsteig, heißt Abschied von Reinhard. Aber bis es sowit ist, genießen wir gemeinsam noch ein wirklich ausgezeichnetes Abendessen im Hölltaler Hof – im Freien. Es ist herrlich warm und wir unterhalten uns mit Reinhard sehr gut. Mir ist an dem Abend ein wenig wehmütig um’s Herz: Denn einerseits würde ich einfach so gerne immer weiter auf dem Goldsteig wander. So gerne würde ich die sagenhaften Burgen wie die Falkenberg, oder die wunderschönen Städte wie die von Neustadt entdecken. Zum anderen habe ich Reinhard ins Herz geschlossen. Dieses besondere Gefühl eben, wenn man auf einer langen Wanderung auf jemanden trifft, mit dem man vom ersten Moment an so ein saugutes Gefühl hat. Also eben so wie mit Christian schon immer – und jetzt mit Reinhard!

Wir frühstücken am nächsten Tag noch gemeinsam, machen Fotos und tauschen Adressen aus. Dann geht jeder seiner Wege: Reinhard an diesem Tag bis nach Leuchtenberg, Christian und ich bis nach Weiden. Von dort werden wir mit der Bahn nach Hause fahren müssen. Unser Weg nach Weiden führt nicht über einen der beiden Zubringer nach Weiden. Diese Zubringer am Goldsteig sind wirklich spitzenklasse! Sie verbinden den Goldsteig mit guten Verkehrsanbindungen und sind eng verteilt. Gestern hatten wir drei dieser Zubringer passiert: In Neuhaus, in Neustadt und bei Wilchenreuth. Heute gehen wir aber direkter nach Weiden und folgen dabei dem roten und grünen Kreis auf weißem Grund und schließlich dem roten W auf weißem Grund bis nach Weiden. Das sind von Oberhöll ca. neun Kilometer.

Wir erreichen Weiden am Max-Reger-Park und wollen noch ein wenig durch die Altstadt bummeln. Diese empfängt uns, wie auch Neustadt an der Waldnaab schon, mit wunderschönen alten Häusern an einem großen Marktplatzt. Nur während in Neustadt über den Stadtplatz noch der Verkehr geleitet wird, ist die Altstadt von Weiden Fußgängerbereich. Wir holen uns ein Eis und gehen nun durch die Gassen und die Altstadt von Weiden, bevor wir in den Zug nach Hause steigen. Ob der Name der Stadt Weiden von dem großen Vorkommen an Weidenbäumen, oder von den Weideplätzen für das Vieh abgeleitet wurde, ist heute nicht so genau belegt. Um 1241 wurde der Name „bei den Weiden“ das erste Mal erwähnt:  In einem Streit des Königs Konrad IV. mit den Markgrafen des Nordgaus, wurde Weiden als „apud Weithaa“ genannt. Im Dreißigjährigen Krieg war Weiden zweimal von schwedischen Truppen besetzt worden. Im 19. Jahrhundert wuchs die Glas- und Porzellanindustrie in Weiden.

Und noch vielen anderen Ereignissen war die Stadt ausgesezt. Heute ist Weiden, wie auch Neustadt an der Waldnaab, eine Perle der Oberpfalz. Und ich frage mich, weshalb ich nicht schon viel früher nach Weiden, nach Neustadt, ja eigentlich auf den Goldsteig gekommen bin! Aber dann wären wir nicht Reinhard begegenet: Alles hat eben seine Zeit.

Bilder zur Etappe

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Waldnaabtal | Goldsteig Etappe 3 Waldnaabtal
Von Falkenberg nach Neuhaus im Waldnaabtal – Goldsteig Etappe 3

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