Von Marktredwitz nach Friedenfels im Steinwald – Goldsteig Etappe 1

Werbehinweis: Dieser Beitrag zum Steinwald wurde vom Tourismusverband Ostbayern e.V. unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Auf der ersten Etappe des Goldsteigs, führt uns der Streckenverlauf durch die schöne Altstadt von Marktredwitz und zum Goldsteig Portal am Gerberhaus. Hier beginnt der Qualitätswanderweg ganz offiziell. Wir verlassen Marktredwitz in Richtung Waldershof. Dort machen wir einen kurzen Abstecher zur Burg Waldershof. Anschließend wandern wir stetig bergauf in den Naturpark Steinwald hinein. Teils über offenes Feld, teils durch Wald, geht es nach Süden.

Wir erreichen das Marktredwitzer Haus und beginnen den Anstieg zum höchsten Punkt der Tour: die Burg Weißenstein. Von ihrem Bergfried haben wir einen sagenhaften Fernblick. Wir verlassen die Burgruine, steigen im Steinwald bergab und wandern bis nach Friedenfels zur Schlossschänke – unserem Etappenziel. Geschichtlich und landschaftlich eine abwechslungsreiche und spannende Etappe!

Sehenswürdigkeiten

Marktredwitz Altstand am Markt • Gerberhaus – Zipprothplatz • Burg Waldershof • Basaltpferde • Burg Weißenstein

Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Gerberhaus Marktredwitz / Schlossschänke Friedenfels
  • Distanz: 20 km
  • Reine Gehzeit: 6:00 h
  • Höhenmeter: ↑ 540 m • ↓ 520 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Marktredwitzer Haus • Schlossschänke Friedenfels

Etappen & Gehzeiten

  • Gerberhaus / Goldsteig Portal (0:15 h)
  • Burg Waldershof (1:30 h)
  • Marktredwitzer Haus (3:50 h)
  • Burg Weißenstein im Steinwald (4:30 h)
  • Friedenfels (6:00 h)

Der Goldsteig beginnt in Marktredwitz – oder gleich dahinter!

Start am Gerberhaus in Marktredwitz | Goldsteig Steinwald Etappe 1

Am Geberhaus beginnt die Reise: Der erste Wegweiser des Goldsteigs und die gesamten Distanzen.

Fünf Tage Goldsteig liegen vor uns, als wir am Bahnhof in Marktredwitz aus dem Alex steigen. Mit dem Servusticket sind wir von München in die oberfränkische Stadt gefahren. Sie liegt zwischen dem Kösseine im Westen und dem Steinwald im Süden. Kaum 15 km östlich befindet sich bereits die Grenze zu Tschechichen. “Rawetz”, so wird die Stadt von den Einheimischen genannt. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde bereits um 1140 erstmals urkundlich erwähnt und hieß damals Redwitz oder Radewitze. Die Lage der Stadt am Steinwald war günstig an der Handelsstraße zwischen Nürnberg und dem böhmischen Eger gelegen und verschaffte Marktredwitz bald das Marktrecht. Zwischen 1389 und 1816 gehörte der Marktfleck zur freien Reichsstadt Eger, bis die Stadt wieder an das Königreich Bayern zurückging.

Aufstieg auf den Mascher Berg | Goldsteig Steinwald Etappe 1

Aufstieg auf den Mascher Berg.

Der erste Zubringer des Goldsteigs führt uns zu Beginn vom Bahnhofsviertel direkt in den Markt von Marktredwitz. Da bestaunen wir die alten Zeugnisse der Stadtgeschichte. Der Blickfang am Markt ist das alte Rathaus. Das stammt aus dem Jahr 1384 und wurde auf der ehemaligen Burganlage der Stadt erbaut. Heute zeugen von der ehemaligen Burg noch zwei Türme. Das heutige Aussehen erhielt das historische Rathaus um1592. Intessant: 1788 wurde einer der weltweit ersten Chemiefabriken in Marktredwitz gegründe: Die Chemische Fabrik Marktredwitz!

Wir gehen vom Markt Richtung Süden, über die Kössein und treffen auf das alte Gerberhaus, das aus dem Jahr 1780 stammt. Hier beginnt der Goldsteig ganz offiziell. Das sagen uns die Wegweiser, die hier die Nord- und Südroute ankündigen. Gleich hinter dem Gerberhaus befindet sich das Goldsteig-Portal. Ein Findling mit dem Goldsteigsymbol und eine Info-Tafel machen aus unserem Start ein kleines Erlebnis. Es ist doch immer etwas besonderes, wenn man die ersten Schritte einer langen Tour ganz bewusst geht. Also bahnen wir uns den Weg durch den Stadtteil Dörflas und laufen durch den weitläufigen Auenpark, bis wir die Stadt hinter uns lassen. Nach den ersten drei Kilometern geht es auf einem Wiesenpfad über ein weites Feld. In der Ferne spitz schon der Steinwald hervor.

Der Blick schweift weit, wir atmen einmal tief ein. Christian und ich – so wie jedes Jahr, wenn wir auf Tour gehen: Jetzt sind wir endlich auf unserem Goldsteig angekommen!

Von Burg Waldershof zum Marktredwitzer Haus

Wir wandern Richtung Süden, laufen an der Siedlung Rosenhammer vorbei und durchschreiten ein kleines Nadelwäldchen. Kurz bevor es dann nach Waldershof hineingeht, treffen wir auf die Wegweiser auf dem Rosenhammer. Die Burgruine Weißenstein im Steinwald steht schon angeschrieben: Noch knapp elf Kilometer bis dorthin – ich bin schon sehr gespannt auf die Burgruine im Steinwald! Weiter geht es auf Waldershof zu. Auf der Wolfsreuther Straße biegen wir rechts ab, in die Stadt hinein. Zwei Kreuzungen später gehen wir über den Stadelweg durch ein Wohngebiet mit schönen kleinen Einfamilienhäusern. Am Ende des Weges, bevor wir nun links abbiegen müssen, machen wir noch einen Abstecher zur Burg Waldershof.

Die Basaltpferde, Reste vulkanischer Magmaröhren | Goldsteig Steinwald Etappe 1

Die Basaltpferde, Reste vulkanischer Magmaröhren.

Dazu gehen wir rechts über die große Staatsstraße und nehmen den Trampelpfad vis a vis, der uns direkt zur Burg hinführt. Burg Waltershove wurde bereits 1061 das erste mal urkundlich erwähnt. Das Erscheinungsbild der heutigen Anlage stammt aus dem 13. Jahrhundert. Einstmals galt sie als Wasserburg in Rundbauweise und gehörte zum Kloster Waldsassen. Heute befindet sich das Schloss Waldershof – wie es inzwischen genannt wird – in Privatbesitz. Am Fuße der Burg finden sich viele Wanderwegweiser, eine Info-Tafel und eine Bank. Die ersten sechs Kilometer sind geschafft. Und weil die Sonne so schön scheint, nehmen wir auf der Bank für ein paar Minuten Platz. Klopfen Steine aus den Wanderschuhen, cremen uns mit Sonnenmilch ein und essen einen kleinen Happen in dieser friedlichen Atmosphäre.

Schließlich kehren wir zurück auf den Goldsteig und halten jetzt auf den Steinwald zu. Der Weg besteht hauptsächlich aus Feld- und Forststraßen. Es lässt sich also ganz gemütlich dahinwandern. Im Westen zieht sich der bewaldete Bergrücken der Kösseine über den Horizont. Dort haben Christian und ich vor drei Jahren im Kösseinehaus übernachtet, als wir ein paar Tage auf dem Fränkischen Gebirgsweg unterwegs waren. Wir lassen die Weiher bei der Neumühle hinter uns und steigen durch einen Wald auf den Mascher Berg hinauf, um gleich wieder von ihm abzusteigen, nach Walbersreuth. Nachdem wir den Ort durchschritten haben, führt der Goldsteig wieder bergauf. Erst über freies Feld, dann über Stock und Stein auf einem Waldpfad – mit der Nase immer in Richtung Steinwald. Ein wenig später, überqueren wir eine Staatsstraße und wandern an dem Fleckchen Kaltenlohe vorbei. Kurz darauf weist uns an einem Gehöft ein roter Hydrant den Weg über einen schmalen Pfad. Nach gut einem Kilometer erreichen wir schließlich das Marktredwitzer Haus.

Die Burg Weißenstein im Steinwald

Wir freuen uns schon die ganze Zeit auf eine kühle Erfrischung. Auf einer Tafel lese ich, dass es mittwochs kein kühles Blondes gibt. Es gibt am Mittwoch auch keine Brotzeit und keine nette Bedienung und eine Unterkunft auch nicht. Mittwoch ist immer Ruhetag. Heute ist Mittwoch. Aber es hilft ja nichts! Wir stellen uns zwei Stühle in den Schatten, knabbern am trockenen Müsliriegel und genießen dennoch den fabelhaften Fernblick ins Fichtelgebirge. Mit den Gedanken bin ich aber bereits bei der Burg Weißenstein im Steinwald, unser nächstes Etappenziel. Damals waren Christian und ich auch schon dort im Steinwald unterwegs, als wir auf dem Weg zum Kösseinehaus waren. Nur war es da sehr nebelverhangen – keine Fernsicht. Keine Panorama und der weite Blick über den märchenhaften Steinwald. Genau das soll ja vom Bergfried der Burg so genial sein! Wir haben das Marktredwitzer Haus bereits hinter uns gelassen. An einem Wanderparkplatz machen wir einen Abstecher in den Wald. Ein Schild weist uns den Weg zu den sogenannten Basaltpferden. Bei dieser Felsengruppe im Steinwald handelt es sich um Reste von vulkanischen Förderröhren. Dieser Basalt entstammte der 1200°C heißen Magma, die hier in der Vulkanzone des Egergrabens zu Tage trat. In Form und Größe eine Besonderheit der Oberpfalz.

Burg Weißenstein - Goldsteig Oberpfalz - Wanderwege Deutschland

Die Burg Weißenstein, eine imposante Burgruine. Sie liegt an der Kreuzung des Goldsteigs und Fränkischen Gebirgswegs.

Der Steinwald überrascht mit sehr vielen Naturbesonderheiten. Zurecht ist er ein Naturpark! Von dem Wanderparkplatz folgen wir einer Forststraße bergauf. Hier im Wald fühle ich mich richtig wohl. Die Sonnenstrahlen blitzen immer wieder durch die Baumwipfel, allerlei Vögel zwitschern fröhlich zwischen den Baumen und die Luft ist einfach wohltuend. Da atmet man gerne oft tief ein! Als uns dann ein Schild in Richtung Burg Weißenstein leitet, steigen wir die letzte Etappe zur Burg im Steinwald über einen märchenhaften Waldpfad bergauf. Über Stock und Stein geht es der Burg Weißenstein entgegen und da steht sie plötzlich vor uns. Mitten in der Nachmittagssonne strahlen Fels und Mauerwerk hell und weiß – einfach imposant. Ich kann es auch gar nicht abwarten, auf dem Bergfried zu stehen. Während Christian sich die Zeit nimmt, seinen Rucksack in der Schutzhütte gegenüber zu deponieren, steige ich schon die ersten Stufen der Holztreppen empor. Oben – das ist auf 863 Metern – angekommen bin ich schier sprachlos: Der Ausblick über den Steinwald hinweg, bis an den fernen Horizont ist sagenhaft! Was haben wir da bei unserem letzten Besuch verpasst! Ich habe das Gefühl, dass mein Blick endlos schweifen kann.

Soweit das Auge reicht: Sagenhafter Fernblick über den Steinwald und die Oberpfalz vom Bergfried. | Goldsteig Steinwald Etappe 1

Soweit das Auge reicht: Sagenhafter Fernblick über den Steinwald und die Oberpfalz vom Bergfried.

Ich könnte hier oben für immer sitzen bleiben. Die Burg thront so verwegen wie in einem Märchen auf der bizarren Felsformation. Weit im Osten zieht eine Gewitterfront vorüber, vor uns im Süden breitet sich das Land aus wie ein riesiger Teppich. Hier oben ist nicht nur der höchste Punkt unserer gesamten Goldsteig-Tour. Hier oben sitzt die Freiheit neben Dir und Schulter an Schulter blickt sie mit Dir weit über das Land – mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Das ist was für’s Gemüt, für die Seele. Die Burg Weißenstein sitzt mitten im Steinwald und das schon seit über 740 Jahren. Sie wurde erstmals um 1279 in einer Urkunde erwähnt. Doch schon im 16. Jahrhundert beginnt sie zu verfallen, nachdem sie aufgegeben wurde. Ihr einziger Bewohner ist Mutter Erde, die an der Westseite der Burg in Form einer Bronzestatue über die Ruine und den Steinwald wacht.

Ich verabschiede mich von ihr und wir gehen weiter. Nach Friedenfels sind es noch gut fünf Kilomenter. Wir passieren den Kibitzstein, ein großer Granitfels, der aussieht wie ein Torbogen. Es geht durch den Steinwald stetig bergab. Das letzte Stück Weg führt uns entlang des Hainbachs aus dem Wald hinaus und über Wiesen nach Friedenfels. Wir laufen kurz durch die Ausläufer der Stadt, dann vorbei an einem belebten Freibad. Auf den letzten Metern queren wir ein Feld und stapfen direkt zur Schlossschänke der Schlossbrauerei Friedenfels hinauf: Unsere heutige Unterkunft. Den ersten Tag am Goldsteig mit einer wirklich bemerkenswerte Etappe, lassen wir bei Schnitzel und Zoigl in Friedenfels ausklingen.

Bilder zur Etappe

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Blick auf Falkenberg am Ufer der Waldnaab. | Goldsteig Falkenberg Etappe 2
Von Friedenfels nach Falkenberg – Goldsteig Etappe 2

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