Bergtour

Kreuzspitze und Schwarzenköpfel

Das erste Mal war ich auf der Kreuzspitze 1999. Wie selten ich inzwischen Jahreszahlen mit einer 19 beginne, fällt mir erst jetzt auf … Jedenfalls wurde ich die Kreuzspitze letztes Jahr wieder aufmerksam, als wir eine ausgedehnte Tour zur Klammspitze – quasi vis a vis der Kreuzspitze – machten. Der Gipfel muss noch mal erklommen werden. Mit Christian hab ich das auch diesen Sommer in Angriff genommen: Eine wirklich abwechslungsreiche und spannende Tour in den Ammergauer Alpen.

Die Tour im Überblick

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Alpinwandern (T4)
  • Anforderungen: Gute Kondition, gute Orientierung, Trittsicherheit, Alpine Erfahrung
  • Start/Ziel: Wanderparkplatz a. d. Staatsgrenze
  • Distanz: 12 km • Gehzeit: 5,5 h
  • Höhenmeter: 1.110 m • 1.110 m

Etappen (Gehzeit kumuliert):

  • Schwarzenköpfel (2:15 h)
  • Gipfel Kreuzspitze (3:30 h)
  • Schwarzenköpfel (4:15 h)
  • Wanderparkplatz (5:30 h)
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Auf zur Kreuzspitze

Die erste Hürde der Tour: ein Flussbett. Da rauscht bei der Schneeschmelze im Frühjahr sicher jede Menge Wasser runter. Ein Passieren ist dann nicht möglich. Jetzt haben wir

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Der erste Anstieg beginnt gemächlich

Sommer und das Flussbett ist staubtrocken. Der restliche Weg ist sehr abwechslungsreich. Er führt in den Wald, später in Serpentinen durch’s Kar. Ab hier wird es endlich auch spannender. Die Sicht zum Brunnenkopf, zur Klammspitze und zum Feigenkopf ist jetzt komplett frei. Die Klammspitztour letztes Jahr kommt mir wieder in den Sinn.

Am oberen Ende des Kars wählen wir den Weg um eine Felskuppe. Die erste Kraxelpassage erwartet uns dahinter. Teils luftig, teils steil und steinig, erklimmen wir den Steig und erreichen bald das Schwarzenköpfel. Wir setzen uns gegenüber an den Hang und schlemmen einen Apfel, blicken ins Kar, auf den Schwarzenköpfel und auf die Kreuzspitze, die sich dahinter abzeichnet.

Nach der kurzen Rast, geht es dann über einen Grat weiter, zwischen Latschen Richtung Kreuzspitze. Hier fängt der ganze Kraxelspaß erst richtig an! Zuerst zieht sich ein kleiner Pfad steil zum Fels der Kreuzspitze hin, dann gilt es einen ersten kleinen Einstieg zu meistern. Bis zum Gipfel begleiten uns rote Wegmarkierungen und jede Menge Fels. Teils auf allen Vieren geht es dem Gipfel entgegen. Eigentlich ist das ein Klettersteig, der aber keinerlei Versicherungen aufweist. Mir hat die Kraxelei jede Menge Spaß gemacht.

Der Gipfel ist für alle da!

Wie ist das, wenn ihr einen Gipfel erreicht? Man grüßt sich, sucht sich ein nettes Plätzchen, das bequem scheint und einen guten Ausblick bietet. Man wird zurückgegrüßt, kommt vielleicht mit anderen Gipfelstürmern ins Gespräch oder nimmt abseits der Leute Platz, um das Panorama in Ruhe zu genießen. Wie auch immer, jedenfalls ist man bemüht in Ruhe zu genießen.

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„Der Gipfel ist für alle da!“ Etwas energisch aber nicht weniger wahr, gibt eine Frau, die mit ihrer Freundin neben dem Gipfelkreuz sitzt, diese Antwort einer älteren Dame zurück. Die Dame hatte die Jüngere gebeten, doch etwas leiser zu sein, weil wir doch alle hier oben den Gipfel in Ruhe genießen möchten. Christian und ich wollten auch gar nicht mit Geschichten vom Flaucher und das da früher alles besser war in München, unterhalten werden. Das verkündete zumindest die jüngere Gipfelstürmerin unüberhörbar, bevor Sie von der Älteren angesprochen wurde. Die ältere Dame hatte nur den Fehler gemacht, selbst auch Geräusche zu verursachen. Gefundenes Fressen für eine schnippische Antwort.

Wenn ich was gar nicht mag, dann zum einen, wenn man Wanderer, die hinter einem gehen noch lange nicht sehen kann, aber dafür schon lange vor Sichtkontakt hören muss. Zum anderen solche Zickereien auf dem Gipfel.

Bergab ist es wie bergauf, nur anders

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Abstieg von der Kreuzspitze: Felspassage und Grat.

Die Kreuzspitze ist einer der Gipfel, der mir wirklich dieses Berggefühl gibt. Du musst Dir das Ziel verdienen und wirst mit einem Hauch von Freiheit und der Weite des alpinen Gipfelmeers belohnt. Den Abstieg musst Du Dir allerdings auch verdienen. Das Klettern nach unten ist immer eine andere Nummer, als bergauf. Ich steige vor und gebe Christian Tipps, wie er seine Tritte am besten setzen kann. So geht es einigen hier oben. Trittsicherheit ist nicht nur ein Wort, dass ist viel mehr eine innere Einstellung – ein mentale Sache eben.

Und dann gibt es junge ungestüme Burschen, die durch die Felspassagen hüpfen, Schotter lostreten und dann von oben mit großen Augen auf Dich herabblicken: Hubbs, da ist ja wer … Wo hab ich meinen Kletterhelm, wenn ich ihn mal wirklich brauche? Hab ich schon mal von Verantwortung in den Bergen geschrieben? Ich halte mich normalerweise zurück, aber da musste ich den zwei Jungs in ihren Turnschuhen ein wenig ins Gewissen reden. Ach ja, den Vortritt haben wir den beiden dann lieber auch gelassen.

Wir nehmen uns jetzt sowieso ein wenig mehr Zeit für den Abstieg. Teleskopstöcke auf der Tour zur Kreuzspitze sind schon praktisch. Auf dem Abstieg sogar Gold wert. Christian hat leider keine dabei. Ich verpasse ihm meine, so findet er beim Abstieg durch das Kar wesentlich besser Halt. Ich hatte ja schon mal über die Vorteile von Teleskopstöcken gebloggt. Ich glaube, Christian kann das jetzt bestätigen. Jedenfalls sind wir schließlich doch gut im Tal angekommen. An der Ettaler Mühle musste dann eine g’scheide Brotzeit her. Ein gebührender Ausklang für soviel alpines Abenteuer an einem Tag.

Alle Bilder zur Tour

 

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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