Outdoor-Kocher Flash Javakit von Jetboil im Praxistest

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Und jetzt was Warmes im Bauch! Der Gedanke kam mir schon öfter auf ausgedehnten Touren. Was tun, wenn keine bewirtschaftete Hütte am Weg liegt? Genau, ein Outdoor-Kocher muss mit. Aber da schleppe ich ja wieder soviel Zeug mit. Das wiegt doch alles. Und welchen Kocher brauch ich denn überhaupt? Alles berechtigte Gedanken, wenn man sich erstmals mit dem Thema Outdoor-Kocher beschäftigt. Wo also anfangen? Die Bergfreunde haben mir das Jetboil Flash Javakit mit auf den Weg gegeben: Herausforderung angenommen!

Übersicht

  • Hersteller: Jetboil
  • Material: Aluminium
  • Lieferumfang: Deckel, 1 Liter Aluminiumtopf, Topfstütze mit Zünder, Ständer für Kartusche, Adapter für große Töpfe, Kaffeebereiter, Trinkbecher
  • Gewicht: 480 Gramm (ohne Gaskartusche)
  • Besonderheit: Kompaktes Packmaß, patentierter Wärmetauscher FluxRing
  • Einsatzbereich: Outdoor allgemein
  • Preis:  99,95 EUR (UVP – Stand 2013)
Kochaufsatz und Schnittstelle zwischen Kocher und Topf - Stabilität - Jetboil Outdoor-Kocher

Outdoor-Kocher Typen

Outdoor-Kocher erweitern den Radius einer Tour und ermöglichen unabhängig von jeglicher Infrastruktur, eine vernünftige Verpflegung auf Trekkingtouren. Auch ein Tag am Nordseestrand oder der Aufenthalt auf dem Campingplatz kann einen Kocher notwendig machen. Wer einen Tee, einen Kaffee oder etwas Warmes im Bauch haben will, packt sich einen Kocher in den Rucksack. Das Anwendungsgebiet für einen Outdoor-Kocher ist so weitläufig wie die Vielfalt dieser Geräte, die von allerlei Fachbegriffen begleitet werden.

Was bedeuten all diese Begriffe: Brennstoff, Brennwert und Bedienbarkeit?

  • Brennstoff ist die Art der Befeuerung. Mit welchen Mitteln wird das Feuer gespeist. Die Wirksamkeit der Brennstoffe unterliegt unterschiedlichen Einflüssen: Kälte, Windstärke, etc.
  • Brennwert ist die Wärmemenge, die ein Brennstoff bei Verbrennung abgibt. D.h., je höher der Wert ist, desto schneller heizt der Kocher. Wasser kommt schneller auf den Siedepunkt.
  • Bedienbarkeit meint eigentlich nur, wie viele Handgriffe oder Arbeitsschritte sind notwendig, um den Kocher richtig zu betreiben. Aufbau/Vorbereitung, Kochen, Abbau und Reinigung.

Outdoor-Kocher und Brennstoffe

Wenn man eins über Outdoor-Kocher sagen kann, dann dass es davon überfordernd viele Modelle gibt. Man kann die Kocher beispielsweise nach Brennstoffart unterscheiden. Da gibt es Naturbrennstoffe (Holz), gasbasierende Brennstoffe (Butan, Isobutan), ölbasierende Brennstoffe (Benzin, Petroleum) und alkoholbasierende Brennstoffe (Spiritus, Esbit).

  • Kocher mit Naturbrennstoff
    Holz ist ja fast überall zu finden und kostenlos. Ein Holzfeuer hat sicherlich auch etwas romantisches. Allerdings ist bei Regen trockenes Holz schwer zu finden. Nicht in allen Gegenden ist diese Art des offenen Feuers erlaubt und ratsam. Letztlich kann der aufsteigende Qualm nicht nur die eigenen Augen reizen.
  • Kocher mit Gasbrennstoff
    Gaskocher haben viele Vorzüge. Sie sind einfach zu bedienen, haben ein geringes Packgewicht, sind sauber und insgesamt auch gerade für Einsteiger gut geeignet. Der Bennwert ist fast so hoch wie bei einem Benzinkocher. Allerdings ist der Betrieb im Winter wegen der Minusgrade nicht mehr möglich.
  • Kocher mit Benzinbrennstoff
    Benzinkocher besitzen den höchsten Brennwert und sind auch besonders bei Minusgraden einsetzbar. Diese Kocher können grds. verschiedene ölbasierende Brennstoffe verwenden. Die Handhabung ist allerdings komplizierter als bei Gaskochern, da das Benzin zuerst unter Druck gesetzt werden muss und dann ein Vorheizen notwendig wird.
  • Kocher mit Spiritusbrennstoff
    Diese Kocher sind einfach zu bedienen und sogar indoor-tauglich. Bei Minusgraden sinkt die Effiktivität und die Flamme ist schwer regulierbar. Allerdings kommt auch kein nennenswerter Wartungsaufwand auf den Besitzer zu. Sog. Esbit-Kocher mit Trockenspiritus kennt der ein oder andere auch noch von der Bundeswehr: Esbit-Würfel auflegen, anzünden und abbrennen lassen.

Abwägen

Neben all den technischen Aspekten ist sicher ausschlaggebend, wieviel Gewicht so ein Kocher auf die Waage bringt und welche Zusatzausstattung man noch benötigt: Töpfe, Schüsseln, Tassen, Besteck, Gewürze. Was aber natürlich wesentlich interessanter ist: Was kann ich damit kochen? Das ist leicht beantwortet: alles ist möglich. Je nachdem welche Ausstattung ihr habt, könnt ihr vom Wasser für Tee, Kaffee oder für sogenanntes Outdoor-Food, das mit Wasser aufgekocht werden muss, auch ganz normal kochen. Letzteres ist allerdings im Vergleich zum heimischen Herd sehr eingeschränkt möglich. Aber mit Fantasie ist alles möglich.

Der Flash Javakit von Jetboil

Bisher hatte ich mit einem Esbit-Kocher mit Trockenbrennstoff gekocht. Allerdings war mir das Ganze zu instabil, windanfällig und hatte zu lang gedauert. Da kam mir der Jetboil Outdoor-Kocher von den Bergfreunden gerade recht. Bereits beim Auspacken war ich vom geringen Packmaß begeistert. Das komplette Equipment ist im Kochtopf verstaut, also alles hat ein 1 Liter Volumen.

Ich habe den Jetboil dann auf Berg- und Wandertouren, sowie beim Campen während meiner Paddeltour auf der Eger mit den Minimulis getestet. Und bei dem Outdoor-Kocher ist der Name Programm: Jetboil. Es geht wirklich schnell, bis die simple Vorbereitung abgeschlossen ist und das Wasser kocht. Die Gaskartusche wird an den Kocheraufsatz und der Topf auf den Kocher geschraubt, Gas mit der Regulierspange aufgedreht und mit dem Piezo-Zünder entflammt. Das ganze Gebilde steht sehr solide auf dem Untergrund, dank eines Kartuschenständers für zwei Größen. Der Topf ist mit einer Neopren-Schicht ummantelt. Finger verbrennen ist damit ausgeschlossen.

Der Outdoor-Kocher im Praxiseinsatz

Jetzt geht’s ans Kochen: 0,5 Liter Wasser sind schon nach weniger als ca. 2,5 Minuten am Siedepunkt angelangt. Bei 0,8 Liter braucht der Kocher ca. 3,5 Minuten. Während das Wasser erhitzt wird, kann Wind dem Vorgang nichts anhaben. Ein zusätzlicher Windschutz ist nicht notwendig. Und zusätzlich gibt es eine Außenanzeige, die über die Wärmeentwicklung informiert. Ein nettes Add-On.

Die Handschlaufe am Topf und die Fixierung des Topfes am Kocher machen die Handhabung beispielsweise beim Ausgießen zu einem kleinen Geschicklichkeitsspiel. Der Deckel mit Ausgußöffnung hat mich wahnsinnig gemacht: es ging immer was daneben. Ohne Deckel war es perfekt. Ansonsten ist das Zubehör sehr ansprechend. Ein Aufsatz, um größere Töpfe verwenden zu können und eine Kaffeebereiter/-presse sind im Lieferumfang ebenfalls dabei. Die Schutzkappe für den Wärmeverteiler am Topf kann als Becher genutzt werden. Alles in allem ein patentes und schnelles System – für die schlichte Outdoorküche.

Impressionen

Fazit

Und die kochen auch nur mit Wasser

Der Outdoor-Kocher von Jetboil ist ein absolutes Highlight für die schnelle und einfache Outdoor-Küche. Der Kocher ist einfach in der Handhabung und hat eine Ausstattung, die sich wirklich sehen lassen kann. Allerdings, wer mehr als nur heißes Wasser und Tütenessen will, der muss aufrüsten. Topfaufsatz ist im Lieferumfang – Töpfe müssen aber extra mitgeführt werden.

Mir gefällt der Jetboil Flash Javakit gut. Er hat das Zeug zum Dauerbegleiter auf ausgedehnten Touren, wenn es um kleine Stärkungen oder um die Annehmlichkeit von warmen Getränken geht. Für die Versorgung auf langen Trekkingtouren müsste allerdings nachgerüstet werden.

Das ist gut gelungen:
Geringes und cleveres Packmaß und Gewicht • kurze Vorbereitung und Kochdauer • sehr einfache Bedienung • keep it simple: Piezo-Zünder ist top • guter Lieferumfang

Das könnte man verbessern:
Ermöglicht im Lieferumfang nur schlichte Outdoorküche (Tütenessen/Tee/sehr kleine Topfgerichte) • Topfgriff ist nur eine Lasche und eher instabil • Ausguß mit Deckel kleckert immer

Tipps zur Auswahl des richtigen Outdoor-Kochers:

Bei der Suche und Auswahl des „richtigen“ Outdoor-Kochers empfehle ich Euch die wichtigsten Fragen zu stellen:

  • Was will ich mit dem Kocher alles kochen: Nur Wasser oder mehr?
  • Wo will ich den Kocher einsetzen: Auf einer Trekkingtour oder nur gelegentlich am Campingplatz?
  • Bin ich ein Sonnenkocher oder setze ich den Kocher auch bei Kälte und Regen ein?
  • Wie komplex und umfangreich will ich die Ausrüstung und Bedienbarkeit haben?
  • Mit welchem Brennstoff kann ich mich grds. anfreunden?
  • Hab ich eine Schmerzgrenze beim Gewicht?
  • Wo liegt meine preisliche Schmerzgrenze?

Das sind die wichtigsten Punkte, die man berücksichtigen sollte. Beantwortet Euch diese Fragen und ihr habt dann eine gewisse Vorstellung, was ihr benötigt, bzw. der Händler Eures Vertrauens kann Euch den richtigen Outdoor-Kocher empfehlen.

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