Bergtour

Cirque de Troumouse – Pyrenäen Teil 6

Alle guten Cirques sind drei denken wir uns, als wir uns zu unserem letzten in den Pyrenäen aufmachen. Die Rede ist vom Cirque de Troumouse. Wenn wir ehrlich sind, dann sind wir inzwischen einwenig platt von den vorherigen Touren. Alex beschreibt das ganz passend beim Frühstück: „Das ist wie eine Sucht, ich kann eigentlich nicht mehr, aber ich muss da jetzt hoch!“. Ja, so ähnlich fühl ich mich auch. Wir beschließen daher, das Ganze heut langsam anzugehen, immerhin liegen über 700 Höhenmeter vor uns.

So fahren wir also ein letztes Mal in Richtung Gavarnie und biegen in Gedre vorher ab. Das ist Tag sechs in Luz-Saint-Sauveur und hier die letzte geplante Tour. Morgen wechseln wir unser „Basecamp“, um die letzte große Bergtour in den Pyrenäen zu machen. Aber dazu mehr im nächsten Artikel.

Die Tour im Überblick

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Bergwandern (T2)
  • Anforderungen: Kondition, Trittsicherheit
  • Start/Ziel: Parkplatz – Chapelle de Héas
  • Distanz: 11,5 km • Gehzeit: 4 h
  • Höhenmeter: 780 m • 750 m
  • Einkehr: Hotellerie Maillet

Etappen:

  • Cabane des Aires
  • Vierge de Troumouse
  • Hotellerie Maillet
  • Parkplatz – Chapelle de Héas
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Motivationstricks im Schatten des Murmeltieres

cirque-de-troumouse-pyrenees-29Als wir an unserem Ausgangspunkt starten wollen, sind wir alles andere als allein. Ein Bus voller junger Leute aus verschiedenen Nationen – wohl eine Studentenreisegruppe – ist kurz vor uns angekommen. Da wir ja langsam machen wollen, lassen wir ihnen den Vortritt. Da die Gruppe allerdings nicht sehr heterogen ist, überholen wir die letzten und bald auch die ganze Gruppe, als diese ein Päuschen einlegt. Wandern in einer Gruppe ist sicher auch lustig. Zumindest hat man dann immer jemanden, der mit einem quasselt, mit einem lacht und wenn nötig mitzieht, wenn es mal nicht so gut läuft. Das ist auch wissenschaftlich bewiesen.

Wir merken deutlich, die letzten Tage stecken uns tatsächlich in den Knochen. Und die heutigen 700 Höhenmeter haben es in sich. Bergan war ich meist besser und habe Alex gezogen – heute wechseln wir uns ab und pushen uns gegenseitig. Nicht zuletzt dadurch, dass wir gemeinsam an einem Murmeltier-Lied arbeiten. Mit der Melodie von „Big big Girl“ von Emiliana texten wir, was das Zeug hält. Herausgekommen ist zumindest ein klasse Refrain:

„I´m a little fat marmot, in a big big world.
I have very long hair, so I’ll never get cold“

cirque-de-troumouse-pyrenees-15Hat doch One-Hit-Wonder Qualitäten, oder? Und irgendwie geht es in dem Lied um dicke Bäuche, kurze Beine und langes Zottelfell … Zwischenzeitlich pfeift tatsächlich ein Murmeltier – ob es unser Lied versteht? Zumindest merken wir erst gar nicht, dass wir schon den höchsten Punkt unserer Tour erreicht haben: Die Cabane Aires. Das ist wieder eine typische Schutzhütte, wie sie in den Pyrenäen vereinzelt zu finden sind. Es gibt aber einige gute Websites, die das Angebot an Hütten gut zusammenfassen.

die Studentengruppe ist auch schon da und macht hier eine größere Pause. Wir entschließen uns, das Mittagpäuschen am See zu verbringen. Allerdings ist von diesem leider mal wieder gar nichts mehr vorhanden: ausgetrocknet. Da machen wir es uns auf der Hochwiese am Fuße des Cirques gemütlich. Von weitem können wir schon eine kleine Besucherschaar beobachten, die das andere Ende des Cirques neugierig inspiziert.

Als wir uns ebenfalls auf den Weg machen, hab ich das Gefühl wir sind in den Highlands. Zumindest stelle ich sie mir so vor: hügeliege Wiesen soweit das Auge reicht. Hinter dem Hügel wird’s dann lebendiger, denn eine Madonnen-Statue (De la Vierge) zieht einige Besucher an, die von der anderen Seite mit dem Auto herauf gekommen sind. Nach einem kurzen Foto-Stop setzen wir unsere Tour schnell wieder fort. Nicht entlang der Straße, sondern über einen unscheinbaren Pfad entlang der hügeligen Bergwiese.

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Belohnung muss sein – unsere ersten Crepes

Ein wichtiger Bestandteil der angesprochenen Motivation ist die Belohnung. Diese erhalten wir natürlich bereits durch eine grandiose Kulisse und spektakuläre Aus- und Weitblicke. Das i-Tüpfelchen ist es aber, wenn dann noch etwas Kulinarisches das Ganze kröhnt. In meinem Fall ist sind es zwei Crepes und das in den Höhen der Pyrenäen – meine ersten in Frankreich. Wurde auch langsam Zeit nach fast einer Woche.

So gestärkt, verlassen wir die Hotellerie Maillet und machen uns an den Abstieg. Ein Blick auf die Uhr und zum Himmel: Was meint ihr, wie spät es ist? Richtig, schon wieder nach 16:00 Uhr – erstaunlich, was? Kurz vor Ende der Tour, entdecken wir neben dem Mauthäuschen, einen Boulder-Käfer: Ein Marienkäfer, der sich in der Vertikalen einen ziemlich großen Stein hochquält. Respekt! Es kommt eben doch nicht auf die Größe an.

Weitere Artikel zu unserem Urlaub in den Pyrenäen und dem Languedoc-Roussillon findet ihr unter der Kategorie Pyrenäen.

Alle Bilder zur Tour

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