Burgentouren

Am Rheinsteig – Tag 1: Die Strecke der Burgen

Am 9. Mai 2015 findet der erste Deutsche Bloggerwandertag statt, organisiert von Top Trails Of Germany. Dabei darf ich am Rheinsteig auf einer Tour wandern, die mir Frank vom Rheinsteig-Büro ausgearbeitet hat. Also treffen wir uns um 8:00 in der Früh in Kamp-Bornhofen – was mein Tagesziel sein wird – und machen uns gemeinsam in Richtung St. Goarshausen auf, den Ausgangspunkt dieser Tour. Laut Kompass-Wanderführer Rheinsteig, ist das die Etappe No. 11, die als „schwer“ eingestuft ist. Da bin ich als Alpinist schon mal gespannt. Frank hat allerdings die Tour um eine schöne Variante erweitert, damit ich heute auch ja viele Burgen zu Gesicht bekomme!

DIE TOUR IM ÜBERBLICK

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Wandern (T1) • Rabenacksteig (K1)
  • Anforderungen: Kondition
  • Start/Ziel: Bahnhof St. Goarshausen / Bahnhof Kamp-Bornhofen
  • Distanz: 23 km • Gehzeit:  6 h
  • Höhenmeter: 1.200 m •  1.200 m
  • Einkehr unterwegs: Uschi’s Wanderstation, Burgen Liebenstein & Sterrenberg

Etappen (Gehzeiten kumuliert):

  • Aussicht: Dreiburgenblick (0:35 h)
  • Aussicht: Rabenacksteig (1:15 h)
  • Burg Maus (2:05 h)
  • Einkehr: Uschi’s Wanderstation (3:50 h)
  • Aussicht: Hindenburghöhe (4:30 h)
  • Burg Liebenstein & Sterrenberg (5:30 h)
  • Bahnhof Kampf-Bornhofen (6:00 h)
Download

Hier gibts alles, Außer Langeweile

Rheinsteig - Wegmarkierungen an Schiefermauer

Wegmarkierungen an Schiefermauern, kein seltenes Bild am Rheinsteig.

Als Rheinsteig wird der Premiumwanderweg bezeichnet, der entlang des Rheins zwischen Bonn und Wiesbaden verläuft. Er hat eine Gesamtlänge von 320 km und ist mit einem weißen R auf blauem Grund gekennzeichnet. Allerdings hat der Rheinsteig auch Zuwege, die sehr geschickt den Wanderweg und Verkehrsanknüpfungen wie Bahnhöfe, Schiffsableger und einfach Ortschaften entlang des Rheins mit einander verbinden. So kann man beispielsweise während und am Ende einer Etappe in eine nahe Ortschaft absteigen und mit Bahn oder Schiff zurück zum Ausgangspunkt fahren. Die Zuwege oder auch Varianten des Rheinsteigs sind mit einem weißen R auf gelbem Grund gekennzeichnet. Zählt man die Zuwege alle zusammen, kommt man auf zusätzliche 270 km. Und jetzt kommt noch das weiße R auf rotem Grund! Das sind sog. Rundtouren, über die man Etappen des Rheinsteigs in einer Tageswanderung ablaufen kann und wieder zu seinem Ausgangspunkt kommt. Es ist an alles gedacht, es ist für jeden was dabei – ein perfektes Wanderleitsystem!

Frank startet mit mir in St. Goarshausen den Anstieg zum Dreiburgenblick. Der ist schnell erobert und der Blick von hier oben auf den Rhein und die umliegenden Burgen ist perfekt! Wir unterhalten uns noch angeregt mit zwei Wanderern, fachsimpeln über Alpenüberquerung, wie man am besten den Rucksack trocken hält und Frank erzählt noch so einiges über den Rheinsteig. Ein wirklich toller Auftakt, finde ich. Danach kommt die erste „Talfahrt“ – so nenne ich das. Insgesamt sind es auf der Strecke vier dieser Abstiege und Gegenanstiege, bei denen die zahlreichen Seitentäler überwunden werden müssen, die vom Rhein weg, ins Hinterland einschneiden. Dabei werden auch die  meisten Höhenmeter am Rheinsteig gemacht. Nach dem ersten Tal, dem ersten Gegenanstieg, wählen wir bei einer Weggabelung die Variante des Rabenacksteigs. Der bietet einen alpinen Charakter mit seinen Eisenstiften, Leitern und Seilsicherungen und einen imposanten Aussichtsfels. In ca. 20 Minuten haben wir diese Passage durchstiegen. Unser nächstes Etappenziel ist die Burg Maus, sie liegt direkt am Rheinsteig. Der Route führt uns mal über offenes Gelände, mal durch Wald. Kurz vor der Burg zweigen wir zu dem Aussichtspunkt „Schöne Aussicht“ ab. Von hier hat man einen perfekten Blick auf die Burg Maus und den Rhein.

Rheinsteig - Aussichtspunkt Rabenack

Ausblick vom Aussichtspunkt Rabenack

DER RHEINSTEIG IST WEISS-BLAU

Rheinsteig - Siebenschläfer

Im Unterholz treffen wir auf einen Siebenschläfer

Wir steigen nach Wellmich ab und nun verabschiedet sich Frank. Für mich geht es über den nächsten Anstieg, Richtung Kestert. Auf der Strecke liegt Uschi’s Wanderstation, die ich nach knapp sieben Kilometer erreiche. Der Weg dorthin ist sehr abwechslungsreich: Wald- und Wiesenpfade lösen immer wieder Feld- und Forststraßen ab. Ich passiere eine Kuhherde und genieße auch immer wieder den Blick über den Rhein und seine leuchtende Umgebung. Bemerkenswert ist auch, dass sich die gut 250.000 Wanderer, die ganzjährig am Rheinsteig unterwegs sind, so gut verteilen, dass mir eher selten jemand über den Weg läuft. An Uschi’s Wanderstation trifft man sich allerdings garantiert. Bei Kaffee und Kuchen oder Bier und Brotzeit wird geplaudert. Auch ein Zimmer kann man bei Uschi bekommen. Nach der Stärkung mache ich mich mit einem Pärchen, die an diesem Tag ihren Rheinsteig komplett machen und einer Wanderdebütantin aus Bonn wieder auf den Weg. Leider steigen sie aber schon bei Kestert ab und ich muss den nächsten Gegenanstieg wieder alleine in Angriff nehmen.

Rheinsteig - Blick auf die Feindlichen Brüder

Blick von der Hindenburghöhe rheinabwärts. In der Ferne, die „feindlichen Brüder“.

Nach drei Kilometern erreiche ich die Hindenburghöhe, ein felsiger Aussichtspunkt mit kleinem Pavillion. Aussichtpunkte, die auf einem Fels liegen, gibt es viele entlang des Rheinsteigs und können immer über einen kleinen Stichweg erreicht werden. Nach der herrlichen Aussicht, mach ich mich wieder auf den Weg und will Strecke machen. Mir schwebt ein kühles Bierchen am Ende der Tour auf Burg Sterrenberg vor. Wer weiß wie lange die Burgschänke auf hat? Bis nach Lykershausen führt mich eine Forststraße mit leichter Steigung. Dann geht es durch den Ort und ich kann eine fast 100 Jahre alte Wasserpumpe bestaunen, die dort ausgestellt ist. Auch gibt es am Straßenrand einen kleinen Stand mit „Drinks & Snacks to go“. Selbstbedienung und Vertrauenskasse. Eine tolle Idee, denn Einkehrmöglichkeiten gibt es direkt am Rheinsteig nicht immer. Für mich geht’s aber weiter: Dreieinhalb Kilometer wollen noch gewandert werden. Kurz vor den beiden Burgen geht es wieder in den Wald. Da erwartet mich ein weiß-blauer Bauwagen, an dem Das Schild der Andechser Brauerei prangt. Ich stutze einen Moment: Hab ich mich verlaufen? Bin ich schon wieder in Bayern? Der Rheinstieg ist weiß-blau!

Rheinsteig - Richtung Bornhofen

Überlandpassage Richtung Bornhofen

Kurz nach sechs Uhr erreiche ich beide Burgen: Liebenstein und Sterrenberg. Natürlich werden sie beide erkundet, bin ja auch Burgenschubser. Nur hat die Burgschänke der Burg Sterrenberg schon zu, denn sie schließt um 18:00 Uhr. Sehr schade, denn dort eine kühle Erfrischung hoch über dem Rhein zu genießen, hätte den Abschluss perfekt gemacht. Das gönne ich mir dann nach dem kurzen Abstieg nach Bornhofen in meinem Hotel: Landhotel Becker. Leute, nach 23 km und einem Tag am Rheinsteig mit so vielen Eindrücken, zischt das regelrecht. Nach der ersehnten Dusche geht es zum Abendessen. Die Küche des Landhotels Becker ist vorzüglich, der Spätburgunder aus Bacharach ein Traum und die Gastgeber sehr angenehm und freundlich. So kann ich die Eindrücke des heutigen Tages mit Genuss noch einmal revue passieren lassen.

Wer steckt dahinter?

Rheinsteig - Begegnung am Dreiburgenblick

Begegnung am Dreiburgenblick: Wanderer haben immer Zeit für ein gutes Gespräch.

Das Rheinsteig-Büro und etliche Kommunen hegen und pflegen den Rheinsteig, sowie alle Rund- und Zuwege. Frank ist einer von zehn Mitarbeitern des Rheinsteig-Büros und hat in meinen Augen einen abwechslungsreichen und spannenden Job. Er kümmert sich nicht nur um das Marketing, Partner und Events. Er ist auch immer wieder selbst auf dem Rheinsteig unterwegs. Wie ich sehen konnte, hat er immer eine kleine Säge und Pflanzenschere im Rucksack, um den Verwuchs von Wandermarkierungen zu beseitigen. Er achtet auf seinen Rheinsteig und dessen Wanderer. Ist mit voller Leidenschaft auf ihm unterwegs, das merkt man einfach und das färbt ab!

Die Philosophie des Rheinsteig-Büros: Die Wege des Rheinsteigs sollen abwechslungsreich, naturnah und spannend sein. Die Anbindung an Gastronomie, Unterkünfte und öffentliche Verkehrsmittel ist wichtig und gut integriert. Das Wegeleitsystem soll informieren, offensichtlich und intuitiv sein. Es soll vernetzen und Auskunft geben. Die Zusammenarbeit mit Qualitätsgastgebern ist sehr wichtig, denn sie sollen die Botschaft des Rheinsteigs ebenso tragen. So blickt der Rheinsteig auch inzwischen auf 10 Jahre Wandererlebnisse, im Jubiläumsjahr 2015 – herzlichen Glückwunsch und weiter so!

Hilfreiches Zur Tourenplanung

Für den Rheinsteig gibt es sicher vieles an Info- und Kartenmaterial. Für den Rheinsteig allgemein und im Besonderen für den Bereich des Mittelrheins möchte ich folgende Empfehlungen geben:

Herzlichen Dank!

Genau, herzlichen Dank! Und zwar an Christa Fredlmeier von Top Trails Of Germany für die Organisation des 1. Deutschen Bloggerwandertags! Ganz herzlichen Dank an Frank und das Rheinsteig-Büro für die Organisation, Gastfreundschaft und zwei tolle Tage am Rheinsteig. Und nicht zuletzt, danke an die 14 anderen Blogger für die zahlreichen Eindrücke der schönsten Fernwanderwege Deutschlands! Es hat sehr viel Spaß gemacht, Euch virtuell zu folgen.

ALLE BILDER ZUR TOUR

Hinweis – Werbung – gesponserter Beitrag:
Top Trails of Germany sponsert diesen Bloggerwandertag, so dass den Bloggern keine Kosten entstehen werden. Meine Berichte bleiben davon unbeeinflusst. Ihr bekommt wie immer meine persönlichen Eindrücke zu lesen.

Schlagwörter:

Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.