Die heutige Burgentour führt uns in die Oberpfalz. Genauer gesagt, in den Naturpark Oberer Bayrischer Wald. Die Burgruine Schwärzenberg bei Stamsried steht auf dem Programm. Wir werden auch die Überreste der Ruine Schellerlhof besuchen und wandern auf den Spuren der Römer. Alles in allem eine geschmeidige Frühjahrstour, die viel Abwechslung bietet.

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Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Parkplatz am Marktplatz in Stamsried
  • Distanz: 15 km
  • Reine Gehzeit: 5:00 h
  • Höhenmeter: ↑  m • ↓   m
  • Einkehr/Übernachtung: in Pappenheim

Etappen & Gehzeiten

  • Ruine Schellerlhof (1:35 h)
  • Burgruine Schwärzenberg (2:00 h)
  • Stamsried (4:30 h)

Sehenswürdigkeiten

Zur Ruine Schellerlhof

Los geht es in Stamsried, vom Marktplatz weg, am Glocknerhof vorbei. Der Glocknerhof ist ein Familien- und Sportdorf. Wir haben nur ein paar Rentner gesehen. Sport keinen. Hinter dem Hof tauchen wir bald in den Wald ein und von nun an geht es durch eine Hügellandschaft, die teils bewaldet ist, teils im freien Sonnenschein liegt. Zwischen durch lauern auf dem Weg ausgezeichnete Wandertafeln: Sehr detailliert und informativ.

Der Vorderer Bayerische Wald e.V. hat da ganze Arbeit geleistet. Von der Hindelmühle ist es nun noch ein gutes Stückchen. Wir folgen dem Wanderweg und befinden uns bald auf einer alten, ehemaligen Römerstraße. Spannend, wenn man sich mal vorzustellt, wie vor ca. 2.000 Jahren hier möglicherweise ganze Legionen vorüber marschierten und das in Sandalen und mit einem Marschgepäck, das an einem Pilum hängt? Wenn ich mir das Bild vor Augen halte und mit einem Ultralight Hiker aus der heutigen Zeit vergleiche … mir drängt es ein Schmunzeln auf die Lippen.

Weniger zum Schmunzeln ist mir dann, als wir die Ruine Schellerlhof erreichen. Ich bin’s ja gewöhnt und begeistere mich auch wirklich für Ruinen und Burgställe, die nur noch einen Stein oder Bodenunebenheiten erkennen lassen. Hier ist es genau so. Kaum Mauerreste und nur noch ein paar Wälle zeugen vom einstigen Ausmaß der Anlage. Ich schieße Fotos und hüpfe wie Rumpelstilzchen im Gelände herum. Typische Arbeitsweise eines Burgenfeaks. Im Nachhinein stellt sich nun aber raus: Schellerlhof war keine Burg? Es war ein Hof? Ein Gut? Keine Ahnung. Ich kann im meiner Burgenbibliothek nichts finden und online auch nicht. Also ist es keine Burgruine, diese strukturierte Schutthaufen, der langsam vom Wald erobert wird?

Zur Burg Schwärzenberg: Im März kommen die langen Schatten recht früh.

Zur Burg Schwärzenberg: Im März kommen die langen Schatten recht früh.

Weiter geht’s zur Burgruine Schwärzenberg

Jetzt setze ich erstmal meine ganze Hoffnung auf die Ruine Schwärzenberg. Wir machen uns auf den Weg und kommen bald an den ersten „Kreisverkehr“ im Wald, den ich je gesehen habe. In seiner Mitte steht die Steinhäuflkapelle. Von dem Kreisel führen einige Wanderweg sternförmig in die Region. Wir finden aber zielsicher den richtigen Abzweig. Kaum sind wir ein Stück gegangen, treffen wir auf ein paar junge Burschen, die im Wald Holz auf einen Anhänger geladen haben. Mit einem Traktor fahren sie die Ladung aus dem Wald. Also zumindest scheint das der Plan zu sein. Als sie anfahren kracht die ganze Ladung halbierter Baumstämme vom Anhänger, reißt den Kerl, der darauf stand mit sich und versucht ihn unter sich zu begraben.

Eins muss man dem Buschen lassen, er war echt flink und kam mit einem blauen Auge davon. Irgendwie hat der sich im Fallen zur Seite drehen können und so verhindert, unter die gesamte Ladung zu geraten. Wir stehen baff da. Sicher machen wir vor Schreck Mondgesichter. Inzwischen sind die anderen Männer ihrem Freund zur Hilfe geeilt. Er ist wohl auf und unversehrt. Mit dem Schrecken davon gekommen. Da klappen wir unsere Kinnladen wieder zu und ziehen unseres Weges.

Die Ruine Schwärzenberg entspricht meiner Vorstellung von Burgenromantik. Sie steht verwegen im Wald auf einer Anhöhe und wartet noch mit einige hohe Mauern auf. Karo macht es sich auf einem Mauervorsprung gemütlich und sieht zu, wie ich mich abermals in das Burgenrumpelstilzchen verwandle. Also ziehe ich meine Runde um die Ruine Schwärzenberg und versuche ein paar gute Bilder zu schießen. Das ist oft nicht ganz so einfach, wenn die Ruine inmitten eines Waldes steht. Enger Raum, viel Gestrüpp und Bäume im Weg. Naja, das klappt meist sehr gut. Hier bei der Ruine Schwärzenberg auch und ich bin bald einmal um die Anlage herum. Sie ist von einem weiten Halsgraben eingefasst.

Auf dem Rückweg nach Stamsried

Aber es wird Zeit den Rückweg anzutreten, denn die Ruine Kürnburg wartet noch und ist für mich das persönliche Highlight der Tour. Darum ist es auch so super, dass wir an diesem Tag die Ruine gar nicht erst erreichen. Na toll! Aber der Reihe nach. Wir sind also auf dem Rückweg und mich beschleicht schon langsam das Gefühl, uns könnte das Licht ausgehen, bis wir an der Kürnburg ankommen. Es ist Mitte März. Also hopp und zackig voran. Nur verfransen wir uns am Hammerweiher. Zeit für einen Powerriegel ist da noch.

Dann soll es weitergehen, aber irgendwie  passt die Wanderkarte und das Geländer nicht so recht zusammen. Nach zwei Versuchen einen Weg zu finden, brechen wir ab und müssen uns damit abfinden, ein Stück an der Straße entlang zu gehen. Ich hasse das, hab ich das schon mal erwähnt. Endlich geht es wieder in den Wald. Nur in dem Waldstück finden wir den richtigen Weg auch nicht und stapfen durch das Unterholz, bis wir auf einen Forstarbeiter treffen, der mit einem Schmunzeln grüßt. Aber egal, da haben wir bereits den Wanderweg wieder gefunden, dem wir nun erstmal wieder beruhigt folgen können.

Zur Burg Schwärzenberg: Fast romantisch ist dieses Bild eines alten Hofes, den wir passieren.

Zur Burg Schwärzenberg: Fast romantisch ist dieses Bild eines alten Hofes, den wir passieren.

Der Rückweg nach Stamsried

Damit wir nicht den absolut selben Weg zurückgehen müssen, schwenken wir ab und gehen ein bisserl über Land, durch das Örtchen Dörfling. Auf der Landstraße haben wir eine tolle Sicht über die Ebene und es ist hier auch kein Verkehr. Ein paar Radler, mehr nicht. Wir gehen wieder dem Wald entgegen, den wir am Beginn der Tour durchquert haben und hier verfransen wir uns tatsächlich nochmal. Langsam reicht’s auch mal. Aber gut, dass dabei auch noch eine steile Passage auf dem Weg liegt. Also runter und wieder rauf. Schließlich finden wir den Weg nach Stamsried und treffen auf dem Marktplatz, als es dämmert.
Mein Fazit, wenn ich das jetzt so im nach hinein betrachte: Ich könnte heulen! Nein im Ernst. Die Tour war zwar etwas chaotisch und verlief nicht wie geplant, aber sie war super. Das tragische für meine Burgenherz ist nur, dass wir die Kürnburg nicht mehr erreichen konnten: einfach verplant. Außerdem habe ich jetzt erst festgestellt, dass wir ein Steinwurf vom Schloss in Stamsried geparkt hatten. Aber dort waren wir auch nicht: Ich könnte mir sonst wohin beißen. Also bleibt nach diesem niederschlagenden Resume nur eines zu tun: Die Tour muss neu und gründlicher geplant und gegangen werden!

Bilder zur Tour

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Mitterberg am Kalterer See: An einem Aussichtsfelsen des Mitterbergs mit Blick ins Etschtal und nach Bozen.
Rundtour auf dem Mitterberg am Kalterer See
Höhenweg bei Pappenheim auf dem Altmühltal Panoramaweg.
Zur Burg Pappenheim im Altmühltal

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