Das Burgenregister

Untere Diepoldsburg (Burg Rauber)

Die Untere Diepoldsburg liegt auf einem schmalen Berggrat in 735 Metern Höhe. Der Berggrat ist mit dem Albtrauf dominierenden Teckberg durch den sogenannten Sattelbogen verbunden. Die Untere Diepoldsburg wird im Volksmund auch Rauber genannt. Südwestlich der Unteren Diepoldsburg folgt ein flaches und offenes Geländestück. Hinter dieser langgezogenen Lichtung erhebt sich der Burgstall der Oberen Diepoldsburg auf 780 Metern Höhe. Die Diepoldsburg ist heute mit der Burg Teck und der Burg Hahnenkamm über den Drei-Burgen-Wanderweg verbunden.

LAGE & INFORMATIONEN

Info-Tafel

BESCHREIBUNG

Anlage

Die Diepoldsburg sitzt, aufgeteilt in Obere und Untere Diepoldsburg, auf einem felsigen Grat, der sich zwischen dem Teckberg im Nordwesten und dem Wirtschaftshof Diepoldsburg. Die Untere Diepoldsburg, auch Burg Rauber genannt, wird durch eine ca. 100 Meter lange und ca. 40 Meter breite Fläche von der Oberen Diepoldsburg getrennt. Von der Oberen Diepoldsburg ist heute kaum mehr als Gräben und kümmerliche Mauerreste erhalten. Burg Rauber ist die jüngere Anlage. Sie liegt ca. 45 Meter unterhalb der Oberen Diepoldsburg und sitzt am Ende des Felsgrats. Über eine Holzbrücke, die den Halsgraben überspannt, gelangt man über die Ostseite durch das Burgtor in die Kernburg. Der Halsgraben misst ca. 15 Meter in der Breite. Das Burgtor war ursprünglich nur als Mauerloch bezeichnet. Ob es ein Burgtor im eigentlichen Sinne war, ist heute nicht belegt. Es wird angenommen, dass auch vom Graben im Südwesten ein Zugang durch ein Burgtor bestanden haben könnte. Die Ringmauer der Unteren Diepoldsburg ist heute noch recht gut erhalten. Ihre Stärke misst 1,30 Meter. Sie folgt der natürlichen Felskante des Grats und muss lediglich an der Nordseite einen Felsspalt überbrücken. Dieses neuere Mauerstück ist in den Burghof zurückgesetzt.  Betritt man die Untere Diepoldsburg über die Brücke, fällt die Zisterne linker Hand ins Auge. Die Rundmauerung über Tage erinnert an einen Burgbrunnen. Die Burg Rauber liegt allerdings auf hohem Fels, was eine Brunnengrabung unmöglich gemachte. Am Grund der Zisterne liegt eine 5 Meter im Durchmesser breite Pfanne, deren Aufbau durch ein Sandlager, eine wasserdichten Lehmschicht und Filtergestein bestimmt ist. Der Burghof ist ansonsten eben und ohne weitere Mauerreste. Im Nordwesten der Unteren Diepoldsburg befindet sich ein kleines und felsiges Einzelplateau, das aber nie in die Burganlage einbezogen war.

Historie
Diepoldsburg Burg Rauber Albsteig - Südseite mit Halsgraben und Holzbrücke

Blick von Süden auf den Halsgraben, der von einer Holzbrücke überspannt ist, die auf das Burgtor führt.

Es wurde bereits im Jahr 914 eine Diepoldsburg in einer Urkunde erwähnt. Ob sie mit der Oberen und Unteren Diepoldsburg nähe Burg Teck auf dem Teckberg zu tun hat, ist nicht sicher. Die Burg Rauber – also die Untere Diepoldsburg – stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde sehr wahrscheinlich gleich nach der Oberen Diepoldsburg errichtet. 1210/15 wird ein Ulrich von Diepoldsburg als Ritter und Zeuge in einer Urkunde aufgeführt. Dies war das erste Adelsgeschlecht auf der Diepoldsburg. Es gibt zwar die Herren von Rauber, diese haben allerdings nichts mit Burg Rauber gemein. Diese Herren von Rauber stammen aus Slowenien und saßen dereinst auf Burg Krumperk.
1297 erlangen die Herren von Teck den Besitz an der Diepoldsburg. 1303 will Herzog Hermann II. von Teck seinen Teil an der Diepoldsburg und auch an der nahen Burg Hahnenkamm an das Haus Habsburg verkaufen, jedoch wird die Veräußerung der Burganlagen nie vollzogen. 1406 geht der Besitz an der Diepoldsburg an die Herren von Württemberg. Im selben Jahr wird die Untere Diepoldsburg als solche urkundlich erwähnt. 1424 geht die Diepoldsburg als Pfand an den Truchseß von Bichishausen. Der Besitz an der Diepoldsburg durch die Truchsessen von Bichishausen endet erst um 1510. Speth von Sulzburg erhält die Burg als Besitz, nachdem die Herren von Bichishausen ausgestorben waren. Die Diepoldsburg verfiel zunehmend in der frühen ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Um 1535 wurde bereits nur noch vom Burgstall Diepoldsburg gesprochen. Der früheste Beleg zum Namen Burg Rauber findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1624. Bestandserhaltende Baumaßnahmen wurden in den Jahren 1964/65 durchgeführt, nachdem der Landkreis Nürtingen die Burgruine erworben hatte. Auch das Land Baden-Württemberg beteiligte sich an dieser Instandhaltung.

QUELLEN

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4
    ISBN: 3-924489-58-0
  • Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon
    ISBN: 3-86047-219-4

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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