So richtig schön lässt es sich am Tegernsee wandern! Die Gipfel zu beiden Seiten des Sees sind gute Trainingseinheiten und vor allem auch perfekt für entspannte Touren. Unübersehbar ist der Hirschberg. Zu jeder Jahreszeit eine schöne Tour auf einen aussichtsreichen Gipfel im Mangfallgebirge. Heute ist aber eine gemütliche Tour geplant: Es geht auf den Riederstein mit seiner Kapelle und danach weiter auf den Gipfel des Baumgartenschneid. Eine feine kleine Tour – Sommer wie Winter.

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Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Bergwandern (T2)
  • Anforderung:
    Kondition, Trittsicherheit
  • Start/Ziel:
    Parkplatz Schweigerhof (Tegernsee)
  • Distanz: 8 km
  • Reine Gehzeit: 3:30 h
  • Höhenmeter: ↑ 690 m • ↓ 690 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Berggasthof Riederstein/Galaun

Etappen & Gehzeiten

  • Riederstein (1:15 h)
  • Gipfel Baumgartenschneid (2:15 h)
  • Wanderparkplatz (3:30 h)

Sehenswürdigkeiten

Kapelle auf dem Riederstein

Der tote Bär vom Riederstein

Die Tour auf den Riederstein und hinüber zum Baumgartenschneid beginne ich am Schweigerhof – im Sommer offensichtlich ein gebührenpflichtiger Parkplatz. Es geht zu Beginn eine Forststraße entlang, die schon bald steil bergauf führt. Wäre da nicht ab und an ein Blick auf den Tegernsee und die Berggipfel an seinem Westufer zu erhaschen, würde es ein wenig eintönig! Ich mag Forststraßen beim Anstieg nicht besonders! Die sind einfach langweilig. Dann kommt ein Auto, man bleibt stehen und schluckt Staub. In den Pyrenäen gibt es keine Forststraßen, da sind das regelrechte Schotterpisten, die einem alles an Fahrkunst abverlangen. Expedition sag ich nur! Aber das ist eine andere Geschichte.

Da laufe ich also die Straße bergauf – Richtung Riederstein und Baumgartenschneid – und es liegt noch Schnee. Als ich aus einem schattigen Waldstück rauskomme, drängt sich die Kapelle auf dem Riederstein ins Bild. Ich finde das immer bemerkenswert, wie man auf kleinen Felsnasen etwas bauen kann. Die Kapelle wurde bereits 1842 auf dem 150 m hohen Felssporn errichtet. Das heutige Erscheinungsbild stammt aus dem Jahr 1863. Der Ortslegende nach, soll ein Jäger dort oben einem Bären begegnet sein. Der Mann konnte noch auf den Bären schießen, bevor dieser ihn angriff. Beide stürzten gemeinsam die Felsklippe hinab. Doch der Jäger hatte Glück. Er landete auf dem Körper des toten Bären und überlebte so den Sturz. Als Dank soll er die Kapelle auf dem Riederstein errichtet haben.

Der Fels des Riedersteins und seine Kapelle. | Riederstein und Baumgartenschneid - Mangfallgebirge

Der Fels des Riedersteins und seine Kapelle.

Vom Riederstein zum Baumgartenschneid

Die Forststraße mündet in den Berggasthof am Riederstein/Galaun. Den lass ich aber aus und schlage mich nach rechts in den Wald hinein und bergauf, über einen matschigen und schmalen Pfad, Richtung Riederstein. Hier geht es noch mal steil bergauf. Von dem Kapellenfels hat man aber auch echt einen prächtigen Blick über den Tegernsee und seine Berge – herrlich! Auch den Gipfel des Baumgartenschneid kann man schon im Osten erspähen. Nach einer kurzen Pause in der Sonne an der Kapellenwand, packe ich meinen Tee wieder ein und mach mich auf den Weg. Ich möchte noch auf den Gipfel des Baumgartenschneid wandern und ein wenig Bergpanorama aufsaugen.

Der Wegverlauf führt mich in den Wald zurück und bergab. Den Baumgartenschneid verliere ich erstmal aus den Augen. Auf einem Sattel geht es dann den gegenüberliegenden Hang auf einem schmalen und verschneiten Weg bergauf. Der Pfad ist gespurt. Da wären Grödeln sicher nicht schlecht. Hab ich aber nicht dabei. Also fuchtle ich ein wenig mit meinen Teleskopstöcken herum und komme gut voran. Nachdem ein gutes Stück an Höhenmetern geschafft ist, geht es in einem weiten Bogen über einen Kammweg Richtung Gipfel. Und dabei scheint mir wieder die Sonne auf die Nase. Gegenüber im Norden kann ich die Kreuzberg Alm mit ihren Hütten sehen.

Ab jetzt zieht sich der Weg unter strahlender Sonne und stetig steigend, direkt auf den Gipfel des Baumgartenschneid hinauf. Das ist fast wie eine “Einflugschneise”. Ein Schneefeld habe ich schnell überquert und bin schon auf der Zielgeraden, als ich oben auf dem Gipfel zwei Fellnasen auf vier Pfoten sehe, die mich schon gespannt erwarten. Herrchen sitzt auch oben. Ein Mitfünfziger schätze ich mal, der immer mit seinen beiden Hunden und seiner Standardausrüstung im Rucksack auf Tour geht. Der ist so gemütlich unterwegs, dass er auch jederzeit seinen Schlafsack auspackt und sich auf ein Nickerchen hinlegt – zu jeder Jahreszeit. Das nenn ich Gelassenheit! So hat er schon öfter wieder Kräfte gesammelt und einige große Touren bestritten, wie er mir erzählt.

Auf dem Gipfel des Baumgartenschneid. | Riederstein und Baumgartenschneid - Mangfallgebirge

Auf dem Gipfel des Baumgartenschneid.

Abstieg zum Tegernsee

Dann überlässt er mir den Gipfel des Baumgartenschneid. Er verabschiedet sich, ruft seine Fellnasen und macht sich an den Abstieg, Richtung Tegernsee. Gemütlich wandert er den Kamm hinunter und ich lasse das Gipfelpanorama auf mich wirken. Hinter dem Hirschberg drängt sich der Roß- und Buchstein ins Bild. Und weiter hinten kann ich sogar die Zugspitze sehen. Im Norden lässt sich München mit seinen hellen Gebäudetupfern erkennen. Mein Rückweg führt mich später auf beinahe demselben Weg wieder zurück. Ich lasse den Riederstein allerdings rechts liegen und treffe so wieder auf die Forststraße beim Berggasthof. Von da geht’s wieder zum Parkplatz zurück.

Im Mangfallgebirge wandern nicht umsonst so viele Menschen gerne. Oder eben auch zwischen dem Tergernsee und dem Schliersee. Da herrscht im Sommer Hochbetrieb. Deswegen genieße ich diese Tour auch lieber im Spätwinter oder ganz früh im Frühjahr. Mir kommt das manchmal so vor, als ob sich die bayrischen Alpen in dieser Zeit erholen. Noch mal tief einatmen, bevor die Welt wieder erwacht und sich auf sie stürzt. Am Tegernsee wandern heißt, in den Münchner Hausbergen unterwegs zu sein. Die liegen in einer wundervollen Landschaft und bieten für jeden Wandertypen geeignete Touren. Und die Wanderung auf den Riederstein und den Baumgartenschneid, ist wirklich für jeden leicht zu gehen und bietet interessante Abwechslungen und Ausblicke.

Bilder zur Tour

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