Bergtour

Zenokopf, Zwiesel, Gamsknogel im Chiemgau

Das wird eine ordentliche Drei-Gipfel-Tour, sage ich zu Antje, als ich ihr die Gipfel Zenokopf, Zwiesel und Gamsknogel im Chiemgau vorschlage. Denn das ist für 2014 mein Revier: das Chiemgau. Und bisher habe ich schon einige Touren in den Chiemgauer Alpen absolviert.

Ich mag Rundtouren und ich steh auf jeden Fall auf Touren mit 2+ Gipfeln. Nach dem ersten Gipfel läuft’s einfach immer wie geschmiert und macht riesen Spaß! Liegt sicher auch daran, dass ich dann schon gut Höhe gemacht habe und einen Höhenweg ablaufen kann, bei dem es geschmeidig auf und ab geht. Und da ist Antje genau die richtige Bergpartnerin, genau wie schon auf der Tour zum Kranzhorn.

Die Tour im Überblick

Tourensteckbrief:

  • Charakter: Anspruchsvolles Bergwandern (T3)
  • Anforderungen: Gute Kondition, Orientierung, Trittsicherheit, Alpine Erfahrung
  • Start/Ziel: Weißbach – Jochberg Parkplatz
  • Distanz: 11  km • Gehzeit: 5 h
  • Höhenmeter: 985 m •  985 m
  • Einkehr unterwegs: Zwieselalm

Etappen (Gehzeiten kumuliert):

  • Zwieselalm (1:30 h)
  • Gipfel Zenokopf (2:30 h)
  • Gipfel Zwiesel (2:40 h)
  • Gipfel Gamsknogel (3:30 h)
  • Kohleralm (3:50 h)
  • Wanderparkplatz Jochberg (5:00 h)
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Zenokopf, Zwiesel und der Gamsknogel

Vom Parkplatz zur Zwieselalm (Kaiser-Wilhelm-Haus) geht es in 1,5 Stunden, erst über eine Forststraße, dann über einen Wanderpfad (Mulisteig) unschwierig hinauf. Von hier aus führt ein Pfad durch die Latschen in Serpentinen bergauf. Nach ca. 45 Minuten wird das Gelände flacher und wir treten aus den Latschen heraus. Können schon den Gamskogel ganz links, den Zwiesel mittig und den Zenokopf rechts vor uns sehen. Von der Zwieselalm zum Zenokopf  brauchen wir eine Stunde.

Zenokopf_Zwiesel_Gamsknogel_Chiemgau-14Vom Zenokopf führt uns ein Pfad über freies Gelände, danach erneut durch Latschen, in 15 Minuten auf den Gipfel des Zwiesel. Das ist einfach und schnell gemeistert. Weiter zum Gamsknogel geht es erst über einen Höhenkamm, durch Latschen, bequem hinüber. Allerdings kommt bald ein kurzer Felssteig, der teilweise versichert ist (Schwierigkeit K1). Hier ist Trittsicherheit und Vorsicht geboten! Danach führt uns der Steig unschwierig durch Latschen und über den Kamm entlang zum Gipfel des Gamsknogel, der auch noch mal über einen teils versicherten Steig zu meistern ist.. Diese Passage hat uns ca. 45 Minuten gekostet.

Vom Gamsknogel zur Kohleralm dauert es ca. 30 Minuten. Anfänglich geht es einen steilen Steig bergab, danach über eine Almwiese, an Mauerresten zur Alm hinüber. Von der Kohleralm führt uns ein Pfad durch den Wald. Erst über Stock und Stein, über ein paar Stege und einem Pfad, der zu einer Forststraße führt. Die verlassen wir dann zum Schluss, um rechts die letzten Minuten über einen Pfad zu wandern. Der Abstieg ist in gut einer Stunde zurück zum Parkplatz zu schaffen.

Damit haben wir eine wunderbare und spannende Bergtour hinter uns. Mit Blick auf den Hochstaufen, der uns schon richtig Appetit macht auf Bad Reichenhall, wo die Salzgewinnung ihre Geschichte bis in die Keltenzeit zurück schreibt. Ein Highlight ist sicher auch der Blick nach Süden: Chiemgauer Alpen, Reiteralpe, Lofer und Leoganger Steinberge.

Konversationslehre im Chiemgau

Was ich an Antje so mag: Sie kann immer reden, selbst wenn ich schon keine Luft mehr bekomme. Aber vor allem erleichtert sie mir den inneren Schweinehund auf unseren Touren zu überwinden, weil wir immer sehr interessante Gespräche führen, wenn wir auf Tour sind.

Meistens mache ich immer nur: „Mmhmmm“. Das nennt man aktives Zuhören! Kann ich schon ganz gut. Und dabei bekomme ich wesentlich mehr Luft, als wenn ich zwischen durch noch Fragen stellen würde. Jedenfalls geht das so bis wir den Mulisteig erreichen. Da muss ich Antje bremsen, denn Mulisteig heißt bei mir sofort: Minimulis! Also muss ich doch für meine Blogger-Freunde ein Gedenkfoto schießen.

Zenokopf_Zwiesel_Gamsknogel_Chiemgau_31

Wir sind die ganze Tour über eigentlich fast alleine. Und so quatschen wir uns auf den ersten Gipfel: Zenokopf. Der ist nur von zwei weiteren Bergsteigern besucht, die uns allerdings bald alleine lassen. Und da kommt mein Ritual: Gipfelkreuz abklatschen  – sonst war ich ja nicht wirklich oben – und Brotzeit auspacken. Jeder hat irgendwas Leckeres dabei und so schmausen wir los. Das haben auch zwei Dohlen entdeckt und rücken uns auf die Pelle.

Man kann sich während der Gipfelbrotzeit übrigens auch ausgiebig unterhalten. Und beim Kauen zuhören und auch gut „mmhmmm“ murmeln, während man die Blicke auf der Suche nach Motiven schweifen lässt. Ist das nicht, was alle Multitasking nennen? Ja? Dann kann ich das! Allerdings geht es schon weiter, auf den nächsten Gipfel, den Zwiesel.

Auf dem Zwiesel machen wir nur kurz einen Stopp, kritzeln in das Gipfelbuch: Anjte, Alex , Luftschubser.de – Bääähm … PR! Und dann gibt es einen kurzen Kontakt mit anderen Bergwanderern: Ich fotografieren ein Pärchen, damit die auch ihr Gipfelbild bekommen. Gipfel No. 3 ruft aber: der Gamsknogel. Wolkenschwaden ziehen immer wieder umher und wir wollen noch die Kraxlpassage zwischen dem Zwiesel und dem Gamsknogel hinter uns bringen. Kraxln – woohooo!!! Wie spannend!

Zenokopf_Zwiesel_Gamsknogel_Chiemgau-10Am Gamsknogel nehmen wir uns wieder mehr Zeit. Es gibt wieder richtig tolle Motive. Vielleicht liebe ich die Alpen auch deswegen so sehr. Nicht nur mein Herz fühlt sich hier oben frei und leicht an, auch das Fotografieren ist immer wieder so spannend, weil sich immer stimmungsvoll Motive finden. So auch dieses mal. Die Wolken haben sich aufgelockert und die ganze Atmosphäre und die Sicht beeindrucken einfach nur. Und irgendwann ruft der Abstieg.

Und dann machen wir noch mal einen Sonnenstopp bei der Kohleralm. Antje macht sich auf der Bank an der Hauswand lang und tankt Sonne. Ich lasse ihr die Ruhe und tänzel um die Hütte herum wie Rumpelstilzchen, um Fotos zu schießen. Aber irgendwann müssen wir halt doch weiter. Es ist noch ein gutes Stück, dass wir über Stock und Stein und über Stege zurücklegen. Als wir auf eine Forststraße treffen, wird damit die Zielgerade eingeläutet. Am Parkplatz sind wir die Letzten. Dafür hat uns jemand eine olle Socke hinterlassen. Die liegt verlassen zwei Schritte neben meinem Auto. Da bleibt sie auch.

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Alex ist Münchner, Wahl-Landsberger und bloggt auf Luftschubser.de. Mit Vorliebe beschreibt er seine Touren und deren historische und kulturelle Hintergründe. Bereits seit 2003 schreibt er schon über Burgen - sein Steckenpferd - im Netz und führt das nun in seinem Blog fort. Das Bergsteigen, Wandern, die Natur, die Burgen als steinerne Zeitzeugen und der Austausch - unterwegs - mit anderen Menschen sind nicht nur Hobby, das ist seine Lebenseinstellung.

Website: https://luftschubser.de

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