Drei-Gipfel-Tour auf den Zwiesel in den Chiemgauer Alpen

Eine schöne und wenig frequentierte Drei-Gipfel-Tour in den Chiemgauer Alpen ist die Runde von Inzell auf den Zennokopf, den Zwiesel und den Gamsknogel. Chiemgauer Alpenpanorama, ein zwei Kraxlpassagen und einiges an Konversation erwartet uns auf dieser Tour: Ein echtes Highlight.

Während die erste Hälfte der Tour durch schattigen Bergwald führt, wandert man im oberen Teil teils durch dichten Latschenbestand. Die aussichtsreichen Gipfel eröffnen einen fantastischen Blick auf Bad Reichenhall und den berühmten Nachbargipfel Hochstaufen.

Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Bergwandern  (T2)
  • Anforderung:
    Kondition, Trittsicherheit
  • Start/Ziel:
    Weißbach: Jochberg Parkplatz
  • Distanz: 11 km
  • Reine Gehzeit: 5:00 h
  • Höhenmeter: ↑ 975 m • ↓ 975 m
  • Einkehr/Übernachtung:
    Kaiser-Wilhelm-HausKohleralm

Etappen & Gehzeiten

  • Kaiser-Wilhelm-Haus (1:30 h)
  • Gipfel Zennokopf (2:30 h)
  • Gipfel Zwiesel (2:40 h)
  • Gipfel Gamsknogel (3:30 h)
  • Kohleralm (3:50 h)
  • Wanderparkplatz Jochberg (5:00 h)

Vom Zennokopf zum Zwiesel 

Vom Parkplatz zur Zwieselalm (Kaiser-Wilhelm-Haus) geht es in 1,5 Stunden, erst über eine Forststraße, dann über einen Wanderpfad (Mulisteig) unschwierig hinauf. Von hier aus führt ein Pfad durch die Latschen in Serpentinen bergauf. Nach ca. 45 Minuten wird das Gelände flacher und wir treten aus den Latschen heraus. Können schon den Gamskogel ganz links, den Zwiesel mittig und den Zennokopf rechts vor uns sehen. Von der Kaiser-Wilhelm-Haus zum Zennokopf  brauchen wir eine Stunde.

Vom Zennokopf führt uns ein Pfad über freies Gelände, danach erneut durch Latschen, in 15 Minuten auf den Gipfel des Zwiesel. Das ist einfach und schnell gemeistert. Weiter zum Gamsknogel geht es erst über einen Höhenkamm, durch Latschen, bequem hinüber. Allerdings kommt bald ein kurzer Felssteig, der teilweise versichert ist (Schwierigkeit K1). Hier ist Trittsicherheit und Vorsicht geboten! Danach führt uns der Steig unschwierig durch Latschen und über den Kamm entlang zum Gipfel des Gamsknogel, der auch noch mal über einen teils versicherten Steig zu meistern ist.. Diese Passage hat uns ca. 45 Minuten gekostet.

Auf dem Zenokopf, im Hintergrund der Zwieselgipfel. | Zenokopf, Zwiesel, Gamsknogel - Chiemgauer Alpen

Auf dem Zennokopf, im Hintergrund der Zwieselgipfel.

Gipfel No. 3 – der Gamsknogel

Vom Gamsknogel zur Kohleralm dauert es ca. 30 Minuten. Anfänglich geht es einen steilen Steig bergab, danach über eine Almwiese, an Mauerresten zur Alm hinüber. Von der Kohleralm führt uns ein Pfad durch den Wald. Erst über Stock und Stein, über ein paar Stege und einem Pfad, der zu einer Forststraße führt. Die verlassen wir dann zum Schluss, um rechts die letzten Minuten über einen Pfad zu wandern. Der Abstieg ist in gut einer Stunde zurück zum Parkplatz zu schaffen.

Damit haben wir eine wunderbare und spannende Bergtour hinter uns. Mit Blick auf den Hochstaufen, der uns schon richtig Appetit macht auf Bad Reichenhall, wo die Salzgewinnung ihre Geschichte bis in die Keltenzeit zurück schreibt. Ein Highlight ist sicher auch der Blick nach Süden: Chiemgauer Alpen, Reiteralpe, Lofer und Leoganger Steinberge.

Konversationslehre in den Chiemgauer Alpen

Was ich an Antje so mag: Sie kann immer reden, selbst wenn ich schon keine Luft mehr bekomme. Aber vor allem erleichtert sie mir den inneren Schweinehund auf unseren Touren zu überwinden, weil wir immer sehr interessante Gespräche führen, wenn wir auf Tour sind. Meistens mache ich immer nur: “Mmhmmm”. Das nennt man aktives Zuhören! Kann ich schon ganz gut. Und dabei bekomme ich wesentlich mehr Luft, als wenn ich zwischen durch noch Fragen stellen würde. Jedenfalls geht das so bis wir den Mulisteig erreichen. Da muss ich Antje bremsen, denn Mulisteig heißt bei mir sofort: Minimulis! Also muss ich doch für meine Blogger-Freunde ein Gedenkfoto schießen.

Wir sind die ganze Tour über eigentlich fast alleine. Und so quatschen wir uns auf den ersten Gipfel: Zennokopf. Der ist nur von zwei weiteren Bergsteigern besucht, die uns allerdings bald alleine lassen. Und da kommt mein Ritual: Gipfelkreuz abklatschen  – sonst war ich ja nicht wirklich oben – und Brotzeit auspacken. Jeder hat irgendwas Leckeres dabei und so schmausen wir los. Das haben auch zwei Dohlen entdeckt und rücken uns auf die Pelle. Man kann sich während der Gipfelbrotzeit übrigens auch ausgiebig unterhalten. Und beim Kauen zuhören und auch gut “mmhmmm” murmeln, während man die Blicke auf der Suche nach Motiven schweifen lässt. Ist das nicht, was alle Multitasking nennen? Ja? Dann kann ich das! Allerdings geht es schon weiter, auf den nächsten Gipfel, den Zwiesel, auf dem wir uns nur kurz aufhalten.

Auf dem Gipfel des Gamsknogel. | Zenokopf, Zwiesel, Gamsknogel - Chiemgauer Alpen

Auf dem Gipfel des Gamsknogel.

Abstieg über die Kohleralm

Am Gamsknogel nehmen wir uns wieder mehr Zeit. Es gibt wieder richtig tolle Motive. Vielleicht liebe ich die Alpen auch deswegen so sehr. Nicht nur mein Herz fühlt sich hier oben frei und leicht an, auch das Fotografieren ist immer wieder so spannend, weil sich immer stimmungsvoll Motive finden. So auch dieses mal. Die Wolken haben sich aufgelockert und die ganze Atmosphäre und die Sicht beeindrucken einfach nur. Und irgendwann ruft der Abstieg.

Und dann machen wir noch mal einen Sonnenstopp bei der Kohleralm. Antje macht sich auf der Bank an der Hauswand lang und tankt Sonne. Ich lasse ihr die Ruhe und tänzel um die Hütte herum wie Rumpelstilzchen, um Fotos zu schießen. Aber irgendwann müssen wir halt doch weiter. Es ist noch ein gutes Stück, dass wir über Stock und Stein und über Stege zurücklegen. Als wir auf eine Forststraße treffen, wird damit die Zielgerade eingeläutet. Am Parkplatz sind wir die Letzten. Dafür hat uns jemand eine olle Socke hinterlassen. Die liegt verlassen zwei Schritte neben meinem Auto. Da bleibt sie auch.

Bilder zur Tour

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