Rucksack Kestrel 38 von Osprey im Härtetest

Werbehinweis: Dieser Beitrag wurde von Osprey unterstützt. Die Beitragsinhalte sind davon nicht beeinflusst.

Im Frühjahr war ich auf der Suche nach einem neuen Rucksack für meine Tages- und Mehrtagestouren. Dabei sollte dieser neue Rucksack folgende Kriterien erfüllen: Geringes Eigengewicht • Guten Tragekomfort • Volumen bis zu 40 Liter • Einsatzgebiet: Bergtouren und Wanderungen über eine Dauer von ein bis mehrere Tage • Strapazierfähig

Bei meiner Suche nach dem passenden Rucksack, bin ich auf den Kestrell 38 von Osprey gestoßen. Den Rucksack des 1974 in Kalifornien gegründeten Rucksack-Herstellers habe ich auf verschiedenste Touren über einen Zeitraum von 10 Monaten kontinuierlich genutzt und getestet. Beispielsweise auf den Mehrtagestouren am Rheinsteig und zum Gipfel des Saykogels im Ötztal. Aber auch auf Tagestouren wie zum Beispiel beim Halden-Hopping im Ruhrgebiet oder beim Gipfelsturm auf den Geiselstein, das Matterhorn der Ammergauer Alpen.

Übersicht

  • Hersteller: Osprey
  • Volumen: 38 Liter
  • Eigengewicht: Größe S/M 1,39 kg – Größe M/L 1,44 kg
  • Material: Nylon
  • Konzept: Top-Loader mit fester Deckeltasche
  • Ausstattung: Innenraum teilbar, Deckelfächer (innen & außen), Schlafsackfach, Regenhülle, Signalpfeife, 2 Hüftgurttaschen, Kompressionsriemen, Trinkblasenfach außen, Außennetz aus dehnbarem Mesh, Ösen und abnehmbare Riemen für Ausrüstung vorhanden.
  • Specials: Verstellbare Rückenplatte, Stow-on-the-Go Befestigung für Ausrüstung (Teleskopstöcke)
  • Einsatzgebiet: Wanderungen und Bergtouren (Tages- & Mehrtagestouren) mit leichtem bis moderatem Gepäck.
  • Preis: 150,00 EUR (UVP – Stand 2016)
Macht eine gute Figur - Rucksack Kestrel von Osprey

Über Rucksäcke im Allgemeinen

Der Rucksack überzeugt seit tausenden von Jahren mit seiner  praktischen und meist felxiblen Konstruktion. Bereits Ötzi, der Mann aus dem Eis, hatte eine urzeitliche Kraxe, also eine Art Außengestellrucksack, in Verwendung. Die allgemeinen Vorteile eines Rucksacks liegen auf der Hand: Gleichmäßige Gewichtsverteilung am Körper ermöglicht das Tragen von Lasten über weite Strecken. Heute gibt es für verschiedene Anwendungsgebiete den richtigen Rucksack. Um fürs Wandern und Bergsteigen dabei den richtigen Rucksack für sich zu finden, sollte man sich zuerst die Frage beantworten: Für was genau benötige ich den Rucksack und welche Anforderungen habe ich an diesen? Die Auswahl trifft man dabei immer unter folgenden Rucksacktypen, die wie folgt beschrieben werden können:

  • Daypack oder Tagesrucksack
    Sehr leichter Rucksack mit wenig Volumen (</= 30 Liter) und ohne Gestell. Kaum bis leicht gepolsterte Trageriemen. Anwendungsgebiet: Kleine, kurze Tagesausflüge.
  • Trekking- oder Tourenrucksack
    Rucksäcke mit Gestell und einem Volumen zwischen ca. 40 bis 120 Liter Volumen, die für mehrtägige Touren ausgelegt sind. Trageriemen sind gut gepolstert. Das Eigengewicht kann bereits hoch sein.
  • Allrounder
    Rucksäcke mit Gestell und geringem bis moderatem Eigengewicht. Das Volumen liegt ca. zwischen 30 – 40 Litern. Die Trageriemen sind gut gepolstert.

Kestrel 38, mein Rucksack von Osprey

Der Kestrel 38 hat ein sehr ansprechendes Design. Der Deckel hat innen und außen je ein Reißverschlussfach. Der Innenraum ist teilbar. Der Trennboden wird durch Zugriemen fixiert. Die Randbereiche des Trennbodens bleiben dabei flexibel, so dass auch langes Gepäck über den kompletten Innenraum seitlich packbar ist. Ein Vorteil zum Reißverschluss-Trennboden. Die Trennfunktion bleibt davon aber unbeeinträchtigt.

Der Eingriff von oben in den Innenraum ist über einen Zugriemen verschließbar: Das kennt man. Beim Kestrel 38 ist der Riemen mit einem besonderen Verschlusssystem versehen: Man zieht einfach jeweils in die gewünschte Richtung. Der Verschluss bewegt sich allerdings nur beim Ziehen. In Ruheposition hält er fest. Kein Drücken, kein Pressen eines Schließmechanismus‘ ist notwendig. Der Packraum kann von je zwei Kompressionsriemen am äußeren Seitenbereich jederzeit justiert werden und sitzt damit immer kompakt und perfekt.

Das Model Kestrel 38 hat den Eingriff zum Wasserfach für die Trinkblase im Außenbereich, hinter der Rückenplatte. Das macht es einfacher, unterwegs den Wasservorrat aufzufüllen. Da die Trinkblase allerdings näher am Rücken ist, wärmt sich das Wasser deutlich auf. Die Trinkblase bei vollgepacktem Rucksack in das Fach zu packen erfordert einiges an Geschick. Eine volle Trinkblase (3 Liter) verursacht bisweilen auch eine leicht spürbare Außenwölbung an der AirScape™ Rückenplatte.

Konstruktion und Besonderheiten

Das Tragesystem des Kestrel 38 auf die eigenen Statur einzustellen und dabei das Tragegewicht optimal zu verteilen, gestaltet sich einfach und sehr bequem. Großer Vorteil sind auch zwei Hüftgurttaschen, die jederzeit in direktem Zugriff für den Träger sind. Zwei Außentaschen erweitern den Stauraum am Rucksack. Die beiden Taschen könnten ein wenig tiefer sein, so dass man nicht das Gefühl hat, eine 1 Liter Flasche könnte rauskippen. Der Kestrel 38 hat dazu noch ein großes Außennetz: das Meshfach. Hier kann entweder ein Helm oder andere, kleinteilige Bekleidung/Ausrüstung untergebracht werden.

Ausrüstung ist das Stichwort: Der Kestrel 38 bietet genug Riemen und Ösen, damit im Außenbereich des Rucksacks Wanderstöcke, Steigeisen, Eispickel oder andere Hardware sicher verstaut werden kann. Dabei bleibt der Zugriff auf die Außentaschen und den integrierten Regenschutz immer frei.

Ein Highlight des Kestrel 38 ist das Stow-on-the-Go-System: Damit lassen sich im Gehen die Teleskopstöcke mit etwas Geschick seitlich am Rucksack fixieren, so dass man schnell beide Hände frei hat, ohne den Rucksack dafür eigens abnehmen zu müssen. Eine Top-Idee, die alledings ein wenig Übung voraussetzt! Auch mein Test, während des Gehens eine Jacke an- bzw. auszuziehen – ohne den Rucksack abzulegen – unterstützt das Stow-on-the-Go-System optimal. Warum überhaupt noch stehen bleiben, wenn man den Kestrel 38 hat?

Die Optimierung des Kestrel von Osprey

Der Kestrel 38 wurde überarbeitet. In 2016 kam er optimiert auf den Markt. Und das ist neu oder verbessert worden:

  • Verstellbare AirScapeTM Rückenplatte mit Schaumrillen für Ventilation
  • Seitlicher Reißverschlusszugang zum Hauptfach für den schnellen Zugriff unterwegs (außer beim Kestrel 28)
  • Stow-on-the-GoTM Befestigung für Trekkingstöcke
  • Integrierte und abnehmbare Regenhülle
  • Frauenspezifische Anpassung (Kyte)

Über den Hersteller: Osprey

Kalifornien 1974. Die Geburtsstunde von Osprey: Es begann alles mit einer Nähmaschine, einem Kopf voller Ideen und dem Verlangen, innovative Rucksäcke zu entwickeln, die den höchsten Standards gerecht werden. Bis heute verkörpern Rucksäcke von Osprey den Pioniergeist von einst, von den höchsten Bergen zu den entferntesten Inseln und überall dazwischen.

Impressionen

Fazit

Das findet Alex …

Nach einem Jahr im Härtetest auf meinen Wanderungen, Berg- und Hochgebirgstouren und auch auf Reisen, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Der Rucksack rockt! Das geringe Eigengewicht, der angenehme Tragekomfort und die cleveren Funktionen machen den Kestrel von Osprey für mich zum praktischen und unverzichtbaren Tourenbegleiter für Tages- und Mehrtagestouren. Er ist ein vielseitiger Allrounder und treuer Weggefährte.

Positiv: Clevere und gute Argumente für den Rucksack!

  • Angenehmes Gewicht und gutes Raumkonzept
  • Stow-on-the-Go-System zum schnellen Verstauen der Wanderstöcke
  • Tragesystem ist einfach und gut zu justieren
  • Easy-Verschlusssystem am Riemen des Hauptfaches
  • Sehr robust und sehr gute Verarbeitung
  • Pack Sizer App zu optimalen Größenbestimmun

Optimierbar:

  • Trinkblasenfach außen erfordert Geschick beim Verstauen der Trinkblase. Das Wasser ist zu nah am Körper und wird warm.
  • Manchmal leicht spürbare Außenwölbung an der AirScape™ Rückenplatte durch volle Trinkblase. (Mit einer Trinkblase von Osprey spürbar verbessert.)
  • Seitliche Außentaschen mit wenig Tiefe. (Im neuen Modell verbessert!)

Tipps – Wie finde ich den richtigen Rucksack:

Nach welchen Kriterien sollte ich einen Rucksack aussuchen? Folgende Punkte können bei der Auswahl des richtigen Rucksacks entscheidend sein:

  • Eigengewicht
    Je robuster das Modell und je höher das Volumen eines Rucksacks, desto höher kann das Eigengewicht sein. Hier reden wir von ca. 2 bis 5 kg Eigengewicht, wenn wir beispielsweise Rucksäcke mit einem Volumen von 35 bis 100 Litern betrachten.
    Alternative wären hier Ultraleicht-Modelle. Diese sind jedoch nicht nur viel leichter, sondern auch kostspieliger.
  • Widerstandsfähigkeit
    Der Rucksack sollte so konzipiert sein, dass das Material und die Verarbeitung robust und haltbar sind. D.h., dass das Material den Kräfteeinwirkungen von Innen und Außen gewachsen ist. Oberflächenmaterial und Nähte müssen Belastungen über lange Zeit Stand halten.
  • Tragesystem
    Die Tragesysteme heute werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt: Aluminium, Plastik und inzwischen auch wieder aus Holz. Sie unterliegen der ständigen Belastung des Transportgewichts und auch äußerlichen Einwirkungen. Eine Überlastung durch zuviel Gewicht oder unsachgemäßem Umgang muss vermieden werden. Wichtig ist auch, dass das Tragesystem größenverstellbar ist, um es an den eigenen Körperbau anzupassen. Die Rückenplatte sollte das Rückgrat schonen und möglichst trocken halten.
  • Die richtige Größe
    Wie bei Bekleidung gibt es auch beim Thema Rucksack die richtige Konfektionsgröße. Diese sollte unbedingt zur Statur passen.
    Osprey hat hier eine clevere Lösung: Die Pack Sizer App von Osprey. Damit kannst Du in jedem Fall die für Dich perfekte Rucksackgröße ermitteln.
  • Ausstattung / Funktionalität
    Gutes Raumkonzept mit ausreichend Stauraum. Ausstattung Außen: Mehrere separate (Reißverschluss-)Taschen, Kompressionsriemen, Außennetz, Riementaschen und –ösen. Signalpfeife und ein Regenschutz sind heutzutage Standard. Einfache Handhabung der Funktionalitäten unterwegs auf dem Trail und in Unterkünften nicht zu vergessen.
  • Farbe
    Die Farbe ist sicher Geschmackssache und wird immer nach den persönlichen Vorlieben gewählt. Die einen mögen gedeckte Farben. Hier ist der Standard meist Blau, Rot oder Schwarz. Es gibt grds. weder Vor- noch Nachteile. Ein Gedanke dabei ist allerdings, dass Rucksäcke (oder Kleidung) in einer Signalfarbe in einem Notfall das „Gefunden werden“ im Gelände begünstigen können.
  • Das eigene Gefühl
    Ganz einfach: Auch wenn alle Kriterien in der Theorie erfüllt werden, am Ende entscheidest Du Dich sowieso für einen Rucksack, der “wie angegossen” sitzt, oder?
    Ich persönlich finde es einfach wichtig, den Rucksack vor dem Kauf in der Hand halten zu können und ihn auch auf den Schultern und der Hüfte zu tragen. Daher gehe ich immer in ein Fachgeschäft, um einen Live-Test vor dem Kauf zu machen.
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