Rundtour auf dem Mitterberg am Kalterer See

Es gibt so Touren, die könnte ich einfach immer wieder gehen. Dazu gehört ganz bestimmt die kleine Runde auf dem Mitterberg, mit den Ruinen Leuchtenburg und Laimburg.

Vielleicht nicht jedes mal, aber mich zieht es immer wieder zu der Burg, die über dem Kalterer See sitzt und gemächlich das touristische Treiben unten am Ufer beobachtet. Denn es gibt auf dieser Tour weit mehr zu entdecken als die genannten Burgruinen. Weit mehr!

Sehenswürdigkeiten

Burg Leuchtenburg • Burg Laimburg

Tourensteckbrief

  • Charakter:
    Wandern (T1)
  • Anforderung:
    Kondition
  • Start/Ziel:
    Parkplatz am Kreithsattel
  • Distanz: 10 km
  • Reine Gehzeit: 2:30 h
  • Höhenmeter: 570 m • ↓ 570 m
  • Einkehr/Übernachtung: keine

Etappen & Gehzeiten

  • Burg Leuchtenburg (0:25 h)
  • Rosszähne (1:00 h)
  • Burg Laimburg (2:10 h)
  • Parkplatz Kreithsattel (2:30 h)

Der Kojotenpass

Ich glaube, die Tour bin ich das erste mal 1998 im Herbst gegangen. Nicht so ausgedehnt wie heute, aber die Leuchtenburg hatte mich damals schon angezogen. Dabei ist der Ausgangspunkt immer derselben: der kleine Parkplatz kurz vorm Kojotenpass. Warum der Kojotenpass, so nennen die Einheimischen den Kreithsattel, Kojotenpass heißt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Klingt zumindest etwas verwegener. Der Kreithsattel verbindet das Etschtal mit Kaltern. Beide werden durch den Mitterberg getrennt. Finde ich auch gut, denn im Etschtal führt die Autobahn von Bozen in den Süden Italiens und so eine Autostrada ist halt nicht wirklich attraktiv.

Der Kojotenpass ist mit seinen ca. 380 m der tiefste Punkt auf dem Mitterberg. Oben auf dem Sattel steht der Kreithof . Er soll aus dem 13. Jahrhundert stammen und der Leuchtenburg und/oder der Laimburg zugehörig gewesen sein. Die Inhaber betreiben heute noch fleißig Weinanbau auf dem Kreithsattel. Dass ein Hotel Garni angeschlossen ist, fällt eigentlich gar nicht auf. Später werden wir, denn Karo war natürlich mit auf der Tour, an dem Weingut direkt vorbeikommen. Aber gut, wir brechen also von dem kleinen Wanderparkplatz Richtung Leuchtenburg auf, folgen der Wegmarkierung 13 und verschwinden somit ziemlich bald im Wald. Aber nicht ohne zuvor den Mauerkranz der Burgruine auf dem Mitterberg erspäht zu haben.


Die Burg Leuchtenburg

Der Schatten unter den Bäumen kommt uns ganz gelegen für das erste Stück, denn es geht immer schön bergauf und da es schon spät am Vormittag ist, scheint die Sonne kräftig auf uns runter. Es ist zwar erst Ende April, aber in Südtirol kann man um diese Zeit schon mit sehr sommerlichen Temperaturen rechnen. Nach einem kurzen Stück erreichen wir den Forstweg, der direkt vom Kreithof auf den Mitterberg führt. Uns zieht es aber bald links, wieder in den Wald hinein.

Der breite Pfad, der uns zur Burg führt, war auch im Mittelalter schon der Burgweg und man findet tatsächlich unterwegs noch Reste der alten Pflasterung. Die Leuchtenburg ist auch schnell erreicht. Zum Glück, denn ich werde da immer unruhig, wenn ich die Burg schon aus der Ferne sehe. Ist wohl ein Virus diese Burgenleidenschaft. Das markante an der Leuchtenburg, sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, ist der Mantelbau der Kernburg. Der 14 m hohe Mauerring ist so ungleichmäßig wie weithin sichtbar.

Wir kraxeln über eine kleine Eisenleiter in die Kernburg. Im Inneren drängen sich Gebäudenreste an den großen Mauerring und tragen zum Teil alte Fresken auf Putz an den Fassaden. Ungewöhnlich, dass die Außenfassade verputzt ist, denn früher wurden eigentlich Wohnräumen verputzt. Auf der Burgmauer der südlichen Vorburg finden wir dann noch Platz für ein Päuschen und genießen das Panorama.

Auf dem Mitterberg über dem Kalterer See

Nach der kurzen Rast gehen wir weiter und ich hüpfe – wie immer – noch ein bisserl um die Burg herum, um Fotos zu schießen. Unser Ziel ist die südlichste Spitze des Mitterbergs. Unterwegs machen wir halt, weil ich eine grüne Raupe und danach noch einen schwarzen Käfer mit großem Kopf und langen Fühlern beobachte. Mit Fotos habe ich aber kein Glück. Diese kleinen Tierchen wollen halt einfach nicht stillhalten. Später geht es in eine Senke und rechter Hand säumen ein paar Felsbrocken, eher große als kleine, den Wegrand: leicht märchenhafte Stimmung. Nach kurzem Anstieg treffen wir auf Reste einer prähistorischen Siedlung, die vier Viereckbau-Grundrisse aufweist. Die Siedlung stammt angeblich aus der Eisenzeit, denn der Mitterberg war zu dieser Zeit schon besiedelt.

Leider ist davon im Vergleich zu 1998 nicht mehr so deutlich viel zu erkennen. Die Natur holt sich die Mauerreste zurück. Auch hier hab ich heute kein glückliches Händchen für Fotos. Also gehen wir weiter und machen einen Schwung nach Südosten. Da fällt mir prompt ein: Ich hab glatt vergessen, die Siedlung im GPS zu markieren. Die Höchstgeschwindigkeit des Tages von ca. 10 km/h ist also darauf zurückzuführen. Als wir das auch haben geht’s weiter zu den Warmlöcher. Sie sind das Gegenstück zu den Eislöchern bei Kaltern, nur dass hier aus den Felsspalten warme, nicht kalte, Luft herausströmen soll. Also ich war nun schon ein paar mal dort und habe gehofft warm angeströmt zu werden, aber im Sommer ist das halt so eine Sache mit der warmen Luft. Macht aber nichts, denn hier gibt es erstmal einen Müsli-Riegel und einen Ausblick auf das Etschtal, den wir uns mit ein paar Eidechsen und jeder Menge Hauswurz teilen.

Der Pfad ist inzwischen schmäler geworden und wir schlängeln uns entlang des bewaldeten Hanges, um dann von einem Holzschild darauf hingewiesen zu werden, dass wir jetzt an den Rosszähnen stehen. Ich weiß nicht wie ihr Euch die Rosszähne vorstellen würdet, aber es sind in der Tat Felsen, die so braun sind wie die Zähne alter Gäule. Und sie stehen soweit auseinander, dass man bequem dazwischen durchgehen kann. Das macht man dann auch immer – natürlich. Also machen wir das auch und versuchen uns in verschiedenen Posen zu fotografieren. Aber was vielleicht nicht so viele wissen: Die Rosszähne liegen auf dem höchsten Punkt des Mitterbergs und waren in der Eisenzeit ebenfalls Siedlungsfläche. Auf dem ovalen Plateau finden sich noch Spuren eines Treppenansatzes und bearbeiteter Fels. Der jüngste Hinweis, ein viereckiger Mauerrest wird auf einen Eremiten zurückgeführt. Wir genießen jedenfalls die Aussicht von dem Felsplateau und machen uns dann wieder auf den Weg.


Die Burg Laimburg

Nachdem wir die Rosszähne hinter uns gelassen haben, geht es mit uns bergab. In einer Steinrinne, die steil nach unten führt, zweigen wir nochmal ab und machen ein Päuschen, um von der Südspitze des Mitterbergs mit einem Apfel im Mund nach Italien zu spähen. Normalerweise könnte man bis nach Salurn sehen, wenn die Sicht gut wäre. Ist sie aber nicht. Mit dem Tele kann ich die Haderburg ran zoomen. Zwar sehr rauschig, aber man kann sie doch gerade so erkennen. Eine echt tolle Ruine in sehr exponierter Lage. Aber die werden wir heute nicht mehr zu Gesicht bekommen. Also aufessen und weiter den Berg runter. Am Fuße angekommen, führt uns der breite Forstweg wieder zurück an die Stelle, an der wir vormittags schon waren. Jetzt gehen wir immer gerade aus und am direkt am Kreithof vorbei zum Kojotenpass. Dort führt uns die  schmale Fahrstraße dann in einem Bogen auf die Laimburg zu. Kojoten konnten wir keine entdecken.

Die Laimburg steht echt gut da: gepflegt und ordentlich in Schuss. Liegt sicher daran, dass dort hin und wieder Open-Air Veranstaltungen stattfinden. Uns ist das recht, solange wir die Burg in Ruhe erkunden können. Und das geht auch optimal, denn die ganzen Sträucher und der ganze Wildwuchs, den wir auf der Leuchtenburg vorgefunden hatten, gibt es auf der Laimburg nicht. War allerdings auf der Leuchtenburg auch schon mal anders. Aber die Natur macht es einfach schön wildromantisch. Von der Laimburg sind noch einige Mauerreste übrig. Die Ostwand des Bergfieds und davor eine Zisterne. Die Mauern der Gebäude, die den Burghof umschließen, sind zum Teil noch ordentlich hoch und man kann in den Balkenlöchern der Mauern noch angekohlte Balkenstümpfe erkennen.

Von der Laimburg zurück zum Kreithof ist es nicht weit. Wir werden allerdings von einem Nieselschauer eingeholt, der uns fast bis zum Parkplatz zurück verfolgt. Fast ist es so, als ob der Schauer uns zurücktreiben wollte. Am Parkplatz angekommen hört es wieder auf. Gut, dann können wir uns zumindest in Ruhe die Wanderschuhe ausziehen und in etwas Bequemeres schlüpfen. Die Tour am Mitterberg ist wirklich immer wieder g’schmeidig. Ist einfach mal ein lockerer Rundgang zwischen zwei größeren Touren und es gibt unterwegs echt viel zu entdecken. Die Ruine Leuchtenburg übt schon einen besonderen Reiz aus. Vor allem, wenn man danach unten am Kalterer See sitzt und ein Eis genießt.

Bilder zur Tour

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