Burg Falkenstein ist eine außergewöhnliche Burgruine bei Pfronten im Allgäu. Sie thront auf dem 1.277 m hohen Manzenberg und ist Bayerns und vor allem auch Deutschlands höchstgelegene Burganlage. Keine anderen Burgen und Schlösser in Deutschland bieten einen so atemberaubenden und spektakulären An- und Ausblick wie diese Bergveste!

Burg Falkenstein befindet sich in einer sehr prominenten Region des Alpenvorlandes: Namhafte Bauten wie das Schloss Neuschwanstein und  Schloss Hohenschwangau, liegen fast ums Eck. Ein Feingespür für die wildromantische Bergkulisse und das stimmungsvolle Naturschauspiel der Alpen, hatte Bayerns König Ludwig II., schon sehr früh.

Auch hatte Ludwig II. einen Blick auf die Ruine Falkenstein und ihre Geschichte geworfen: Drei Jahre vor seinem Tod, ließ er Baupläne erstellen und bearbeiten, um auf dem Plateau des Manzenberges, an der Stelle der Burgruine, sein Idealbild einer Ritterburg zu errichten.

Was es mit Ludwigs Plänen seiner Ritterburg auf sich hatte, was es im Museum neben dem Burghotel zu sehen gibt und viele interessante Informationen zur Geschichte der Burg Falkenstein auf dem 1.277 m hohen Gipfel, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Standort & Karte

Land: Deutschland • Bundesland: Bayern • Landkreis: Ostallgäu • Gemeinde: Pfronten • Region: Allgäu Schwaben
Koordinaten: 47.569455°, 10.591302°

Touristen Information

Burg Falkenstein Hotel:

Unterhalb der Burgruine, auf 1.250 Metern, liegt das Burghotel mit einem traumhaften Alpenpanorama.

Burg Falkenstein Anfahrt:

  • Über die Autobahn A 7  – von Ulm Richtung Füssen – Ausfahrt Oy-Mittelberg – Bundesstraße 310, dann nach dem Kreisverkehr Bundesstraße 309 nach Pfronten.
  • In Pfronten in die Meilinger Str., danach in den Falkensteiner Weg bis zum König-Ludwig-Weg bis zum Mauthäuschen – Burgruine Falkenstein.
  • Gebührenpflichtig (Mauthäuschen): Für Besucher der Burg führt ein einspuriger „Single-Track“ zum Parkplatz unterhalb des Hotels. Bitte unbedingt auf Hinweistafeln und die Ampeln achten! Es gilt folgende Regelung
    → Auffahrt: stündlich jeweils von viertel nach bis 5 Minuten vor der vollen Stunde. (Beispiel: 11:15 – 11:55 Uhr)
    → Abfahrt: in den ersten 10 Minuten jeder vollen Stunde. (Beispiel: 11:00 – 11:10 Uhr)

Barrierefreiheit:

  • Barrierefreiheit: Für Kinderwägen & Rollstühle bis zum Burghotel gegeben.
  • Keine Barrierefreiheit: Besuch der Burgruine für Kinderwägen & Rollstühle nicht möglich.

Tagesausflug:

Für den Ausflügler und Wanderer gibt es folgende Möglichkeiten, die Burg zu Fuß zu erreichen:

  • Vom Meilingen: ab Parkplatz Alpenbad am König-Ludwig-Weg in ca. 3,5 km und 280 HM in ca. 1,10 Std. über die Auffahrtsstraße bis zum Hotel und Ruine
  • Von Rossmoos (Weißensee): Ab Parkplatz Rossmoos in ca. 3 km, 340 HM in ca. 1:15 Std. zum Hotel und Ruine.
  • Von Steinach: Ab Parkplatz am Bahnhof Pfronten-Steinach im Aufstieg in ca. 2,5 km, ca. 400 HM in ca. 1:15 Std. bis zum Hotel und Ruine.

Burg/Hotel Falkenstein Öffnungszeiten:

  • Zugang Burgruine: Der Zugang ist kostenfrei und täglich zwischen 08:00 – 20:00 Uhr möglich. Außerhalb der Öffnungszeit ist der Zugang zur Burganlage verschlossen.
  • Das Burghotel mit Café und Restaurant hat täglich von 07:00 – 22:30 Uhr geöffnet. Die Küche ist von 11:30 – 14:00 Uhr und 17:30 – 21:00 Uhr geöffnet. Das Burg-Café auf der Panoramaterrasse hat von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten und Änderungen bitte auf der Webseite des Burghotels abrufen.

Burg Falkenstein Webcam:

Die Burg-Webcam mit Blick über Pfronten und ins Allgäu: ein sagenhaftes 360 Grad Panorama! Atemberaubende Bergkulisse, weites Panorama über Burgen, Seen und über die traumhafte Landschaft des Alpenvorlandes.

Tipp: Im 360 Grad Panorama kannst Du bequem zu den benachbarten Webcams der Region wechseln und andere Perspektiven genießen!

Wanderempfehlung für Dich!

Die Burg Falkenstein kannst Du bei der schönen Rundwanderung über den Zirmgrat und durch das Vilstal besuchen. Auf dieser ca. 12 km lange Gratwanderungen liegen auch die Saloberalm und die Burgruine Vilsegg in Tirol am Wegesrand.

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Kleiner Rundgang

Burg Falkenstein ist mehr eine Burg mit vielen Geschichten, als eine funktionale Ritterburg. Zwar ist der Superlativ „höchstgelegene Burg Deutschlands“ natürlich beeindruckend, auch der Standort der Burg ist atemberaubend: Süd- und Ostflanke des Manzenberges fallen in einer fast 400 Meter senkrechten Felswand ab. Die West- und Nordseite werden von steil abfallendem Hangwald flankiert.

Einzig der strategische Wert dieser Anlage ist nicht ganz so üppig. Der spektakuläre Standort mag heute fantastische Bilder der Burgenromantik in den Köpfen der Besucher zaubern. Der Nutzen zur Zeit des Grafen Meinhardts II. war allerdings gering. Die exponierte Lage schnitt die eher schlichte Burg von Siedlungen und Handelsstraßen eher ab und machte sie so unattraktiv.

Dennoch: Sie galt als Drohgebärde gegen Bayern und Augsburg. Der schroffe Fels, auf dem die Burg thront, verlieh ihr schon damals einen drohenden Charakter, der sich über das gesamte Vilstal ausbreitete.

Burg Falkenstein - Pfronten im Allgäu - Ausblick vom Vilstal
Blick vom Vilstal hinauf zum Manzenberg und zur Burgruine.

Die Burg Falkenstein galt zur Zeit ihrer Erbauung als „Festes Haus“. Ein Begriff der damaligen Zeit, mit dem ein befestigter Wohnsitz eines Adligen, ohne Bergfried und ohne Hoheitsrechte bezeichnet wurde. Die Falkenstein kam diesem Begriff bildlich sicher am nächsten. Die Befestigung bestand aus einer eher schwachen Ringmauer mit Tor. Über die Architektur des Tors ist weiter nichts bekannt.

Im 13. Jahrhundert wird das rechteckigen Gebäude mit Seitenlängen von ca. 8,7 x 18,5 Metern errichtet. Die Mauerstärke lag unter einem Meter. Das mehrstöckige Gebäude war sicher kein Wohnturm, sondern nur ein Haus. Es wurde aus relativ kleinen Steinen erbaut, da der Transport des Baumaterials von Hand hinaufgetragen werden musste. Mit Fuhrwerken oder Karren konnte man das Areal nicht erreichen.

Burg Falkenstein - Pfronten im Allgäu - Ostseite
An dieser Stelle könnte einst das Tor der Ringmauer gestanden haben. Blick auf die Ostseite Gebäudes, mit großer Info-Tafel.

Der Zugang zur Burg führt vom Vorplatz des 50 HM tiefer gelegenen Burghotels durch eine Pforte, über einige Treppen und felsigem Pfad hinauf. Spuren von der Ringmauer und dem Tor sind heute nicht mehr erkennbar. Möglicherweise verläuft die Treppen an der Stelle, an der einst auch das Tor stand. Heute ist noch ein rechteckiges Mauerwerk erhalten, das bis zu acht Meter hoch aufragt.

Das Gebäude betritt man von der Ostseite, gegenüber einer großen Buche. Geringe Reste der einstigen Ringmauer kann man mit geschultem Auge an dieser Stelle neben der Buche entdecken. Was hingegen nicht sichtbar ist: die Wasserversorgung der Burganlage. Diese wurde damals wahrscheinlich über eine Zisterne sichergestellt. Spuren einer Zisterne konnte allerdings bislang nicht gefunden werden.

Burg Falkenstein - Pfronten im Allgäu - Innenansicht
Innenansicht: An der Westseite des Wohnbaus kann man eine Aussichtsplattform erklimmen. Es lohnt sich: der Ausblick ist sagenhaft!

König Ludwig II. und seine Idealburg

Das Feingespür des bayerischen Königs Ludwig II. für „mittelalterliche Dramatik“ – wie es der Burgenforscher Dr. Joachim Zeune – ausdrückt, führt zum sicherlich aberwitzigsten Bauplan aller Baupläne für Burgen des Historismus. Ludwig will das Idealbild einer mittelalterlichen Raubritterburg, noch größer und prunkvoller als sein Märchenschloss Neuschwanstein, auf dem Falkenstein errichten lassen.

Die Lage scheint einzigartig! Die Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein liegen in unmittelbarer Nähe im Osten. Der Ausblick auf die mächtigen Burgen Hohenfreyberg und Eisenberg im Norden. Im Süden die wildromantische Kulisse der Allgäuer Alpen. Hier soll die idealisierte Burg entstehen, seine letzte Zuflucht, wenn man so will.

Doch keiner der eingereichten Pläne ist ihm prunkvoll genug. Der Platzbedarf übersteigt bald die Möglichkeiten des vorhanden Areals. Pläne zum Abtragen des Burgfelsens und der Ruine wurden geschmiedet. Und dabei blieb es dann auch, bei einer unvollendeten Planung. Ludwig II. starb im Würmsee (Starnberger See).

Im Museum auf Herrenchiemsee kann man heute ein Originalmodell der idealisierten Raubritterburg und Ölgemälde des geplanten königlichen Schlafsaales bestaunen.

Burg Falkenstein Geschichte

Altertum

Über eine frühe Besiedelung des Manzenberges, beispielsweise während der Keltenzeit, gibt es keine Belege oder Überlieferungen. Eine Siedlung vor dem Bau der Burg ist unwahrscheinlich.

Frühmittelalter

Es gibt viele Geschichten über den unbeliebten Bischof aus Augsburg: Heinrich II. Einige davon wurden früher in Verbindung mit der Burg Falkenstein gebracht. Tatsächlich können sie nach heutigem Kenntnisstand nicht belegt und damit auch nicht als wahr angesehen werden.

  • Im Jahr 1050: Entgegen früherer Behauptungen, wurde die Burg nicht Mitte des 11. Jahrhunderts vom Augsburger Bischof Heinrich II. erbaut!
  • Im Jahr 1059: Der Bischof von Augsburg soll sich aufgrund der Fehde mit Graf Dietpold auf die Burg Falkenstein geflüchtet haben. Dabei ließ er angeblich auch seinem Pferd die Hufeisen verkehrt herum aufschlagen, um seine Verfolger zu täuschen.
  • Im Jahr 1062: Erneut soll Bischof Heinrich II. auf die Falkenstein geflohen sein, nachdem er von den Grafen des Reiches entmachtet und gejagt wurde.
Burg Falkenstein - Pfronten im Allgäu - Blick auf den Burgfelsen
Blick von Osten auf die fast 400 Meter abfallende Felswand und die drauf thronende Burgruine Falkenstein.

Hochmittelalter:

Die Geschichte der Burg Falkenstein beginnt indes erst im 13. Jahrhundert:

  • 1268: Der Stauferkönig und Herzog von Schwaben Konradin wurde auf seinem Italien-Feldzug Ende Oktober 1268 in Neapel hingerichtet durch Enthauptung.
  • 1270: Graf Meinhard II. von Görz-Tirol hatte seinen Stiefsohn Konradin auf seinem Feldzug von 1267 bis 1268 begleitet. Jetzt erhebt er berechtigte Ansprüche auf das Erbe.
  • 1274-80: Meinhard II. ließ auf dem schroffen Felsgipfel des Manzenberges, das „Castrum Pfronten“ erbauen. Militärisch und für Wohnzwecke war dieses Bauwerk auch zur damaligen Zeit sinnlos. Sie war ein Festes Haus mit dürftiger Ringmauer und diente der Machtdemonstration die seine Widersacher, den Herzog von Bayern und den Bischof von Augsburg einschüchtern sollte.
  • 1290: Burg Pfronten, so wurde sie bis ins 15. Jahrhundert genannt, wird an das Bistum Augsburg verpfändet. Meinhard II. und der Augsburger Bischof hatten sich inzwischen verbündet. Dies stellt auch gleichzeitig die älteste urkundliche Erwähnung der Burg dar.

Spätmittelalter

Erst seit dem frühen 15. Jahrhundert ist der Name Burg Falkenstein gebräuchlich.

  • 1434: Die kleine Burganlage auf dem Manzenberg wird durch Brand zerstört. Ein Neuaufbau wird in den folgenden Jahren durchgeführt.
Burg Falkenstein - Pfronten im Allgäu - Burgmuseum Rekonstruktion
Im Burgmuseum findest Du einen Rekonstruktionsversuch der Burg Falkenstein: So könnte sie einstmals ausgesehen haben.

Frühe Neuzeit

  • 1525: Der schwäbische Bund erobert die Burg Anfang August während des Bauernkriegs.
  • 1565: In einem Brief an die Regierung in Dillingen weist der amtierende Pfleger darauf hin, dass die Burg Falkenstein bereits stark verfallen ist, sodass ein Dienstsitz nur noch in einem Stadel möglich ist. Sie wird noch einmal nur notdürftig instand gesetzt.
  • 1646: Auf Geheiß der Tiroler Regierung wird die Burg ausgeräumt und in Brand gesetzt. Man fürchtet, der feindlich gesinnte Konrad Wiederhold, Kommandant der Festung Hohentwiel im Hegau, würde die Burg einnehmen und zu einem festen Stützpunkt machen.

Neuere Geschichte

  • 1803: Burg Falkenstein geht vom Hochstift Augsburg in den Besitz des Kurfürstentum Bayerns über.
  • 1883: Schloss Neuschwanstein, die Gralsburg des bayerischen Märchenkönigs, ist noch nicht fertiggestellt, da fasst Ludwig II. den Plan, auf dem Platz der Burgruine das Idealbild einer mittelalterlichen Raubritterburg zu bauen.
  • 1884: Ludwigs Kabinettskasse aber ist leer. So lässt er am 4. Mai, über den Strohmann Hauptmann Hermann Gresser, den Burgfels für 500 Mark von der Gemeinde Steinach (Pfronten) kaufen. Im selben Jahr wird eine Zufahrtsstraße (der heutige König-Ludwig-Weg) gebaut, eine Wasserleitung und eine Baustelle auf dem Felsplateau errichtet.
  • 1886: Die Realisierung dieses aberwitzigen Bauvorhabens findet ein jähes Ende, nachdem König Ludwig II. erst entmündigt wird und schließlich am 13. Juni im Würmsee (heute Starnberger See) zu Tode kommt.
  • 1897: Dem gebürtigen Pfrontener und Bildhauer Theodor Haf fällt 1896 der Alleinbesitz des Burgfelsens zu. Er lässt auf dem Plateau unterhalb der Burg Falkenstein ein Burghotel errichten.
  • 1900: Alle Liegenschaften des Falkensteins gehen an die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank München.
  • 1950: Nachdem der Besitz mehrfach gewechselt hatte, erwirbt die Familie Schlemmer das Burghotel und die Burg Falkenstein. In über 70 Jahren hat die Familie einen fantastischen Ort mit vorzüglichem Restaurant, Café und Hotel geschaffen.
  • Im 21. Jahrhundert: Am Fuße der Felswand wird ein kleines Museum eingerichtet.

Bildergalerie Burg Falkenstein

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Burg Teck – Kreis Esslingen

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