Die Burg Weißenstein sitzt auf einer bizarren Granitfelsformation am östlichen Ende des Naturparks Steinwald in einer Höhe von 863 Metern. Sie darf mit Recht als spektakulärste Burgruine der Oberpfalz bezeichnet werden. Die Aussicht vom Bergfried der Ruine ist ebenfalls spektakulär! Sie ist frei zugänglich und ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Fichtelgebirge.

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Lage & Infos

Beschreibung

Standort

Die Ruine Weißenstein sitzt auf einer Granitfelsformation am östlichen Ende des Steinwalds in einer Höhe von 863 Metern. Dabei hängt die Wahl des Platzes und die Entstehung der Burg Weißenburg mit zwei Verkehrsverbindungen zusammen, die im Mittelalter über den Steinwaldkamms führten. Warentransport und Heeresstraße waren Gegenstand der Verbindungen am Weißenstein.

Die Burg Weißenstein wurde zwischen Granitfelsen, die wie gescheibte Türme aussehen, errichtet. Das Areal war von einem Halsgraben in einem Bogen vom restlichen Vorgelände abgetrennt. Der Zugang zur Burg erfolgte über eine Brücke und durch den Torbau an der Nordspitze der Anlage. Markant ist der unförmige Bergfried, der hoch über die Wipfel des Steinwalds hinaus ragt und so einen weiten Blick über den Steinwald und die umliegenden Niederungen gibt.

Anlage

Das Bauwerk aus Quadern und Buckelsquadern ist selbst nicht hoch. Allerdings sitzt es auf dem höchsten Granitfelsturm, so dass der Eindruck eines sehr hohen Turmes entsteht. Einst soll er ein zusätzliches Fachwerkgeschoß getragen haben, das von einem Giebeldach gedeckt war. Die Anlage ist von einer Ringmauer umgeben. Die verschiedenen Granitfelsen wurden kurzerhand zum Bestandteil der Ringmauer. An der Westseite der Ringmauer ist eine Ausfallpforte eingelassen, die in Richtung der nahen Plaggeisterquelle zeigt. Reste davon sind heute noch zu erkennen.

Neben der ehemaligen Ausfallpforte steht heute eine Frauenstatue aus Bronze: Mutter Erde, von dem Bildhauer Engelbert Süß aus Pfreimd. Im Inneren Bereich ist der Burghof, an der Ostseite gelegen, über den Zwinger erreichbar. Das östliche Felsplateau wurde während der Erweiterungsbaumaßnahmen des 14./15. Jahrhunderts in die Burganlage einbezogen.

Damals wie heute sind diese Zugänge durch einige Holztreppen sichergestellt.  Ein Ostturm, in dem die Ringmauer schloss, ist seitlich zu erahnen. Reste von Kellergwölben und einige Rekonstruktionen finden sich auf dem mit Spalten übersäten Felsplateau.

Historie

Entstehung

Die Burg Weißenstein wird erstmals um 1279 in einer Urkunde erwähnt. Dabei wird ein Wolff de Wisstenstein als Zeuge in einer Urkunde genannt, die eine Gutsübertragung von vier Höfen an die Herrn von Wernberg beschließt. Bereits um 1300 fällt der Besitz an der Burg Weißenstein in Teilen und durch Kauf an die Herren von Nothaft. Albrecht VI. Nothaft ergriff Partei im Thronstreit zwischen dem Wittelsbacher Ludwig der Bayer und Friedrich dem Schönen. Und damit schlug er sich auf die Seite des Verlierers – Friedrich der Schöne – und wurde seiner Lehen verlustig.

Ludwig der Bayer übertrug jedoch schon im Jahr 1333 dem Sohn Albrechts die Lehen und damit die Burg Weißenstein zurück: „daz im alle krieg, die sein vater gen vns gehabt hat, dar an nit schaden sullen“. Der Sohn Albrecht XI. sollte also nicht für die Vergehen des Vaters büßen. Im Jahr 1339 beginnt dann die bauliche Erweiterung der Burg Weißenstein. Johann II., Burggraf von Nürnberg, erteilt die Erlaubnis zum Ausbau der Burg. Durch die Herren von Nothaft werden in den folgenden Jahren die Bauten an und auf der östlichen Felsgruppe angestrengt.

1341 erwirbt Albrecht XI. Nothaft das letzte Drittel an der Burg von seinem Besitzer Gebhard (der Wolff) von Thumsenreuth. Somit ist die Burg Weißenstein vollends in seinem Besitz. Die Familie Nothaft hält diesen Besitz bis in das Jahr 1882. Mit Familie ist auch Familie gemeint: Die Burg Weißenstein ist seit jeher nicht in Besitz einer einzelnen Person. Zudem hält jedes Familienmitglied der Nothaft einen Teil an der Burg und an den dazugehörigen Besitzungen. Das macht die Burg Weißenstein zu einer sog. Ganerbenburg.

Niedergang

In einer Übereinkunft aus dem Jahr 1464 geht hervor, dass die Burg nur noch von einem bestellten Pfleger und zwei Burgmannen besetzt war. Der Vertrag zwischen den Brüdern Fritz und Gilg sah einen Burgfrieden zwischen den beiden vor. Es geht daraus hervor, dass die Familie Nothaft zu dem Zeitpunkt bereits kaum oder nicht mehr auf der Burg wohnte. Spätestens seit 1546 waren die Herren von Nothaft in Poppenreuth, in ihrem neuen Schloss, sesshaft geworden.

Der Verfall der Burg Weißenstein tritt dann auch während des 16. Jahrhunderts langsam ein. Außerdem fällt der Besitz an der Anlage 1882 an den Freiherrn von Gemmingen-Hornberg. Die Familie der von Gemmingen-Hornberg hält bis heute den Besitz an der Burg Weißenstein. Der Verfall der Burg war gründlich. Bereits während der Übergabe an die neuen Besitzer im 19. Jahrhundert, war es kaum mehr möglich, die Reste der Burgruine zu erkennen.

Im Erdreich vergraben und zugewachsen waren die Mauerreste. Der Verein Steinwaldia e.V. begann Anfang der 1990er mit Recherchen zur Burg Weißenstein, die bis ins ferne Prag führten. Mit vielen Sponsoren – inklusive der Besitzer – gelang es dem Verein seit 1998, die Burg Weißenstein von Grund auf zu sanieren und in sanfter Rekonstruktion das Erscheinungsbild zu Teilen und das einstige Ausmaß der Burganlage wieder zum Leben zu erwecken.

Bilder Burg Weißenstein

Literatur

  • Oberpfälzer Burgen – Eine Reise zu den Zeugen der Vergangenheit – ISBN 978-3-935719-25-6
  • Burgen und Schlösser der Oberpfalz – ISBN: 3-7917-0876-7
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Schloss Goldeck: Südseite des kastenförmigen Schlossbaus.
Schloss Goldeck – Kreis Bayreuth
Burg Rosenburg: Nordflügel der Kernburg, mit Torbau und Zwinger.
Burg Rosenburg – Kreis Kelheim

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