Burg Teck – Kreis Esslingen

Burg Teck und die List des Grafen Eberhard

Die Burg Teck thront weithin sichtbar auf dem Teckberg in 773 Metern Höhe. Sie ist eines der Wahrzeichen der nördlichen Schwäbischen Alb und die Tatsache, dass sie stets gut besucht ist unterstreicht nur, dass man sie zu den prägnantesten Burgen der Alb zählt. Der von Ihren Mauern Ausblick reicht weit ins Land. Charakteristisch ist ihr Aussichtsturm mit Spitzdach, den man nicht nur von der Autobahn A8 München – Stuttgart deutlich erkennen kann. Auf Burg Teck findet sich heute ein Wanderheim des Albvereins aus dem 19. Jahrhundert, das ganz jährig geöffnet hat. Es gibt auch eine Gaststätte mit Wirtsgarten im Burghof: „Burg Teck“.

Lage & Infos Burg Teck

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Beschreibung

Frühe Bauphasen

Burg Teck wurde in drei Bauphasen auf dem über 850 Meter – von Nord nach Süd – langgezogenen Höhenkamm, dem Teckberg, errichtet. Bis auf die Südseite fallen um die Burg Teck die Hänge des Teckbergs steil ab. An der Südspitze der Anlage trennt ein Halsgraben, in einem Bogen entlang der Umfassungsmauer angelegt, das Burgareal vom restlichen Höhenkamm.

Heute finden sich noch gut sichtbare Reste der rund 297 Meter langen Umfassungsmauer, die den Burgbereich umschließen. Die erste Bauphase wird als die Romanische Bauphase betitelt. Bereits im 12. Jahrhundert wurde die lange Umfassungsmauer um das Burgareal der Burg Teck errichtet. Man vermutet, dass bereits in der frühen Bauphase ein Bergfried an der Stelle des heutigen Aussichtsturms stand. Überliefert ist über die Architektur der inneren Burg sonst weiter nichts.

Der zweite Bauabschnitt, auch Gothische Bauphase genannt, wird auf das 14. Jahrhundert datiert. Auch hier ist nicht viel bekannt. Es werden mit vielen Zinnen und Maschiculis besetzte Mauern vermutet. Auch der Rundturm an der Südecke der Umfassungsmauer (südlicher Flankierungsturm) und die Westmauer mit Rundtürmen (Schalentürmen) sollen aus dieser Bauphase stammen. Diese Bestandteile der Burg Teck wurden als Bruchsteinmauerwerk errichtet.

Dritter Bauabschnitt

Die dritte Bauphase auf Burg Teck, war der Ausbau der Burg zur Festung im 18. Jahrhundert. Es sollte eine moderne Festung auf dem gesamten Teckberg errichtet werden. Den Ursprung bildete die Burg Teck. Herzog Karl Alexander gab dieses aufwändige Großprojekt in Auftrag. Musste dies aber aufgrund des großen Umfangs (und Kosten) der Baumaßnahmen, mit einigen Einschränkungen tun.

Mit seinem plötzlichen Tod im Jahr 1737, fanden auch die Baumaßnahmen an Burg Teck ein jähes Ende. Die Erdwälle und das Plateau südlich des Halsgrabens von Burg Teck, erinnern an die Anfänge dieser unvollendeten Baumaßnahmen. Innerhalb von Burg Teck wurden in dieser Bauphase eine Kaserne (heute nicht mehr sichtbar) an der nordwestlichen Umfassungsmauer, Teile eines Kommandantenhauses (auch nicht mehr sichtbar) am Südende der Burg, das Wachthaus an der Ostecke und Erhöhung der Umfassungsmauer um 6 Schuh (altes Längenmaß) abgeschlossen.

Heute sind noch gut sichtbar die Umfassungsmauer, die Gebäude an der Nordost-Seite, die durch den Albverein zwischen 1888 und 1955 errichtet wurden und eben auch der aus dieser Zeit stammende markanten Aussichtsturm mit Spitzdach.

Historie

Entstehung

Der Teckberg war bereits seit der Hallstattzeit (800 – 400 v. Chr.) besiedelt. Die Herren von Zähringen treten im 11. Jahrhundert in der Gegend um den Teckberg auf den Plan. Um 1050/70 gründen diese die Burg Limburg, südlich von Weilheim an der Teck. Ihre Herrschaft verlagerte sich zwar bald nach Westen und an den Oberrhein, doch wurde unter Konrad von Zähringen die Burg auf dem Teckberg als größere Burg errichtet.

Burg Teck steigt zur herzöglichen Residenz auf. 1152 folgte Herzog Berthold IV. Friedrich Barbarossa auf dessen Italien-Feldzug. Um seine 500 Panzerreiter und 500 Bogenschützen zu unterhalten, verpfändete der Herzog die Burg Teck. Bereits 1156 erhielt er die Burg Teck zurück. 1186 nannte sich Bertholds Bruder Adelbert, Herzog von Teck und wählte die Burg Teck als Residenz.

Belangerung, List und die neue Herrschaft

Burg Teck wurde angeblich um 1286 von Graf Eberhard von Württemberg belagert. Es wird erzählt, dass der Graf mit seinem Heer mehrere erfolglose Versuche unternahm, die Burg einzunehmen. Später wollte dieser die Burgmannen aushungern. Diese griffen zu einer List: Sie mästeten mit dem letzten Korn ein Kalb, schlachteten es und warfen den prall gefüllten Wanst über die Burgmauern. Graf Eberhard ließ sich täuschen und gab die Belagerung auf, da er annahm, die Insassen der Burg Teck hätten reichlich Vorräte.

Der Besitz an der Burg wurde im Jahr 1299 geteilt. Bis 1381 teilten sich die Habsburger, dann Württemberger und die Herzöge von Teck die Anteile an Burg Teck, bis die Württemberger durch Kauf an den vollständigen Besitz an Burg Teck kamen. Die Herzöge von Teck übersiedelten in ihre neue Herrschaft Mindelheim und starben schließlich 1439 aus. Im Jahr 1519 nahm der Schwäbische Bund die Burg während des Krieges mit Herzog Ulrich von Württemberg ein.

Die Burg war zu dieser Zeit schwach besetzt. 1525 wurde Burg Teck während des Bauernaufstandes nach Plünderung durch die angreifenden Bauern in Brand gesteckt und zerstört. Außer der Burgkapelle blieb nichts erhalten. Die Burg Teck verfiel.

Niedergang

Um 1600 wurde von Burg Teck behauptet, sie wäre ein Gemäuer, das zu nichts mehr nutze sei. 1736 gab Herzog Karl Alexander Bauarbeiten in Auftrag, die auf dem Teckberg und aus Burg Teck eine moderne Festungsanlage entstehen lassen sollten. Ein Jahr später wurden diese Arbeiten eingestellt, nachdem der Herzog plötzlich verstorben war. 1888/89 ließen der Schwäbische Albverein und der Verschönerungsverein Kirchheim auf Burg Teck eine Schutzhalle und den Rundturm mit Spitzdach errichten.

1933 wurde die Mörikehalle an der Nordecke erbaut. 1941 kaufte der Schwäbische Albverein die Burganlage auf. In den Jahren 1954/55 errichtete der Albverein auf Burg Teck ein Wanderheim und nahm an dem Aussichtsturm eine Umgestaltung vor.

Bilder Burg Teck

Literatur

  • Burgenführer Schwäbische Alb – Band 4 – ISBN: 3-924489-58-0
  • Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon – ISBN: 3-86047-219-4
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Burg Diepoldsburg: Blick auf die Holzbrücke und das Burgtor.
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