Haus Goldschmieding, eingerahmt von einer Parkanlage, ist heute ein Restaurant und um ein Hotel erweitert. Es liegt im Ortsteil Rauxel der Stadt Castrop-Rauxel. Einst ein Rittergut und später ein Bau der Lippe-Renaissance, wirkt es heute fast urbanisiert, wäre da nicht wenigstens der Rest eines Wehrturms, der heute noch trutzig aufragt und das einstige Erscheinungsbild ein wenig spiegelt.

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Lage & Infos Haus Goldschmieding

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Beschreibung

Haus Goldschmieding in seiner heutigen Gestalt besitzt einen fast quadratischen Gundriss. Allerdings stellt das nur die Hälfte des Herrenhauses aus dem 16. Jahrhundert dar. Der Bau war einst rechteckig mit zwei Rundtürmen. An der Nordostecke des Baus befindet sich heute ein Rundturm mit spitzem Kegeldach. Sein Zwillingsturm stand einst an der Nordwestecke.

An der Südseite führt eine kleine Freitreppe in das Innere des Ansitzes. Erwähnenswert: Im Inneren befindet sich ein detailliert ausgeschmückter Steinkamin aus Sandstein – renaissancezeitliche Architektur. Die mittelalterliche Vorgängeranlage von Haus Goldschmieding ist leider nicht erforscht. Das Hauptgebäude mit den beiden Türmen war damals von einem Wassergraben (Gräfte) umschlossen und konnte nur von einer kleinen Vorburg über eine Brücke betreten werden.

Die Vorburg hat sich angeblich über das Areal erstreckt, an dem sich heute ein kleiner, gepflegter Garten, der von den Flachbauflügeln des Hotels eingerahmt ist, befindet. Von dem Wassergraben ist heute nichts mehr zu sehen, da er zugeschüttet wurde. Restauriert wurde Haus Goldschmieding im Jahr 1937. Damals entdeckte man, dass das Haus im Ursprung mit Ziegelmauerwerk errichtet wurde.

Schmuck- und Zierelemente, Kragsteine, Gesims und Rahmen aus Haustein, hatten den Renaissancebau einst geziert. Letzte Zeugen davon wurden in jüngster Vergangenheit vom Gebäude entfernt. Die Freitreppe samt Tür stammt aus der Zeit des Besitzers William Thomas Mulvany – zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Rundturm an der Nordostecke diente einst als Wehrturm und scheint letztes Zeugnis der Anlage des 16. Jahrhunderts zu sein.

Historie

Haus Goldschmieding geht auf die Herrn von Goldschmieding zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es um 1275. Es gilt als Grenzfeste des Erzbischofs von Recklinghausen. Auf der Urkunde wird ein Lambert von Gholtsmedinc als Zeuge aufgeführt. Die Namensgebung von Haus Goldschmieding wird auf diesen Lamberg zurückgeführt. Die Übersetzung seines Namens aus dem Mittelhochdeutschen ist wie folgt: Gholt = Holzung / am Walde und Smedinc = Schmiede.

Im 14. Jahrhundert ging Haus Goldschmieding an die Familie von Alstede. Ein paar Jahrzehnte später erhielt Wilhelm von Ovelacker den Besitz an dem Anwesen. Im 16. Jahrhundert muss dann der Renaissancebau entstanden sein. Indiz dafür scheint die Hochzeit von Johann von Schell und Anna Margaretha, im Jahr 1583, zu sein. Und auch das Baujahr des erwähnten Steinkamins von 1597 weist darauf hin.

Die Freiherren von Schell saßen mehr als 250 Jahre auf Haus Goldschmieding, bis sie 1838 das Anwesen an den Gutsbesitzer Friedrich Klönne verkaufen mussten. 1872 kaufte der Ire William Thomas Mulvany (Gründer der Zeche Erin) das Haus Goldschmieding und ließ eine Rennbahn anlegen.

1968, Haus Goldschmieding war bereits lange in Besitz der Bergwerks-Aktien-Gesellschaft Gelsenkirchen, verkaufte diese den Ansitz mit Parkanlage und Rennbahngelände an die Stadt Castrop-Rauxel. Heute beherbergt Haus Goldschmieding ein Restaurant, das durch einen flachen Hotelkomplex ergänzt wurde.

Bilder zu Haus Goldschmieding

Literatur

  • Burgen Aufruhr – Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitze in der Ruhrregion – ISBN: 3-8375-0234-3
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Festung Hohenurach: Blick über den Nordflügel mit Hofküche und Backofen, bis zum Mauergiebel.
Festung Hohenurach – Kreis Reutlingen
Burg Isenburg: Blick über die Vorburg hinweg, bis zum Landhaus Custodis.
Burg Isenburg (Isenberg) – Ennepe-Ruhr-Kreis

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