Schloss Korb – Überetsch-Unterland

Schloss Korb – einstiges Bollwerk des Alpenwalls

Schloss Korb blickt auf eine Jahrhunderte lange und durchwachsene Vergangenheit zurück: Gründung im 13. Jahrhundert, viele wechselnde Besitzer im Laufe der Jahrhunderte, Neubauten im 19. Jahrhundert.

In der jüngeren Vergangenheit erfuhr Schloss Korb die Eingliederung in den Alpenwall unter der Herrschaft von Benito Mussolini. Bunkerrelikte dienen heute dem Burghotel unter anderem als Weinkeller.

Lage & Infos Schloss Korb

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Beschreibung

Der mittelalterliche Kern der heutigen Anlage bildet ein fünfgeschoßiger Viereckturm mit Zinnen und Pyramidendach. Seine Abmessunge beträgt in der Grundfläche 10 x 10 m, bei einer Mauerstärke von 1,70 m. Die restlichen Gebäude von Schloss Korb wurden erst wesentlich später – ab dem 19. Jahrhundert – angebaut.

Dem Schloss ist auch eine kleine Bunkeranlage, die Teil des sogenannten Alpenwalls war, angeschlossen. Eine Verteidigungslinie Italiens zur Zeiten von Benito Mussolini. Seine Mauerstärke liegt zwischen 4 bis 5 Metern. Er weist eine Gesamtlänge von 33 Metern auf und liegt zur Hälfte unter der Erde.

Dem Bunker wurde auch ein in den Fels getriebener Stollen – ehemals Luftschutzstollen – angegliedert. Heute dient der Bunker von Schloss Korb als Weinkeller.

Historie

Der Ursprung von Schloss Korb reicht wohl in das 13. Jahrhundert zurück. Bereits um 1236 ist der Sitz der Herren von Korb auf der mittelalterlichen Burg Korb erwähnt. Sie waren Ministerialen der Grafen von Eppan-Ulten. Seit dem 14. Jahrhundert wanderte der Besitz an Schloss Korb als Lehen durch viele Hände zahlreicher Tiroler Adelsgeschlechter.

Erst im Jahre 1834 erfuhr das Schloss einen Umbau durch Johann von Putzer. Dabei wurde der mittelalterliche Turm von drei Seiten umbaut, die Zinnen wichen einem Giebeldach. 1872 wurde dann noch ein Giebelhaus westlich an den Turm von Schloss Korb angebaut. 1918 wurde Schloss Korb als Landwirtschaftsanlage eingesetzt.

Der sogenannte Alpenwall – Vallo Alpino del Littorio – wurde gegen Ende der1920er bis 1942 errichtet. Er war eine Sicherungslinie zu Frankreich, der Schweiz, Jugoslawien und dem Deutschen Reich. Der Abschnitt des Alpenwalls im Abschnitt Etsch wurde nach 1938 verstärkt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch der Bunker No. 49 von Schloss Korb.

Ein angeschlossener Stollen diente als Luftschutzraum. Die Bunkeranlagen wurden allerdings nie mit Waffen bestückt und waren auch nie mit Soldaten besetzt. Bereits ab 1960 wurde Schloss Korb als Hotel genutzt. Die Bunkeranlage am Schloss wurde gegen Ende des kalten Krieges von Fritz Dellago erworben, privatisiert und in einen Weinkeller umgewandelt.

Bilder Schloss Korb

Literatur

  • Südtiroler Burgenkarte – Südtiroler Burgeninstitut – ISBN: 88-85176-12-7
  • Südtiroler Burgen, Schlösser und Ansitze von Hanspaul Menara – ISBN: 88-7014-808-4
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Burg Laimburg Kaltern: Zugang zur Laimburg: Weg entlang der Nordseite.
Burg Laimburg – Überetsch-Unterland
Kreideturm Hocheppan: Südwestansicht.
Kreideturm Hocheppan – Überetsch-Unterland

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